Beide Teams konnten nicht in Bestbesetzung antreten. Bei den Gästen fehlte mit Maximilian Göbhardt nicht zuletzt eine ihrer zentralen Figuren. Bei Bamberg waren u.a. Marc Reischmann, Marco Schmitt und Luca Ljevsic nicht mit dabei.
Die Eltersdorfer wollten mit mindestens einem Punkt den letzten Schritt zur Meisterschaft gehen. Bambergs Interims-Coach Michael Hutzler gönnte den Eltersdorfern zwar die Meisterschaft, "aber sie sollen sie nicht hier bei uns feiern." Der FCE wollte also den Favoriten ärgern. Dass er dazu in der Lage ist, bewies er beim Hinspiel-Sieg.
"Aber in erster Linie wollen wir Wiedergutmachung für die jüngste deutliche Niederlage gegen Gebenbach betreiben.", so Hutzler. "Gegen die beste Mannschaft der Liga wollen wir diesmal etwas tiefer agieren, darauf haben wir in der Trainingswoche hingearbeitet.", sagte er. "Gebenbach hat uns zuletzt den Zahn gezogen - das soll uns diesmal nicht passieren.", so der Bamberger Trainer.
Zwei interessante Fakten: Bamberg hatte vor der Partie sogar weniger Niederlagen als Eltersdorf kassiert (7 zu 9). Allerdings gab es eben auch schon elf Unentschieden für den FCE, die den Abstand zwischen den beiden Teams erklären.
Und: Durch eine insgesamt unglückliche Ansetzung wurde die Partie in Bamberg eine Stunde nach der des Verfolgers Cham in Stadeln angepfiffen. Das bedeutete, dass die Eltersdorfer in der Halbzeit erfahren würden, ob sie überhaupt noch einen Punkt holen müssen. Bekannt war, dass Stadeln 1:0 führte, als es in Bamberg erst einmal losging.
Schiedsrichter Andreas Dinger (Bischofsgrün) hatte die Partie gut im Griff.
Markus Schütz
Der Tabellenführer legte einen Start nach Maß hin und legte das gewünschte früher Tor nach sechs Minuten vor. Entstanden ist es über halblinks, von wo Moritz Fischer nach innen und einmal aufzog - und als er freie Schussbahn hatte, den Ball aus etwas mehr als 16 Metern flach ins rechte untere Eck setzte. Stark und vor allem sehr überlegt gemacht. Das Tor nahm ein wenig den Druck von den Eltersdorfern, die kompakt in der eigenen Hälfte standen und vor allem durch ihre Körperlichkeit und durch ihre Aggressivität gegen den Ball und ihre Zweikampfstärke überzeugten. Und trotzdem kam der FC Eintracht Bamberg nach nicht ganz einer Viertelstunde zu seiner ersten guten Gelegenheit. Als es nach einem Ballgewinn schnell ging, wurde Luis Schneider auf die Reise geschickt, aber bei seinem Abschluss aus 14 Metern verkürzte Keeper Leonard Hüttl den Winkel und konnte per Faustabwehr zur Ecke klären. Nach einer solchen kam dann ein paar Minuten später Paul Kraußold zum Kopfball, aber sein Aufsetzer ging knapp über die Querlatte. In der Folgezeit übten die Eltersdorfer die Spielkontrolle vor allem dergestalt aus, dass sie in Führung liegend kaum mehr etwas zuließen und sofort in die Balleroberung gingen, wenn die Bamberger in die gegnerische Hälfte kamen. Bei eigenem Ballbesitz hielt sich der eigene Offensivdrang bei den Eltersdorfern in Grenzen, aber sie mussten bei dem Spielstand schließlich auch kein großes Risiko gehen. Fahrt nahm die Partie dann nochmal unmittelbar vor der Pause auf. Denn da hatten die Gäste zwei kurz aufeinander folgende Abschlüsse, bei denen aber jeweils FCE-Keeper Benedikt Willert im Weg stand. Zunächst gegen den Abschluss von Moritz Fischer, den er zur Ecke lenkte und dann gegen den Kopfball des eingewechselten Geremi Perera, der schwer zu halten war, aber der Bamberger Torwart griff über und parierte auch diesen Ball. Beinahe hätten dann die Gastgeber vor der Pause noch ausgeglichen, aber als eine Ecke von einem Bamberger gefährlich per Kopf verlängert wurde, klärte ein Eltersdorfer auf der Linie und lenkte den Ball an die eigene Latte, von wo er zurück ins Feld sprang und geklärt werden konnte. So nahmen die Eltersdorfer eine knappe Führung mit in die Kabinen.
