Der Auftakt bei Spitzenreiter Nürnberg war den Rothosen in der vergangenen misslungen, zumindest vom Ergebnis her. Eigentlich hatten die Würzburger einen guten Auftritt beim Ligaprimus hingelegt, scheiterten aber immer wieder am gegnerischen Torhüter. Nach dem Platzverweis gegen den Club kamen die Kickers seltsamerweise nicht mehr zurecht und verloren gar noch unglücklich.
Coach Marc Reitmaier sah trotz der knappen Niederlage in Nürnberg keinen Anlass sein Team umzustellen. Daher begann erneut Winterneuzugang Martin Thomann, während Jermain Nischalke und auch der Achillessehnen-geplagte Erol Zejnullahu erneut nur auf der Bank saßen.
Die Gäste aus Aubstadt, einst der Kooperationspartner der Würzburger, wussten zuletzt gegen Haching durchaus zu überzeugen und zählen zu den stärksten Auswärtsteams der Liga. Das mit zahlreichen Ex-Kickers-Akteuren gespickte Team ist stets ein unangenehmer Gegner.
Bei den Gästen standen Marvin Weiß und Ingo Feser nicht im Kader. Seinen Platz übernahm Radzivon Hushcha und Marcel Fischer. Nach dem erfolgreichen Auftakt gegen Favorit Unterhaching (1:1) strebte man auch gegen die Würzburger Kickers mindestens einen Punkt an.
Daniel Hägele spielt den Ball gegen den anlaufenden Max Grimm zurück.
Alexander Rausch/anpfiff.info
Die heimischen Rothosen begannen schwungvoll diese erste Halbzeit und verfügten über große Spielanteile. Da die Aubstädter abwartend und kompakt agierten, lief der Ball häufig in der eigenen Viererkette. Philipp Ochs ließ sich immer wieder tief fallen, um den Spielaufbau anzukurbeln. Das Spiel der Rothosen sah auch gefällig aus.
Gleich in den Anfangsminuten tauchten die Kickers gefährlich im Gästestrafraum auf, doch ein konkreter Abschluss wollte nicht gelingen. Das Spiel fand hauptsächlich in der Hälfte der Grabfelder statt, die Kickers mussten allerdings vor schnellen Kontern auf der Hut sein. Vor allem über die rechte Seite, auf der Linksverteidiger Kurzweg keine gute Halbzeit erwischte, konnte der TSV gefährlich werden. Ein unbehelligter Vorstoß führte zu ersten Großchance für die Gäste. XY konnte bis zum Fünfereck durchmarschieren und querlegen. Dort rutschte ein Aubstädter am Ball vorbei und blieb auf der Torlinie liegen. Am langen Pfosten traf Severo Sturm zunächst den Pfosten, ehe der auf der Linie liegende Spieler den Ball selbst blockte. Kurios!
Die Kickers setzten in der Folge sofort zur Gegenoffensive an und wurden nun endlich zwingender. Eliot Muteba fasste sich ein Herz, zog vom linken Flügel in die Mitte und verfehlte mit seinem Flachschuss das lange Eck nur knapp. Wenig später hätte das 1:0 fallen müssen. Bonga wurde im 16er angespielt und legte clever auf Dominik Meisel ab. Doch der offensive Mittelfelderspieler verfehlte mit seinem Schlenzer aus 10 Metern ebenfalls das lange Eck.
Dass es dann doch noch klappte, lag auch etwas am Zufall. Aus dem Gewühl heraus verlängerte Thomann den Ball mit der Hacke. Aubstadts Verteidigung erkannte die Gefahr nicht und der spekulierende Bonga konnte sich hinter die Abwehr schleichen. Allein vor Vertiei vesenkte er den Ball per Linksschuss.
Die Führung ging auf Grund der starken Reaktion nach Sturms Großchance auch in Ordnung. Die Rothosen versuchten nachzulegen und Aubstadt behielt seine Kontertaktik bei. Als Luke Hemmerich kurz orientierungslos war, eröffnete sich Radzivon Hushcha die große Ausgleichschance. Er lief alleine auf Hipper zu und wollte diese umkurven. Doch der Kicker-Schlussmann fuhr die Pranke aus und beförderte den Ball an Hushchas Schienbein. Von da trudelte der Ball ins Tor aus. Glück und Können innerhalb weniger Sekunden!
