Doppelter Schiri-Abschied: Letztes Spiel für Deniz Aytekin und Hans Rößlein - fussballn.de
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Artikel veröffentlicht am 09.06.2026 um 15:30 Uhr
Doppelter Schiri-Abschied: Letztes Spiel für Deniz Aytekin und Hans Rößlein
Der Rahmen hätte kaum besser sein können: 2300 Zuschauer wurden am Sonntag bei der Neuauflage eines Derbys mit besonderer Historie gezählt. Beim Duell der ehemaligen Bezirksligisten zwischen Weilersbach und Kirchehrenbach stand aber vor allem der ehemalige Weltschiedsrichter Deniz Aytekin im Mittelpunkt. Er wurde ebenso verabschiedet wie die Nürnberger Schiri-Legende Hans Rößlein.
Von Marco Galuska
Abschied im Doppelpack: Deniz Aytekin und Hans Rößlein beenden ihre bemerkenswerte Schiri-Laufbahn.
Lukas Götz
Es kommt selten, sogar sehr selten, vor, dass ein Schiedsrichter in positivem Sinne im Mittelpunkt steht. Doch bei Deniz Aytekin war bekanntlich vieles anders. Er hat einen eigenen Stil geprägt, der ihn über die Jahre zum absoluten Aushängeschild der Pfeifenmänner machte. Sein Abschied aus der Bundesliga vor wenigen Wochen wurde auf höchster Ebene bedauert. Als sich in einem TV-Interview Aytekin an seine Anfänge als Schiri im Herren-Fußball erinnerte, kam eine Bezirksliga-Paarung aus dem Jahr 1997 zur Sprache.

Durch das Spalier der damaligen Teams lief das Schiri-Gespann mit den aktuellen Mannschaften des SV Gloria Weilersbach und des TSV Kirchenehrenbach.
Lukas Götz

Zum Abschied des hochgeachteten und mit sämtlichen Auszeichnungen dekorierten Oberasbachers, fast 30 Jahre später, traten die beiden Vereine SV Gloria Weilersbach und TSV Kirchehrenbach noch einmal an: vor einer sagenhaften Kulisse von 2300 Zuschauern bei Kaiserwetter. Das Ergebnis (3:1) war ein anderes als damals (1:1). Dass auch das Resultat in einem Fußballspiel eine absolute Nebenrolle spielt, ist auch selten, sehr selten sogar. Den Abschied von der Pfeife, die sich Aytekin für den letzten Auftritt nach dem eigentlichen Karriereende sogar noch leihen musste, wurde mit dem guten Zweck verbunden. So wurden über 13.000 Euro für die Lebenshilfe Forchheim gesammelt, der Ex-FIFA-Schiri stockte dabei großzügig auf.

Zeitsprung: Einen Videobeweis der besonderen Sorte bekam Deniz Aytekin zum Abschied in Weilersbach serviert.
Lukas Götz

Aytekin fand aber auch warme Worte beim Blick auf seine Anfänge als Schiri-Novize, erinnerte sich an die Unterstützung vom bereits verstorbenen früheren Bundesliga-Unparteiischen Manfred Dölfel aus Zirndorf. Ein inszenierter Videobeweis, bei dem man Aytekin auf einem Bildschirm Videomaterial vom damaligen Match zeigte, rundete den Abschied ab. Aytekin verließ das Spielfeld vorzeitig, auch das ist sehr selten und eigentlich sonst nie positiv zu bewerten, und übergab die Pfeife an die neue Generation.

Rößlein noch einmal an der Linie

Vergessen wollte der zum Abschied gefeierte Referee aber auch einen der ganz Großen der hiesigen Schiri-Zunft nicht. So assistierte der legendäre Hans Rößlein, langjähriger Kreisschiedsrichterobmann aus Nürnberg, beim Benefizspiel. Rößlein hatte selbst nach dem Ende seiner Funktionärslaufbahn noch weiter auch auf kleineren Bühnen gepfiffen. Sein Einsatz beim Saisonfinale und Derby in der Kreisklasse 3 zwischen den SF Laubendorf und dem TSV Langenzenn war nach 48 Jahren das 2256. Spiel als aktiver Schiri. "Für mich war es schon ein emotionaler Moment und es war schon Wehmut dabei, aber alles hat seine Zeit. Schiedsrichter zu sein, war für mich mehr als nur ein Hobby, es war meine Berufung", sagt Rößlein, der im August seinen 75. Geburtstag feiert.

Das Abschiedsspiel von Deniz Aytekin wurde auch zu einem Treffen der Generationen unter den Pfeifenmännern. Auch Hans Rößlein (r.) beendete seine Laufbahn zwei Monate vor seinem 75. Geburtstag. 
Lukas Götz

Abgesehen von Aytekins Anruf mit der Einladung, ihn als Assistent beim letzten Spiel zu begleiten, freute sich Rößlein auch über "die vielen positiven Nachrichten, sei es von Schiedsrichtern, Vereinsvertretern und Trainern, die ich seither erhalten habe. Aber auch für die Wertschätzung und Akzeptanz von den Beteiligten und den Zuschauern." Somit schloss sich am Sonntag für zwei Legenden aus dem Schiedsrichterwesen der Kreis. Auch das gibt es selten, sehr selten sogar.

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