Alles war angerichtet für einen letzten Tanz im Stadion Grüne Au, bevor die Bagger anrollen und in den kommenden zwei Jahren mit Sanierungsarbeiten für einen neue Heimstätte der SpVgg Bayern Hof sorgen. Trotz widriger Platzverhältnisse, bei denen das Geläuf auf der Tribünenseite im Schatten noch gefroren war, entschied das Schiedsrichtergespann die Partie anzupfeifen - was zunächst wohl auch bei den Gästen für Kopfschütteln sorgte. Die Hofer Bayern wollten mit einem Sieg an die 30-Punktemarke, auch um sich etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Selbes plante auch die Truppe um Gästecaoch Dominic Rühl, der die Mannschaft seit sieben Wochen unter seinen Fittichen hatte und schon deutlich stabilisieren konnte. Vor über 500 Zuschauern, hatten somit beide Teams das gleiche Ziel, wobei gerade die DJK Gebenbach nach dem 1:7-Debakel im Hinspiel, noch die größere Rechnung offen hatte.
Alexander Moratz (li.) musste seinen Ganzen Körper gegen den wendigen Paul Tittman einsetzen.
Maik Schneider
Das Stadion Grüne Au war ein letztes Mal ordentlich gefüllt. Über 500 Zuschauer fanden sich zum letzten Tanz, vor dem großen Umbau im Wohnzimmer der Hofer Bayern ein. Und die Hausherren wollten es gleich zu Beginn der Partie noch einmal wissen, hatten in den ersten fünf Spielminuten, zwei richtig gute Chancen zur Führung. Zunächst setzte sich Paul Tittmann auf der linken Außenbahn durch und spielte von der Grundlinie in den Rückraum. Dort kam Lucas Seidel frei zum Abschluss, verfehlte das kurze Eck jedoch knapp. Kurz darauf versuchte es Niklas Stadelmann ebenfalls von der Grundlinie, mit einem Pass in den Rückraum. Dort fand dieser Maximilian Weiß, der von der Strafraumgrenze das lange Eck anvisierte, aber auch er verfehlte das Ziel nur um Zentimeter. Die Gäste brauchten etwas Zeit um sich mit den Verhältnissen in der Saalestadt anzufreunden. Dabei bekam DJK-Kapitän Timo Kohler die erste Möglichkeit, vertendelte jedoch das Spielgerät und ging in aussichtsreicher Position leer aus. Auch aus der Distanz versuchte es Kohler nur wenige Minuten später, setzte den Schuss aber zu hoch an. Die Hofer Bayern übernahmen im letzten Spiel des Jahres kurz darauf wieder das Kommando und spielten mit einem schönen Seitenwechsel Lucas Seidel frei. Der Hofer, welcher noch im Hinspiel noch mit vier Toren Glänzte, scheiterte mit seinem Schlenzer jedoch am langen Eck. In der Folge verflachte die Partie Zusehens, auch weil die Gäste nun in der Defensive deutlich stabiler und sortierter auftraten. Zwar versuchten die Hausherren immer wieder durch schnelles Direktpassspiel eine Lücke zu finden, doch bis kurz vor dem Pausenpfiff blieben diese Versuche harmlos. Als Kaan Gezer, DJK-Keeper Lukas Völlger unter Druck setzte und dieser über den Ball schlug, ergab sich eine schnelle Eckballvariante. Die setzte aber erneut Lucas Seidel knapp neben das fast verwaiste Gebenbach-Tor. So ging es torlos in die Pause.
Lucas Seidel (li.) lief nicht nur einmal seinem Gegenspieler Jonas Schwindl davon.
Maik Schneider
Auch nach dem Wechsel, den beide Mannschaften unverändert begannen, zeigte die Hofer Bayern erneut ihre Stärke. Zielstrebig ging es im Umschaltspiel nach vorne und so hatte Paul Tittmann die erste Möglichkeit nach Wiederanpfiff. Nach starkem Solo konnte der Schuss des Hofer Jungspundes gerade noch geblockt werden. Den zweiten Versuch hatte Maximilian Weiß auf dem Fuß, doch auch der Schuss des Mittelfeldmotors konnte von der Abwehrreihe geklärt werden. Die Bayern waren nun am Drücker und belohnten sich nach knapp einer gespielten Stunde. Wieder war es der agile Paul Tittmann der das Tempo anzog, jedoch erneut geblockt wurde. Und wieder war es Maximilian Weiß, der nachsetzte und diesmal wuchtig aufs lange Eck einschießen konnte. Die Hofer Bayern führten und das verdient. Die Antwort der Gebenbacher Ersatzbank - Trainer Dominic Rühl wechselte gleich drei Mal. Noch während man sich auf der Grünen Au über die Zuschauerzahl von 530 zahlenden Gästen freute, zappelte der Ball plötzlich im Hofer Netz. Zwanzig Minuten vor dem Ende sorgte Jonas Schwindl mit seinem ersten Saisontor für die Wende. Der Distanzschuss aus gut 25 Metern setzte vor Bayern-Keeper Lukas Kycek auf, versprang dabei so untypisch dass der Schlussmann der Hofer keine Chance hatte diesen zu parieren. Glück für die Gäste, die dadurch den zweiten Wind bekamen. Zwar versuchten die Hausherren zu Antworten, doch diesmal hatten Maximilian Weiß mit seinem Distanzschuss eben nicht das nötige Quäntchen Glück. Ganz im Gegenteil die DJK. Kurz vor dem Ende setzte Leon Brendl einen Schlenzer ins lange Eck und sorgte damit für den Lucky Punch auf der Grünen Au, oder doch nicht?! Die Hofer Bayern waren bekannt für späte Tore, doch diesmal machten es die Gäste, die extrem Effektiv - quasi in bester Hofer Manier, die Schwarz-Gelben mit ihren eigenen Waffen schlugen. Denn einen letzten Konter nutzte Fatih Boynügrioglu zur Entscheidung.
Jonas Schwindl (re.) versuchte sich Hüseyin Durkan in den Weg zu stellen.
Maik Schneider
Die Hofer verlieren damit ihren Abschied von der alten, Grünen Au. Dabei wurden Erinnerungen an die letzten Jahre wach, als man 2023 in der Nachspielzeit einen Gegentreffer hinnehmen musste und die Partie verlor. Im Jahr 2024 in der Nachspielzeit einen Strafstoß zum möglichen Ausgleich vergab. Dennoch hofft Trainer Henrik Schödel auf einen Abschied mit Punkten, wenn es am kommenden Wochenende zum SC Eltersdorf geht. Das Hinspiel gewannen die Hofer überraschen und wollen nun auch in der Fremde etwas zählbares mitnehmen.
Für die DJK Gebenbach steht am kommenden Samstag das letzte Heimspiel auf dem Programm und auch Oberpfälzer wollen noch einmal punkten. Gegen den ATSV Erlangen, der nur drei Zähler in der Tabelle vor den Rühl-Schützlingen steht, ist das Vorhaben nicht vergeblich.
Spielbericht eingestellt am 22.11.2025 20:00 Uhr