Auch wenn es für beide Teams zuletzt nicht sonderlich erfolgreich lief, waren die Rollen klar verteilt. Die Münchberger gingen als Tabellenzweiter als klarer Favorit in das Derby, während Vorwärts auf eine Überraschung hoffte. Der Tabellenvorletzte verpasste es zuletzt bei der knappen 2:3-Niederlage gegen Mitaufsteiger Burgebrach, Boden im Kampf um den Klassenerhalt gut zu machen. Dagegen kam die Eintracht beim SV Gutenstetten-Steinachgrund über ein 1:1-Remis nicht hinaus und liefen Gefahr, den Anschluss an Spitzenreiter Ammerthal zu verlieren. Man durfte gespannt sein, ob der Gast, der auf Hoffmann, Achatz und Dadder verzichten musste, Paroli bieten konnte. Dabei galt es wohl, Torjäger Lucas Köhler in Schach zu halten.
Hart attackiert: Tim Tröger (li.).
Hans Wunder
Gleich mit der ersten Aktion kam so etwas wie Torgefahr auf, aber der Ball auf Gästestürmer Korbinian Lang war etwas zu steil in die Spitze gespielt. Auf der anderen Seite stand Torjäger Lucas Köhler nach starker Vorarbeit des Ex-Röslauer Emre Mal alleine vor dem Vorwärts-Keeper, doch "Uschi" rettete mit einem Reflex. Freilich täuschten die ersten Aktionen etwas über den Durchgang Nummer eins hinweg. Viel Kampf auf tiefem Boden, aber auch viele Fehlpässe und bei Röslau das eine oder andere Missverständnis beim Spiel in die Spitze. Bezeichnend war deshalb, dass der erste Treffer vor der Pause einem Eigentor entsprang. Ein Ball, der eigentlich schon geklärt war, kam postwendend in die Gefahrenzone zurück und Vorwärtsverteidiger Felix Schmidt überwand beim Klärungsversuch den eigenen Torwart zum 1:0 (14.). Das war nicht unverdient, denn während die Gastgeber zumindest die eine oder andere Strafraumaktion verzeichneten, waren die Gäste bis dahin absolut harmlos. Die beste Möglichkeit, die Führung weiter auszubauen, hatte dann der einheimische Noah Wich, der erst gefoult wurde und dann den Ball beim Freistoß aus 20 Metern gefährlich auf den Kasten brachte. "Es war nicht so einfach, Chancen herauszuspielen", verteidigte der Münchberger Trainer seine Schützlinge, wusste aber, das die hauchdünne Pausenführung kein Ruhekissen war.
Chance verpasst: Korbinian Lang (re.) legt zu weit vor.
Hans Wunder
Nach dem Seitenwechsel wich die Spannung schnell. Fünf Minuten waren gerade gespielt, da steckte Kevon Winter weitgehend unbedrängt auf Lucas Köhler durch und der Goalghetter hatte keine Mühe, mit einem Schuss ins lange Eck das 2:0 (50.) und damit seinen 18. Saisontreffer zu markieren. "Wir haben uns zu viele Ballverluste geleistet und dann stehst du natürlich ständig unter Druck", betrieb Vorwärts-Keeper Matthias Karnitzschky Ursachenforschung. In der Folgezeit stand er immer mehr im Mittelpunkt, nachdem den Röslauern zunehmend die Kräfte schwanden. Als dann Tim Tröger erst das Leder verlor und dann gegen Kevin Winter sehr ungeschickt agierte, zeigte der Referee auf den Punkt - Marvin Nöske verwandelte sicher zum 3:0 (59.). Von den Gästen kam auch im zweiten Abschnitt fast gar nichts. Als Tim Tröger mit seinem Kopfball Mitte der zweiten Hälfte knapp verpasste, war das die einzige nennenswerte Aktion nach vorne. Dagegen hätte Münchberg und vor allem Lucas Köhler seine Torekonto noch kräftig aufstocken können. Zweimal verzog er nur knapp und als er freie Schussbahn hatte, legte er - für einen Torjäger höchst untypisch - schließlich quer auf den eingewechselten Timo Frank, der aber noch geblockt wurde. Am Ende feierten die Gastgeber einen klaren Erfolg gegen eine Röslauer Mannschaft, die nur eine Halbzeit zumindest auf Augenhöhe agieren konnte.
Lucas Köhler lässt sich die Chance nicht entgehen.
Hans Wunder
Mit dem Heimsieg konnte Münchberg auf Spitzenreiter Ammerthal aufschließen, der allerdings zwei Spiele in der Hinterhand hat. Durch die Forchheimer Niederlage hat die Bächer-Elf an diesem Tag etwas Boden gutmachen können. Die Röslauer dürften indessen die Winterpause herbeisehnen, denn die zahlreichen Ausfälle fordern besonders im Offensivbereich ihren Tribut. Freilich ist der erste Relegationsplatz weiter in Sichweite, weil auch die Bucher verloren haben. Und kämpferisch kann man der Mannschaft aus dem Fichtelgebirge nichts vormachen.
Spielbericht eingestellt am 08.11.2025 20:33 Uhr