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Artikel veröffentlicht am 02.10.2017 um 14:56 Uhr
Umstrittene Platzverweise: ASV Vach fühlt sich verschaukelt
In doppelter Unterzahl musste der ASV Vach am Sonntag beim TSV Lengfeld in der Nachspielzeit den Gegentreffer zum 1:1-Endstand hinnehmen. Dass man sich bei der Entstehung des Ausgleichs alles andere als taktisch geschickt verhielt, Möglichkeiten zur Vorentscheidung zuvor vergab, steht auf einem Blatt, andererseits müssen die Vacher auch die Leistung des Schiedsrichters thematisieren.
Von Marco Galuska
Rico Röder kassierte den ersten umstrittenen Platzverweis.
fussballn.de
Die Partie in Lengfeld begann mit einer ersten strittigen Situation in der Anfangsminute, als Zametzer gleich von drei TSV-Spielern im Strafraum attackiert wurde, die Pfeife des Unparteiischen aber stumm blieb. Auch wenn die Vacher ein klares Foulspiel sahen, kann man noch gewissermaßen Verständnis aufbringen, ist ein Elfmeter in der 1. Spielminute doch eher eine Seltenheit im Fußball.

Kein Verständnis gab es dann aber für die weitere Spielleitung des Unparteiischen, der erstmals ein Spiel der Vacher leitete. "Wir hatten den Schiri bislang noch nie. Ich kann mir auch nicht erklären, wieso da von Anfang an mit zweierlei Maß gemessen wurde", ist Abteilungsleiter Jürgen Walthier verwundert.

Und mit dieser Einschätzung steht er nicht alleine da, wie mehrere Beobachter belegen. Gerade die Verteilung persönlicher Strafen war schon im Laufe des Spiels augenscheinlich unausgewogen. Der TSV Lengfeld hatte nach Sicht der Vacher einen großzügig interpretierten Spielraum durch den Unparteiischen - wie beispielsweise bei einem überharten Foul an Konrad im ersten Durchgang.

Jubel nach dem Vacher Führungstor.
Jürgen Walthier

Jener Konrad war es dann in der 74. Minute, der nach einem tollen Solo die Führung markierte. Kurz darauf hätte Benes auf 2:0 erhöhen müssen. Auch eine Kontersituation in Überzahl spielten die Vacher schlecht aus: Haas spielte zu spät auf Rico Röder, was dieser seinem Mitspieler auch sagte.

Doch für "spiel doch früher" kassierte der bereits verwarnte Rico Röder zum Erstaunen aller die Ampelkarte. Nachdem dann Ricos Brüder Sammy gefragt hatte, wieso der Platzverweis gegeben wurde, kassierte er selbst die Rote Karte (88.). Sogar Spieler der Hausherren versicherten, dass die Hinausstellung alles andere als gerechtfertigt war.

"Der Spielleiter von Lengfeld hat sich nach dem Spiel bei mir ja entschuldigt. Er kann ja nichts dafür, aber das zeigt auch, was da gestern los war", so Walthier.

Einen mindestens faden Beigeschmack hatte der doppelte Röder-Platzverweis auch dadurch, dass ein Spieler der Gastgeber nach dem Spiel die Vacher verwundert fragte, warum der Schiri denn die beiden Röders schon zu Beginn des Spiels ins Visier genommen hatte.

Der späte Ausgleichstreffer der Hausherren.
Jürgen Walthier

Die Krönung im negativen Sinn war dann freilich der Ausgleich. Wobei die Vacher hier vor allem sich an die eigene Nase fassen: "Da müssen wir uns cleverer verhalten. Den Ball einfach wegschießen und keinen Konter mehr fangen."

Dass die Nachspielzeit bis zum Ausgleich mit fünf Minuten weit über dem erforderlichen Maß lag, man auch ein Foulspiel an Kohl hätte geben können, sei nur am Rande notiert. Letztlich war es eine ganz bittere Punkteteilung für den Tabellenzweiten, die wohl nicht nur eigenverschuldet war.

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Spielstenogramm

Tore: 0:1 Konrad (73.), 1:1 Mikic (90.)
Gelbe Karten: Popp (31.), Grod (77.), Mikic (90.+3) / Benes (38.), Hufnagel (45.), Röder R. (45.) | Gelb-rote Karten: - / Röder R. (88.) | Rote Karten: - / Röder S. (88.)
Zuschauer: 150 | Schiedsrichter: Björn Schumann (Verein nicht bekannt) 5,0


Tabelle Landesliga Nordwest

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
1
12
37:11
29
2
12
32:15
26
4
12
14:15
23
6
12
21:15
19
Direkter Vergleich bei Punktgleichheit

Last-Minute-Treffer LL NW


Meiste Platzverweis LL NW

3
In Klammern: gelb-rote Karten | rote Karten


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