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Artikel veröffentlicht am 09.11.2016 um 15:24 Uhr
Sportplatz Original - Rudolf Hufler: Wer Yul nicht kennt, kennt den Nürnberger Fußball
An einem lauen Frühlingstag vor über 70 Jahren erblickte Rudolf Hufler das elektrische Licht der Welt. Rudolf? Wer? Seinen richtigen Namen kennen nur die wenigsten - sein markantes Gesicht dafür umso mehr und mit seinem Spitznamen ist "der Yul" vom SV Wacker Nürnberg auf den Sportplätzen seit Jahrzehnten bestens bekannt.
Von Thomas Reidl

Thomas Reidl beschreibt das Sportplatz Original für seinen SV Wacker:

Um zu erklären, wieso Rudolf Hufler nicht etwa "Rudi", sondern "Yul" gerufen wird, dafür muss man ein wenig ausholen - oder ganz einfach nach "Yul Brynner" googeln. Denn irgendwann in den wilden Sechzigern, im Fernsehen gab's noch den Beatclub und Bonanza, machte jener großartige Schauspieler von sich reden. "Die glorreichen Sieben" oder "Die zehn Gebote" waren nur zwei Filme der Karriere des Yul Brynner.


Während der Filmstar irgendwo im fernen Hollywood an seiner Karriere bastelte, gab es zur gleichen Zeit im nahen Eibach einen Typen, der sah dem großen Yul zum Verwechseln ähnlich. Vor allem die Frisur musste der große Yul unserem Rudi abgeschaut haben. Im Gegenzug hat der dafür seinen Namen übernommen und kam so es zu seinem Spitznamen.


Seit über 50 Jahren ist Rudi, oder vielmehr Yul, schon beim SV Wacker. Er spielte in der Ersten und Zweiten, danach in der AH. Als robuster Abwehrspieler oder fangsicherer Torwart brachte er seine Gegenspieler regelrecht zur Verzweiflung.


Nach seiner aktiven Laufbahn machte er dann Karriere als Spielleiter der Vollmannschaften. Nachdem er in den 80er Jahren schon zwei Jahre tätig war, hängte er von 1991 bis 2001 noch ein paar Jahre dran. Auf- und Abstiege waren da schon einige dabei. Man erinnert sich aber auch an die eine oder andere Tombola, die Yul als Spielleiter zu Weihnachten organisierte. Angesichts seiner "Haarpracht" verwunderte es immer wieder, dass seine Gewinne hauptsächlich aus Shampoo und Haarspray bestanden. Doch so war es!


Wie soll es auch anders sein, seinen Bekanntheitsgrad erlangte er aber vor allem für seine markigen Sprüche in der dritten Halbzeit. Wenn er eine Anekdote mit den Worten "Des wissd ihr ja alle goar ned" anfing, mussten die Zuhörer schon grinsen, lauschten aber gebannt seinen Worten. Das Ende wurde meistens mit lautem Lachen quittiert oder mit einem freundschaftlichen Schulterklopfen honoriert.


Legendär auch jene Geschichte, als er im polnischen Zakopane in der Hohen Tatra einst mit Wimpi, einem weiteren Wacker-Original, zusammen Urlaub gemacht hatte. Nach einer Wanderung kamen sie zurück ins Hotel. Es war ziemlich neu und die Kellner hatten nun mal keine Ahnung vom Bierzapfen. Kurzer Hand stellten sich die Beiden hinter den Tresen und zapften für die anderen Gäste das Bier - und für sich, die beiden Aushilfskellner vom SV Wacker, an diesem Abend Freibier.  


Da Yul kein Kostverächter ist, hat er seine Wackeraner auch immer mit Schinken und Spargel versorgt. Ein kleines Schmunzeln kam immer über unsere Lippen als er über sein Schafkopfspielen auf der Hütte erzählte. "Do hob i fei bloß Wenz'n gschpielt".


Selbst beruflich konnte er nicht vom Fußball loslassen. Als Platzwart war er auf einigen städtischen Anlagen eingeteilt. So kam er mit vielen Sportlern in Berührung und erlangte alsbald regionale Bekanntheit. Beim SV Wacker wusste er auch die Jugendspieler einzubeziehen: Es war in den 80er-Jahren. Der altehrwürdige A-Platz musste mal wieder "abgezogen" werden. Das heißt, an ein Auto wurde ein Gitter angehängt, danach wurden ein paar Platzrunden gedreht, fertig!  Yul machte das Angebot: Wenn einer meinen Mercedes starten kann, darf er ihn auch fahren. Ein findiger Jugendspieler hatte den Dreh raus und so fuhr er mit seinen 13 Lenzen einige ausgedehnte Platzrunden sehr zum Erstaunen vom Yul.


Egal auf welchen Sportplatz wir vom SV Wacker heute sind, es wird immer angefragt? "Gibt es eigentlich Euren Yul noch?" Sofort hören wir dann eine kurze Episode von unserem Original. Für alle, die ihn kennen, wird unser Yul immer etwas Besonderes sein.



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