Mit gemischten Gefühlen waren die Stadelner und Kornburger in die Saison gestartet, der FSV feierte einen 2:0-Sieg im Eröffnungsspiel in Eltersdorf, der TSV kassierte spät den 1:1-Ausgleich im Derby gegen Großschwarzenlohe. An die vierstellige Kulisse von den jeweiligen ersten Auftritten sollte das Duell am Kronacher Wald am Samstag zwar nicht herankommen, dennoch wollten 650 Zuschauer die Bayernliga-Heimspielpremiere der Stadelner sehen.
Die Kornburger Gäste um Neuzugang Nico Moos (l.) hatten im ersten Durchgang ihre Mühe, das Stadelner Offensivspiel in den Griff zu bekommen.
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Mit dem aus dem Aufstieg und Auftaktspiel gewonnenen Selbstvertrauen traten die Stadelner von Beginn an auf und kamen durch Marco Weber auch gleich zu einem ersten Abschluss per Kopf. Nachdem Stadelns Neuzugang Rukiqi unglücklich auf die Schulter gefallen war, und später dann auch ausgewechselt werden musste, war die Partie, die der ehemalige Bundesliga-Schiri Benjamin Cortus leitete, kurzzeitig unterbrochen und rechter Schwung sollte nicht reinkommen. Die Strafraumszenen blieben zunächst aus. Sauer schoss zu zentral aufs FSV-Tor, sodass Akbakla sicher parieren konnte (13.). Bei Kussmanns Abschluss im Fallen hatte der Stadelner Keeper auch keine Mühe (21.). Der erste echte Aufreger folgte in der 25. Minute, als Kornburgs Schuster beim Klärungsversuch im Strafraum Pulkrabek traf und folgerichtig einen Elfmeter produzierte. Den Strafstoß verwandelte Weber gewohnt souverän zum 1:0 (26.). Drei Minuten später legten die Stadelner nach: Weber war auf Höhe der Mittellinie gefoult worden, der Vorteil lief über links, Pulkrabek legte ab für Ahmed, der sehenswert zum 2:0 per Volleyschuss traf. Stadeln näherte sich der nächsten Überraschung. Und auch wenn Kornburg durch einen Flachschuss von Klaus nur knapp den Anschluss verpasste (42.), war es unterm Strich eine enttäuschende Halbzeit der hochgehandelten Nürnberger.
Angeführt von den beiden Torschützen und Strippenziehern Salim Ahmed (l.) und Marco Weber (3.v.l.) legte der Aufsteiger aus Stadeln eine starke erste Halbzeit hin.
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Zwei Wechsel nahm TSV-Trainer Baumgart zur Pause vor, Herzner rückte für Sauer ins Sturmzentrum, Neuerer ersetzte Gündling und Götz spielte fortan offensiv auf rechts. Es dauerte nicht allzu lange und es zeigte sich, dass die Umstellungen fruchten würden. Zunächst gab Kestel noch zwei Warnschüsse auf und über das Tor ab (52., 54.), dann folgte schon der Anschlusstreffer, als Neuerer über rechts ins Zentrum passte, wo Herzner in Torjägermanier zustach (56.). Diskutabel war dann freilich die Entscheidung, die zum Ausgleich führen sollte, als Cortus bei einem Kornburger Schuss ein Handspiel von Weber erkannt haben wollte. Götz nahm die Chance gerne an und ließ Akbakla vom Elfmeterpunkt keine Chance (60.). Der Doppelschlag saß und das Spiel ging weiter nur in eine Richtung. Kussmanns Schuss landete abgefälscht neben dem Tor (69.). Dann tankte sich der auffällige Klaus über links gekonnt durch, seine Ablage fand im Strafraum Götz, der die erstmalige Führung markierte (75.). Ein Treffer, den man wahrlich nicht alle Tage sieht, entschied die Partie vorzeitig: Der frisch eingewechselte Schmid wurde von Hering beim Befreiungsschlag so angeschossen, dass der Ball mit reichlich Drall aus gut 20 Metern im Bogen vorbei an Akbakla im Netz landete. Stadeln war damit endgültig der Stecker gezogen, Kornburg hatte aber noch Lust, hatte die Spielfreude wieder entdeckt und traf nach einem Eckball in der Nachspielzeit noch einmal durch Herzner zum 2:5-Endstand.
Nach seinem kuriosen Treffer zum vorentscheidenden 4:2 konnte sich Jonas Schmid ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen und holte sich die Gratulation von Mitspieler Laurin Klaus (l.) ab.
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Unterm Strich steht ein verdienter, am Ende sicher zu deutlicher Sieg des TSV Kornburg. Und es steht die Frage für den weiteren Saisonverlauf, wie es um die Leistungsstärke dieser beiden Mittelfranken aussieht. Nach dem famosen Sieg in Eltersdorf und einer starken ersten Hälfte gegen Kornburg bekam der Aufsteiger nach dem Seitenwechsel erstmals seine Grenzen in der Bayernliga aufgezeigt. Die Niederlage gegen ein ambitioniertes Team der Liga ist freilich kein Beinbruch, könnte lehrreich sein, am Freitag geht es schon weiter mit dem Aufsteigerduell in Coburg. Kornburg ist am kommenden Spieltag spielfrei, bekommt es dann hintereinander in Liga und Pokal mit Jahn Regensburg (zunächst bei der U21, dann kommen die Profis) zu tun. Kann man an die starke zweite Hälfte anknüpfen, gehört der TSV sicher zu den Schwergewichten der Liga, leistet man sich Auftritte wie im ersten Durchgang, ist das maximal Mittelmaß.
Spielbericht eingestellt am 26.07.2025 17:05 Uhr