Von Jan-Michael Stroh
Die Partie FC Schnaittach vs. ASV Vach schien auf dem Papier laut Tabellenplatzierung und den letzten Ergebnissen eine klare Sache zu sein - zumal die Gastgeber an diesem Wochenende zusätzlich zur sowieso schon immens gefüllten Verletztenliste, zwei weitere Ausfälle mit Chomek und Dressendörfer zu beklagen hatten.
Dennoch entwickelte sich eine interessante Begegnung auf der Sandplatte. Die Spielanteile waren erwartungsgemäß verteilt: der ASV Vach machte das Spiel und Schnaittach verteidigte tiefstehend - das aber sehr leidenschaftlich und resolut, sodass die Gäste zwar einige Chancen erspielten, diese aber eher der Kategorie "nur im Ansatz gefährlich" entsprachen. Wenn, dann waren es meist Flankenläufe und Hereingaben über die Außenpositionen, die die etwas besseren Möglichkeiten erzeugten. Schnaittach kam selbst nur gelegentlich nach vorne, spielte seine Konter ordentlich, aber meist nur bis zum gegnerischen Strafraum, wo dann Abnehmer fehlten. Die beiden besten Torgelegenheiten auf beiden Seiten entstanden eher gegen Ende der ersten Hälfte. So führte einer der besagten Angriffe der Gäste über außen zu einer aussichtsreichen Abschlussposition für Nocera, der in den Strafraum vorgedrungen war. Seinen Flachschuss parierte FCS-Schlussmann Bräuer aber stark per Fußabwehr (37.). Auf der anderen Seite war es eine Eckball-Variante, die den aufgerückten IV Sebastian Gumann im gegnerischen Sechszehner frei spülte und dessen Schuss nach schöner Finte gleichermaßen souverän von Gäste-Keeper Englert entschärft würde (42.). So ging es torlos in die Kabine.
Im zweiten Durchgang wirkte die Partie etwas offener, da Schnaittach mehr für das Offensivspiel tat, somit aber auch Räume für den ASV Vach anbot. Es war dann ein direkt verwandelter Eckball, der die Führung für Vach auf etwas kuriose Art bescherte. Robin Skach durfte sich nach seiner angeschnittenen Hereingabe feiern lassen (53.). Direkt danach fast der Doppelschlag durch die Gäste, die sich über rechts durch kombinierten und am Ende der Angriffskette Nocera den abgelegten Ball sehenswert ans Lattenkreuz schlenzte (54.). Kurz hatte man das Gefühl, dass Vach jetzt alles im Griff haben würde und schnell das 2:0 folgen lassen wird, stattdessen entwickelte sich aber ein kleiner offener Schlagabtausch beider Mannschaften. Der FC Schnaittach kam mit Kontersituationen nun öfter hinter die hoch aufgerückte Abwehrkette der Gäste. Ibrahim brach auf der linken Seite durch und legte im Strafraum ab für den eigentlich besser postierten Müller. Dieser bekam bei der etwas zu weit in den Rücken geratenen Ablage seine Füße frei vorm Tor stehend aber nicht mehr rechtzeitig sortiert (65.). Vier Minuten später bat Vachs Rechtsaußen Lukas Schneider zum Tänzchen im Eins-gegen-Eins und setzte im Anschluss die gedachte Flanke als Torschuss knapp hinter das Schnaittacher Gehäuse (70.). In dieser Phase wurde viel gewechselt und zum Ende brachte Schnaittach auch seinen Spielertrainer Eckert zum ersten Mal in dieser Saison als Sturmspitze aufs Feld. Seine Einwechslung sorgte gleich für ein anderes Energielevel auf dem Platz. Schnaittach versuchte den Punkt zu erzwingen, während sich Vach etwas zu viel in Reklamationen beim Schiedsrichter verirrte. Dabei hatten die Gäste drei sehr gute Kontermöglichkeiten, die sie allesamt mit dem letzten Kontakt vor dem Strafraum verplemperten und somit verpassten, das Spiel zu entscheiden. So hatte Schnaittach auch nochmal die Gelegenheit zum Ausgleich, als ein abgerutschter Schuss von Sommerer zur Vorlage für Timo Müller wurde, der mit dem Rücken zum Tor im Strafraum den Hackenschuss auspackte und nur um Zentimeter den Ausgleich mit seinem Kabinettstückchen verfehlte (90.).
Danach war Schluss und der ASV Vach gewinnt ein unangenehmes Spiel, bei dem sich die Schnaittacher kämpferisch mit allem reingehauen haben. Aufgrund der Spielanteile gewinnt Vach am Ende natürlich nicht unverdient, hätte sich am Ende aber auch nicht über den Ausgleich beschweren dürfen, da Schnaittach nochmal die zweite Luft bekam.
Spielbericht eingestellt am 31.08.2025 18:00 Uhr