Knapp außerhalb des Sechzehners zieht Moritz Fischer (li.) hier ab - der Ball geht zur Führung für die Eltersdorfer ins Netz.
Markus Schütz
Während der Pause endete die Partie des Verfolgers Cham in Stadeln, auf den Rängen bekamen das die Eltersdorf-Anhänger unter den 650 Zuschauern mit und feierten entsprechend. Die Akteure bekamen das natürlich auch mit und erfuhren von ihrer Meisterschaft, während sie in der Kabine saßen. Eine komische Situation, die durch die Verlegung des Bamberg-Spiels um eine Stunde nach hinten zustande kam. Den Eltersdorfern war es egal, sie waren einfach nur froh, glücklich und stolz, durch zu sein und nach vier Saisons in der Bayernliga wieder in die Regionalliga zurück zu kehren. Aber es waren ja noch 45 Minuten zu absolvieren. Und in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit ging es ziemlich verbissen zu. Nach einem Foul im Zentrum kam es zu einer Rudelbildung, die sich aber schnell wieder auflöste. Gegen in regelmäßigen Abständen durchwechselnde Eltersdorfer verpasste Paul Kraußold das 1:1 nach nicht ganz einer Stunde knapp. Auf der Gegenseite lief dann Tobias Herzner alleine auf Benedikt Willert zu, aber der Bamberger Torwart kam heraus, verkürzte den Winkel und parierte mit dem Körper im Eins-gegen-Eins. Ansonsten bemühten sich die Gastgeber darum, noch zum Ausgleich zu kommen. Aber in den meisten Fällen klärte entweder die aufmerksame Gästeabwehr oder die Genauigkeit beim letzten Ball fehlte.
Trotzdem kam Luis Nüßlein in guter Position zum Abschluss, aber Keeper Leonard Hüttl hielt die Null durch eine starke Parade. Dazu forderte die Heimelf nach einem Zweikampf, bei dem David Lang im Strafraum zu Fall kam, vehement Elfer. Schiedsrichter Dinger stand aber gut und hatte freie Sicht - und entschied zum Unmut der Gastgeber auf Weiterspielen. Aber die Bamberger versuchten es weiter und belohnten sich tatsächlich kurz vor Schluss mit dem Ausgleich zum 1:1. Denn bei einem abgewehrten Freistoß stand Jonas Hartwig richtig und drosch das Leder humorlos in die Maschen. Ein Treffer, den sich die Bamberger durch ihre Bemühungen im zweiten Durchgang verdienten, auch, wenn die Durchschlagskraft und die Ideen bei ein paar Anläufen davor fehlten. Am Ende konnten auch die Eltersdorfer mit diesem Ergebnis gut leben. Sie holten sich auswärts einen Punkt, der auch unabhängig vom Cham-Spiel zur Meisterschaft gereicht hätte - und durften die dann ausgiebig im Fuchspark-Stadion feiern.
Hier kann Gästeakteur Patrick Ort (li.) vor Paul Kraußold den Ball die Linie entlang spielen.
Markus Schütz
Den Gästen kam die frühe Führung entgegen, die sie in die Kabine mitnahmen. Weil während der Halbzeit dann die Meisterschaft feststand, ist die zweite Hälfte des SCE in sportlicher Hinsicht schwer zu bewerten. Fest steht, dass der Meister den zweiten Durchgang diszipliniert zu Ende spielte, auch wenn die Vorfreude auf die Feierlichkeiten in der einen oder anderen Situation verständlicher Weise spür- und sichtbar war. Dem Spiel fehlte schlicht und ergreifend einfach der Spannungsmoment, der dadurch verloren ging, dass es am vorletzten Spieltag eben diese unterschiedlichen Anstoßzeiten gab. Das ist die neutrale Sicht. Den Eltersdorfern wird es herzlich egal gewesen sein, wann sie Meister werden. Hauptsache durch! Der FC Eintracht Bamberg bemühte sich in Halbzeit zwei durchgehend, nach vorne zu spielen, Druck aufzubauen und zu Chancen zu kommen. Auch, wenn das zu selten gelang, war der Treffer zum 1:1 der verdiente Lohn für ihre Bemühungen.
Spielbericht eingestellt am 10.05.2026 01:37 Uhr