Am Ende der 1. Halbzeit stand ein insgesamt verdientes 1:0, weil die Kickers deutlich mehr Spielanteile hatte, auch wenn man Aubstadt zwei große Chancen ermöglichte. Schwach allerdings waren die zumeist von Philipp Ochs getretenen Standards, die ausnahmslos nichts einbrachten. Nach dem Pause sollte sich die Statik des Spiels verändern, denn Leon Heinze sah noch vor der Pause die Ampelkarte. Er ließ er Tim Kraus über die Klinge springen, dann hinderte er Pedro Muteba per Grätsche am Eindringen in den Strafraum, was auch eine Rote Karte zur Folge hätte haben können. Jedenfalls war es genug, um den Linksverteidiger vom Platz zu stellen.
Tarsis Bonga schüttelt Steffen Behr ab und schießt zum 1:0 ein.
Alexander Rausch/anpfiff.info
Auch den zweiten Abschnitt begann der FWK schwungvoll. Coach Marc Reitmaier hatte sicherlich einen schnellen zweiten Treffer gefordert. Diesen Willen sah man den Kickers an. Allerdings mangelte es erneut an Präzision und Konsequenz, so dass nur wenige brauchbare Chancen in der zweiten Halbzeit zu vermelden waren. Die dezimierten Gäste verteidigten nun noch etwas tiefer und blieben bei ihrer Kontertaktik.
Die Kickers gelang es zu selten, die massive Deckung des TSV auseinander zu ziehen. Zwar brach man gelegentlich auf dem Flügel durch, auch weil sich Kurzweg etwas steigerte, doch die Flanken waren nicht genau genug. Als Reitmaier Erol Zejnullahu in die Partie brachte, ging nochmal ein Ruck durch die Heimelf, denn der Spielmacher forderte viele Bälle und wurde von den aufbauenden Spielern auch gesucht.
Klare Chancen suchten man nach dem Wechsel dennoch vergebens. Daher ging Gästecoach Claudio Bozesan in der Schlussphase ins Risiko und stellte auf 3-4-2 um. Tatsächlich gelang es den Gästen, sich zeitweise in der Hälfte der Kickers festzusetzen. Klare Torchancen konnten sie sich allerdings auch nicht erarbeiten. Vereinzelte Pfiffe von der Tribüne galten vor allem der etwas aufkommenden Passivität. Diese hatte man am Dallenberg in letzter Zeit allzu häufig gesehen.
Letztlich aber brachte Würzburg das 1:0 sicher über die Zeit. Der Sieg bedeutet drei Punkte, nicht mehr und nicht weniger. Vor allem die beiden Innenverteidiger Hägele und Fahranak sowie der Johann Hipper konnten Pluspunkte sammeln. Am Offensivspiel muss aber ebenso noch gearbeitet werden wie an den zahlreichen schwach getretenen Standards.
Luke Hemmerich ist vor Severo Sturm am Ball.
Alexander Rausch/anpfiff.info
Aubstadt dürfte sich am Ende der Partie nicht grämen. Man überstand eine ganze Halbzeit in Unterzahl ohne Gegentor. Hätte man zumindest eine der beiden Großchancen vor der Pause genutzt, wäre ein Punktgewinn möglich gewesen. So verkaufte man sich wacker und kann einiges aus dem Spiel in die nächsten Aufgaben mitnehmen.
Der FWK pustete durch und zwar am Ende nach der Auftaktniederlage mit dem Dreier zufrieden. Die Dominanz, die die Rothosen zeitweise ausstrahlten, war schön anzusehen. Häufig wurden die Bälle in der gegnerischen Hälfte zurückgewonnen. Aber nach wie vor fehlen die Ideen, wie man eine tiefstehende Deckung aushebeln kann. Neuzugang Martin Thomann war bemüht, die eingewechselten Nischalke und Berisha konnten dagegen kaum punkten. Es bleibt ein spannendes Puzzle, das Marc Reitmaier da zusammenzusetzen hat. Mit Cherif Cissé lauert ja auch noch ein junger Nachwuchsstürmer.
Die Defensive steht, auch wenn Hägele und vor allem Kurzweg einige Wackler hatten. Man wird aber nicht immer zu Null spielen können. Daher muss die Offensivabteilung an Effektivität zulegen.
Spielbericht eingestellt am 07.03.2026 21:30 Uhr