Der Ärger über den Ausflug nach Würzburg und dem Spielausfall war bei Trainer Andreas Baumer schnell verflogen. Wir freuen uns auf die Partie gegen Neumarkt und müssen nun eben etwas länger trainieren“, meinte er, nachdem der Nachholtermin für kommende Woche anberaumt wurde. Für das Match gegen den Tabellenzweiten hatte er schon einmal Revanche angekündigt, nachdem das Hinspiel mit 0:3 verloren ging und der Elf vom Weinberg die erste Enttäuschung bereitete. Inzwischen haben sich die Neudrossenfelder aber im Mittelfeld festgesetzt, auch wenn das Fünf-Punkte-Polster auf den Relegationsplatz in der unberechenbaren Bayernliga alles andere als ein Ruhekissen ist. Aber nach dem Heimerfolg gegen Weiden blickten die Grünweißen auch mit dem nötigen Schuss Zuversicht auf die letzte Partie des Kalenderjahres auf heimischen Platz und wollten noch einen gelungenen Abschluss schaffen. Personell konnten die Gastgeber wieder auf Neuzugang Oskar Stechl nach dessen Schulterverletzung zurückgreifen, der erneut auf der linken Abwehrseite auflief.
Krummes Duell: Sam Zander (li.) gegen Josef Ziegler.
Hans Wunder
Die Gäste waren gleich hellwach. Als Selim Mjaki mit seinem Schrägschuss verfehlte, waren erst wenige Minuten gespielt. So richtig gefährlich wurde es dann nach einer Viertelstunde. Erst landete ein einheimischer Rückpass in den Füßen eines Gästestürmers, der aber zu unentschlossen war und dann verzog erneut Selim Mjaki aus halbrechts nur knapp. "Ich finde, dass wir in der ersten Hälfte deutlich besser waren und gute Chancen hatten", meinte Gästecoach Sven Zurawka. "Kein Risiko", mahnte indessen sein Gegenüber Trainer Andreas Baumer seine Schützlinge nach so manch gefährlichem Rückspiel. Neudrossenfeld war zunächst nur bei einer feinen Hereingabe von Mikel Seiter am Drücker, doch weder Anton Makarenko noch Oskar Stechl konnten das Leder kontrollieren bzw. fanden die Lücke. Mit der Zeit konnten die Gastgeber die Partie zwar etwas ausgeglichener gestalten, ohne jedoch das Gästetor merklich unter Druck zu setzen. Auf der anderen Seite blieb Mjaki gefährlich, fand bei seinem Schuss auf das kurze Eck in Keeper Tobias Grüner seinen Meister. Die beste TSV-Chance im ersten Abschnitt verzeichnete dann Anton Makarenko, der einen Seiter-Flachpass über den Kasten setzte. Fast im Gegenzug dann die Neumarkter Führung. Nach einer energischen Aktion tauchte Selim Mjaki frei am Fünfereck und markierte per Aufsetzer das 0:1 (42.). Die Gastgeber probierten vor der Pause noch einmal alles aber ein erfolgversprechende Abschluss blieb ihnen verwehrt
Gegen Übermacht durchgesetzt: Routinier Anton Makarenko (in grün).
Hans Wunder
Der gute Wille war den Neudrossenfeldern nach dem Seitenwechsel schnell anzumerken. Im zweiten Abschnitt wurde der eingewechselte Bas Peters durch einen Kopfball eines Verteidigers unfreiwillig bedient, aber der Referee entschied zum Unmut der Hausherren auf Abseits. Nicht die einzige Szene, in der sich der Schiedsrichter den Zorn der Einheimischen zuzog. Doch die Baumer-Elf blieb dran, leistete sich aber im Spielaufbau immer wieder Ungenauigkeiten und damit leichte Ballverluste. "Wenn du den Ball aus fünf Metern nicht anbringst, kannst du nicht gewinnen", verzweifelte Andreas Baumer. Freilich blieben Möglichkeiten nicht aus, aber die Kugel für Oskar Stechl war schwer zu kontrollieren, als er im vollen Lauf in den Strafraum eindrang. "Nach der Pause hatten wir viel Druck, konnten aber zweimal sehr gut kontern. Aber wir haben letztlich auch sehr gut verteidigt", freute sich der Neumarkter Trainer. Immerhin war es erneut Torschütze Selim Mjaki, der mit seinem abgefälschten Schuss aus zehn Metern Keeper Tobias Grüner prüfte. Danach musste seine Mannschaft aber prickelige Phasen überstehen. Doch Marin Hrgota verpasste den Kasten nach einer Ecke um Haaresbreite und Michael Sauerstein zielte aus 17 Metern von der Strafraumgrenze etwas zu ungenau. Aber die Gäste blieben eiskalt - Selim Mjaki flankte bei einem Entlastungsangriff auf den eingewechselten Elias Schumm und gegen dessen Kopfball zum 0:2 (65.) war kein Kraut gewachsen. Anschließend sah dessen Kollege Marlon Misetic den roten Karton, als er einen Angriff als letzter Mann mit der Hand stoppte. Aber Joker Simon Lang schaffte mit seinem Schlenzer sogar das 0:3 (77.). Am Ende belohnten sich die Neudrossenfelder zumindest mit dem Ehrentreffer - Marvin Herath hämmerte volley zum 1:3 (90.) ein.
Oskar Stechl (li.) legt zu weit vor.
Hans Wunder
Natürlich würde sich die Baumer-Elf ungern mit einer Niederlage verabschieden. Doch ob nächste Woche in Würzburg noch gekickt werden kann, erscheint mehr als ungewiss. Neumarkt hat mit dem Sieg die Tabellenführung erobert und hat jetzt noch das Derby gegen Weiden voir der Brust.
Spielbericht eingestellt am 29.11.2025 18:23 Uhr