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Artikel veröffentlicht am 30.11.2018 um 08:00 Uhr
Speers Wohlfühloase in Wendelstein: "Früher hätte ich die Kabinentür aufgefressen!"
In den mittelfränkischen Kreisligen kann derzeit der FC Dombühl in der Frankenhöhe den größten Vorsprung auf Rang zwei verbuchen (14 Punkte voraus), der FC Ottensoos (Kreisliga 2 Erlangen/Pegnitzgrund) gab mit nur zwei Remis die wenigsten Punkte ab und ist neben dem FC Wendelstein als einziger Kreisligist noch ungeschlagen im laufenden Spieljahr. Die Geschichte der Wendelsteiner bleibt dennoch besonders.
Von Marco Galuska
Wendelsteins Trainer Andreas Speer.
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Seit mittlerweile 28 Spielen in der Liga wurde die Truppe von Trainer Andreas Speer nicht mehr besiegt. Doch eine Niederlage gab es eben doch im Kalenderjahr 2018 - und diese kostete den Aufstieg in die Bezirksliga. "An dem Tag hat auch alles zusammengepasst: einer meiner Studenten ist mit dem Flixbus falsch ausgestiegen, mein Kapitän war verletzt und dann hat Hilpoltstein einfach auch richtig gut gespielt", blickt Speer zurück auf den 13. Juni 2018, an dem die Aufstiegsträume des erst 2017 gegründeten FC Wendelstein mit einem 0:4 im Relegationsspiel platzten.

"Aber vielleicht war das auch gut so, wie es gelaufen ist. Wir haben uns geschüttelt und gesagt, dass wir es diesmal direkt packen wollen.
" Das Vorhaben der Speer-Truppe scheint mit einem Vorsprung von satten 13 Punkten auf den SV Unterreichenbach äußerst komfortabel. Und auch wenn Speer einerseits sagt: "Wenn wir das noch hergeben, kann ich mich gleich selbst entlassen!" So warnt der langjährige Coach des SC Eltersdorf vor Überheblichkeit: "Aktuell haben wir noch nichts erreicht. Wir müssen auf der Hut sein und weiter die Beständigkeit zeigen, die wir in dieser Saison demonstriert haben."

Christopher Bauer
fussballn.de
Die beste Abwehr und den besten Sturm stellt der Tabellenführer aus Wendelstein. Vorne verdient sich der Ex-Moorenbrunner Christopher Bauer nicht allen wegen seiner elf Treffer ein besonderes Lob seines Trainers: "Das ist ein echter Typ, ein Mittelstürmer, der wegen seiner Meisterschule zwar nicht regelmäßig mit der Mannschaft trainieren kann, dafür aber dann auch individuell trainiert. Eigentlich müsste er sogar schon bei 25 Toren stehen, denn er hat noch viel mehr drauf!"

Andre Doffin
Udo Pesteritz
In der Defensive hat sich die Rückkehr von André Doffin vom TSV Kornburg in der Innenverteidigung bezahlt gemacht. Daneben verdient sich Youngster Jonas Andert, der aus der JFG kommt, ein Sonderlob. Nur im Tor, da gibt es noch eine gewisse Baustelle, wie Speer scherzhaft anfügt. Denn nach Stammkeeper Martin Tschinkel ist der 54-jährige Coach derzeit die Nummer zwei. "Wir sind ja beide nicht ganz frisch, wenn wir dann im Trainingsspiel im Kasten stehen, will jeder gewinnen. Da muss ich mich dann schon ein bisschen zurücknehmen. Der Ehrgeiz ist immer noch da, aber früher hätte ich die Kabinentür aufgefressen, wenn ich ein Trainingsspiel verloren habe!

Die Jubelpose, wie in Eltersdorfer Zeiten, gehört für Andi Speer in Wendelstein nach 28 Ligapartien ohne Niederlage weiter zum Repertoire.
anpfiff.info

Zweimal über 90 Minuten musste der Tschinkel-Ersatz in dieser Saison ran. Dass der Mittfünfziger Speer noch immer ein guter Rückhalt ist, wirkt sich beruhigend auf das Team aus: "Die Jungs haben jetzt keine Panik versprüht, weil der Trainer im Tor steht." Dennoch ist der Ausnahme-Torwart früherer Tage auf der Suche nach einem jungen Keeper. "Das ist unser einziges Manko!"

Ansonsten kann der Übungsleiter, der vor fast vier Jahren in Wendelstein auf seiner Tour mit dem Rennrad beim kriselnden TSV Wendelstein vorbei kam, auf eine tolle Entwicklung blicken. Aus dem TSV wurde in Verbindung mit dem TSV Röthenbach bei St. Wolfgang die "FG Wendelstein", die sich vor zwei Jahren den Titel "Meister der Herzen" in der Kreisliga holte, das Aufstiegsrecht an den SC Großschwarzenlohe abtreten musste. Seit der vergangenen Saison spielt man - aufstiegsberechtigt - als FC Wendelstein und beobachtet auch den Werdegang des letztjährigen Meisters BSC Woffenbach, der nun wie schon Groß'lohe den Durchmarsch in die Landesliga packen könnte. "Das zeigt schon, dass die Liga nicht so schlecht ist!"

Und auch wenn der vom Ex-Profi Christian Eigler gecoachte Tabellenzweite aus Unterreichenbach "eine richtig gute Truppe" aufzubieten hat, wollen die Wendelsteiner sich die Meisterschaft nun nicht mehr nehmen lassen. Es wäre für Speer auch zugleich eine vorläufige Krönung; und logische Konsequenz - denn "aktuell sind die richtigen Leute am richtigen Ort. Da macht das Arbeiten Laune!"

Das ruhige Arbeiten im Verein mit einer hoch motivierten Mannschaft weiß Speer mittlerweile extrem zu schätzen. "Ich habe auch viel Lehrgeld in meiner Zeit nach Eltersdorf gezahlt. Nun habe ich bald 500 Spiele als Trainer auf dem Buckel, da weiß man die Dinge schon genauer einzuschätzen!"

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Hintergründe & Fakten

Personendaten
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Tabelle KL NM/Jura Nord

1. FC Wendelstein 16 41:12 40 
2. SV Unterreichenbach 16 29:17 27 
3. TSV Wolfstein 16 23:17 26
4. Henger SV 16 28:24 26

Trainerstationen A. Speer

18/19
Wendelstein
 
17/18
Wendelstein
 
16/17
FG Wendelstein
 
15/16
Wendelstein
 
14/15
Wendelstein
 
14/15
BAYL
 
13/14
BAYL
 
12/13
BL
 
11/12
BL
 
11/12
LL
 
10/11
LL
 
10/11
LL
 
09/10
LL
 
08/09
LL
 
07/08
LL
06/07
LL
 
05/06
LL
 
04/05
LL
 
03/04
LL
 
02/03
LL
 

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