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Artikel veröffentlicht am 13.03.2018 um 07:00 Uhr
"Oldie" Schulik lässt Amberg hoffen: Ein Viererpack als Lebenszeichen
Beim FC Amberg reihten sich die Hiobsbotschaften in jüngerer Vergangenheit aneinander. Interne Querelen und finanzielle Probleme sorgten dafür, dass der Verein nicht nur an Reputation, sondern auch Spieler verlor. Derzeit stehen die Oberpfälzer zwar immer noch am Ende der Bayernliga Nord, am Samstag aber sendete der mit Abstand älteste Spieler im Team, Goalgetter Sebastian Schulik, ein bemerkenswertes Lebenszeichen.
Von Marco Galuska
anpfiff.info
Zehn Jahre über den Altersdurchschnitt

31 Jahre wurde Sebastian Schulik zum Jahresende 2017 alt, in den meisten Mannschaften würde er damit zwar auch im Abschlussspiel "bei den Alten" mitwirken, doch beim FC Amberg liegt er damit gleich stolze zehn Jahre über den Altersdurchschnitt. "Unser Torwart ist zumindest Ende zwanzig, unser Kapitän Jan Fischer ist 25, alle anderen sind eigentlich erst frisch aus der Jugend gekommen. Das ist Fluch und Segen. Es macht Spaß mit den Jungs und ist ja generell ein gutes Zeichen, andererseits fehlt natürlich auch die Erfahrung", so Schulik.

Als Torschützenkönig wurde Sebastian Schulik im Aufstiegsjahr des SC Feucht 2015 mit 38 Treffern ausgezeichnet vom Sport Shop Fischbach um Daniel Möller (links).
fussballn.de

Die Erklärung, warum Schulik mittlerweile mit Abstand der Älteste im Team ist, ergibt sich durch den Umbruch, den der FC Amberg im Sommer bereits erlebte. "Die Situation im Verein war nicht klar, es gab interne Probleme, finanziell mussten Abstriche gemacht werden. Da haben gerade die erfahrene Spieler dann Angebote andere Vereine angenommen."

"Hab dem Verein noch etwas zurückzugeben"

Für den Torjäger kam ein Wechsel trotz vorhandener Angebote im vergangenen Sommer oder auch jetzt im Winter nicht in Frage. "Ich bin letzte Saison praktisch komplett ausgefallen, musste an der Leiste operiert werden und habe dem Verein einfach noch etwas zurückzugeben, daher habe ich gesagt, dass ich die Saison trotz aller Probleme durchziehen werde", so die bemerkenswerte Einstellung des 2016 vom SC Feucht gekommenen Stürmers.

Auch in der Halle holte sich Sebastian Schulik schon die Torjägertrophäe, vor allem aber traf er für den SC Feucht draußen fast wie am Fließband.
Sebastian Baumann

Obwohl im Winter weitere Abgänge zu verzeichnen waren - beispielsweise Kevin Kühnlein das Angebot des VfB Eichstätt aus der Regionalliga angenommen hatte - spielten die Amberger eine ordentliche Vorbereitung, in der Schulik schon gut traf.

Traumhafter Start aus der Winterpause

Dass es dann beim Punktspielstart in Sand am vergangenen Samstag dermaßen gut für ihn laufen würde, war aber freilich nicht abzusehen. 4:3 gewann der FC Amberg. Alle vier Tore schoss Sebastian Schulik. "Eigentlich hatte ich auch gar nicht viel mehr Chancen in dem Spiel, aber die Dinger sind diesmal reingegangen. Es gibt aber auch andere Spiele, da geht das nicht so gut. Wichtig war, dass wir das Ergebnis über die Zeit gerettet haben, denn Sand hat schon ordentlich druck gemacht." Auch wenn die früheren Kameraden, gerade aus Feucht, sich "an alte Zeiten" erinnert fühlten und ihm zum Viererpack gratulierten, so gibt sich Schulik gewohnt zurückhaltend. "Es ist schön, dass ich zum ersten Mal vier Tore in der Bayernliga geschossen habe, aber es ist jetzt nichts Dramatisches passiert. Es ist der Job für die Mannschaft, dass ich als Stürmer Tore schieße, und es geht nur, wenn man im Kollektiv dafür arbeitet."

In der Regionalliga stürmte Sebastian Schulik für den SC Eltersdorf.
Sebastian Baumann

Drei Aufstiege als Mösles Neuzugang


Als Teamplayer erlebte Schulik vor allem beim SC Feucht seine "erfolgreichste Zeit". Unter Trainer Klaus Mösle stieg er mit den Feuchtern zweimal und beim SV 1873 Süd einmal auf - ausgerechnet "immer in der Saison, in der er mich geholt hat", erklärt Schulik die Kuriosität seiner Beziehung zu Coach Mösle.

DJK Bayern und SV 1873 Süd sind leider Geschichte

Mit Wehmut blickt der Nürnberger auf seine fußballerischen Anfänge zurück. Elf Jahre spielte er bei der DJK Bayern, dann kam der Sprung zu den Südern. Dass es beide Vereine mittlerweile nicht mehr gibt, schmerzt. "Bei DJK Bayern war es leider abzusehen, dass schlecht gewirtschaftet wurde. Das war dann eine Frage der Zeit. Dass es die Süder auch nicht mehr gibt, ist wirklich sehr sehr schade, das war eine tolle Zeit, eine super Adresse mit toller Jugendarbeit. Ich bin neulich mit dem Zug vorbei gefahren und hab gesehen, dass da vieles schon abgerissen ist. Das ist wirklich bitter, dass so ein Traditionsverein nicht mehr da ist."

Klassenerhalt bleibt das Ziel

Den Blick voraus richtet Schulik nun erst einmal auf den kommenden Samstag, wenn die 2. Mannschaft des FC Schweinfurt zum absoluten Kellerduell zu Gast ist. "Wir sind in einer schwierigen Situation, aber ich bin grundsätzlich positiv gestimmt, weil wir uns der Lage bewusst sind. Wir müssen als Kollektiv das Beste aus der Lage machen, dann können wir die Klasse auch halten." Sollte Schulik seiner zuletzt auf einen Schlag verdoppelten Torbilanz weitere Treffer anhängen, könnte der "Oldie" mit seinen Jungs noch einen versöhnlichen Saisonabschluss schaffen.

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Tabelle Bayernliga Nord

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
10
22
41:48
29
11
22
38:42
28
12
20
42:35
24
13
21
28:50
23
14
24
27:43
20
16
21
27:47
18
17
22
23:41
18
18
22
26:48
15
Direkter Vergleich bei Punktgleichheit

Spielstenogramm

Tore: 0:1 Schulik (9.), 0:2 Schulik (14.), 1:2 Bechmann (31., Wagner), 2:2 Gonnert C. (60.), 2:3 Schulik (77.), 2:4 Schulik (81.), 3:4 Leim (86., Steinmann)
Gelbe Karten: Gundelsheimer (33.), Bechmann (34.), Schmitt D. (81.) / Spieß (26.), Popp (44.), Helleder (50.)
Zuschauer: 200 | Schiedsrichter: Simon Marx (Germania Großwelzheim)

Spielerstationen S. Schulik


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