Von Jan-Michael Stroh
Am Samstag-Nachmittag kam es zum Aufeinandertreffen der beiden Meister der Kreisligen im Erlangen-Pegnitzgrund der letzten Saison. Gut 300 Zuschauer verfolgten die Partie der Aufsteiger auf der Sandplatte und sahen ein munteres Spiel.
Zunächst startete die Begegnung aber etwas gemächlicher und beide Mannschaften tasteten sich erstmal ab. Weder hüben noch drüben kam man in der Anfangsviertelstunde über Torannäherungen hinaus, wobei die Hausherren aus Schnaittach etwas mehr Spielkontrolle hatten. Nach 20 Minuten erhöhte sich das Tempo und es kam zu deutlich mehr Torraumszenen. Während die Gäste aus Zeckern einen aussichtsreichen Konter nicht sauber zu Ende spielten, gehörte Wacker nur wenige Augenblicke später die erste ganz dicke Torgelegenheit auf der anderen Seite. Nach einem Querpass kam dieser unbedrängt im Strafraum zum Abschluss, zielte aber genau auf den aufmerksamen Schlussmann Nagel im Zeckern-Gehäuse (22.). Quasi wieder im Gegenzug kamen die Gäste zum Torerfolg, nachdem ein Distanzschuss von Marcel Kreuzer abgefälscht wurde und unglücklich für Schnaittach-Keeper Skoko aufsetzte. Beim Klärungsversuch rutschte dem Torhüter der Ball über den Arm und senkte sich im Zeitlupentempo in den Schnaittacher Kasten (23.). In der Folge schenkten sich beide Teams nichts und es wurde etwas ruppiger und dreckiger. Besonders Schnaittachs Eckert und Zeckerns Lengenfelder lieferten sich ein kleines Privatduell mit kleinen Provokationen und Nickligkeiten, die vom Unparteiischen aber ohne Karte wegmoderiert wurden. Chancentechnisch passierte sonst in Durchgang Eins nur noch selten etwas.
Nach der Pause kamen die Schnaittacher mit ganz viel Schwung aus der Kabine, während die Gäste ihre Bissigkeit nun vermissen ließen. So rollte nun ein Angriff nach dem nächsten in Richtung Zeckern-Tor. Ein schöner Vortrag über die rechte Seite fand nach einer Ablage von Dressendörfer in den Rücken der Abwehr den aufgerückten Deuerlein. Dieser scheiterte aber mit seinem Flachschuss am glänzend reagierenden Nagel, der per Fußabwehr diese Großchance verhinderte (50.). Kurz darauf wurde es kurz wild und chaotisch: Auslöser dafür war ein Foul an Eckert im Sechszehner der Gäste, wobei der Spielertrainer von einer Grätsche klar getroffen wurde. Wohl noch von den Nickligkeiten der ersten Hälfte beeinflusst, blieb der Elfmeterpfiff des Unparteiischen jedoch aus, was gerade beim Gefoulten selbst und Schnaittachs Kapitän Müller für Diskussionen sorgten, woraufhin beide Gelb sahen. In die Aufregung hinein folgte der anschließende Eckball, der völliges Durcheinander im Abwehrverbund der Gäste auslöste. Aus dem Gewühl heraus löste sich ein Schuss von Müller, dessen Versuch entscheidend abgefälscht im rechten Eck des Tornetzes landete (53.). Nach dem Ausgleich blieben die Hausherren weiter klar am Drücker. Oliver Leykauf setzte den Ball per Dropkick nach einer Freistoßhereingabe von Deuerlein knapp am Pfosten vorbei (56.). Und auch Müller tauchte erneut zweimal gefährlich vorm Zeckern-Gehäuse auf. Einmal setzte er den Ball mit einem Kopfball neben das Tor (59.), bevor er eine Minute später freigespielt wurde und alleine von halbrechts auf den Keeper zulaufen konnte. Nagel verkürzte aber geschickt den Winkel und parierte erneut mit einer Fußabwehr (60.). Die SpVgg Zeckern wurde ihrerseits durch Einzelaktionen gefährlich. So verfehlte Kreuzer nach einem Schlenzer aus der Distanz den Kasten knapp (61.) und Stefan Räuber schloss ein schönes Solo mit einem kraftvollen Schuss an das Außennetz ab (68.). Sonst kam aber nicht viel von den Gästen. So ging Schnaittach dann auch verdient in Führung und drehte durch Fabian Dressendörfer die Partie. Ein Steckpass auf den schnellen Stürmer sorgte für freie Bahn und dieser schob cool zum 2:1 ein (77.). Die Zeichen standen nun auf drei Punkte für Schnaittach, doch ein unnötiger Rempler von Simon Jaklin bei einem Einwurf gegen den einwerfenden Gegenspieler brachte den Gastgebern noch eine Zeitstrafe ein und Zeckern suchte darauf in Überzahl sein Heil in der Flucht nach vorne. Und tatsächlich provozierte ein halbhoch nach vorne getretener Ball einen Stockfehler vom eingewechselten Moktada Ibrahim, dessen Querschläger von Stefan Räuber kompromisslos ins Tor „gerotzt“ wurde (87.). Auf den Ausgleich konnte Schnaittach dann nicht mehr richtig antworten, einzig Sebastian Gumann kam noch einmal in eine gefährliche Abschlusssituation nach einem Freistoß, doch sein Versuch war letztlich keine Gefahr mehr für Nagel und Zeckern (93).
So muss sich der 1. FC Schnaittach diesmal mit einem Punkt zufrieden geben, der sich eher wie eine Niederlage anfühlt. Fußballerisch sah man auf jeden Fall eine Steigerung zur Vorwoche, wo man im Kellerduell gegen Tennenlohe noch eher glücklich einen Sieg einfuhr. Die Gäste aus Zeckern dagegen dürften nach dem Spielverlauf mit dem Punkt leben können, hatte man in der zweiten Halbzeit doch deutlich abgebaut und einige gefährliche Angriffe der Schnaittacher überstehen müssen.
Spielbericht eingestellt am 13.10.2025 14:07 Uhr