Ein Duell der Gegensätze war das Derby zwischen dem SV Tennenlohe und dem FC Herzogenaurach. “Herzogenaurach ist spielerisch deutlich besser als wir. Deswegen müssen wir über die Zweikämpfe und die Körperlichkeit kommen”, sagte Trainer Fabian Wedel vor dem Spiel, das am Kunstrasen stattfinden musste. “Unsere Strafräume wurden gemacht und haben nach dem Schwaig-Spiel nicht gut ausgesehen. Deswegen schonen wir die noch”, berichtet der Übungsleiter, der mit seiner Mannschaft wie zuletzt in Vach gern wieder mindestens einen Punkt hamstern wollte. Die Gäste mussten auf den urlaubenden Jan Grässel an der Seitenlinie verzichten. Der Übungsleiter wurde von Co-Trainer Jochen Staniszewski vertreten, der gleich mit der Aufstellung überraschte. Goalgetter Kevon Rockwell, der die Woche im Urlaub war, befand sich nur auf der Bank und wurde im Sturmzentrum von Chris Dittmer ersetzt. Allerdings konnten die Pumas ohnehin nicht in Bestbesetzung antreten, unter anderem fehlten Max Hafenbrädl sowie Tom Galasek und Tim Spielmann.
Tim Richter (in Weiß) und Gabriel Stargalla im Nahkampf.
Sebastian Baumann
Tennenlohe musste ab dem Anpfiff verteidigen, weil Herzogenaurach auf dem Kunstrasen den Ball flüssig laufen ließ. Bereits nach vier Minuten hatte Eric Stübing die Führung auf dem Fuß. Fein freigespielt lupfte der Offensivmann den Ball über den Hüter, aber auch knapp rechts am Kasten vorbei. Weiter ging es nur in einer Richtung und zehn Zeigerumdrehungen später hatten die Pumas den nächsten Hochkaräter. Dieses Mal wurde Tom Richter gesucht und gefunden, doch nach einer schönen Flanke auf den langen Pfosten setzte der Defensivmann den Ball ans Außennetz anstatt ins Tor. Kurz darauf rettete Chris Dittmar einen verlorenen Ball und drehte sich um seinen Gegenspieler. Den Abschluss des Stürmers konnte der Hüter aber mit den Füßen retten. Erst danach hatten die Hausherren die erste offensive Szene, als Mike Weiß im letzten Moment abgedrängt wurde. Nach der Trinkpause wurde es weniger dominant von den Gästen, die ihre Zielstrebigkeit verloren. Als sich dann Benedikt Lösch bei einem Freistoß von Theobald verschätzte und den Ball durchrutschen ließ, klatschte das Spielgerät unter dem Raunen der Zuschauer an die Herzogenauracher Latte. Lediglich bei einer feinen Kombination der Gäste zeigten die Pumas danach noch einmal ihr Potenzial, aber nach einem Spielzug über vier Stationen setzte der eigentlich perfekt am Sechzehner freigespielte Josef Schumacher den Ball mit einem harmlosen Schuss links vorbei. Danach hatten die Gäste zweimal Dusel. Erst rettete Lösch gegen Stargalla, der sich gut durchgesetzt hatte, dann lief derselbe Spieler alleine auf den Kasten zu und legte den Ball zum Entsetzen der Zuschauer quer als an Lösche vorbei einzuschieben. In der ersten Szene hatte der FCH zudem Glück, dass der Schiedsrichter das Foul nach dem Abschluss an Stargalla nicht als elfmeterreif wertete.
Chris Dittmar (links) und Benedikt Theobald im Kampf um den Ball.
Sebastian Baumann
Nach der Pause hatte der FC Herzogenaurach dann wieder alles unter Kontrolle. Gefährlich wurde es in der 52. Minute, als Josef Schumacher einen Freistoß sehenswert um die Mauer zirkelte, aber seinen Meister in Til Rüdel fand, der die Kugel aus dem rechten oberen Eck fischte. Nicht einmal für Minuten später war der Schlussmann dann aber chancenlos bei einem Elfmeter von Marco Amling. Gefoult worden war bei einem langen Ball im Strafraum Josef Schumacher von Bastian Scholz. Der Treffer schien den Pumas zu langen, denn auf einmal spielte der letztjährige Landesligist immer wieder schlampige und zu kurze Bälle. Das hätte sich fast gerächt, als der frisch eingewechselte Tony Frankenberger mit einem frechen Schuss am Torwart scheiterte. Ein Lupfer aus dem Mittelkreis wenige Minuten später senkte sich dann aufs Herzogenauracher Tordach. Das schien erst einmal ein Strohfeuer zu sein, denn kaum spielten die Gäste wieder konzentrierter, wurde es schon wieder gefährlich auf der Gegenseite. zweimal war Josef Schumacher daran beteiligt. Beim ersten Angriff konnte der Hüter nach einem Doppelpass gerade noch den Ball saven, beim anderen Mal bekam Rüdel die Finger noch an den Schuss von Schumacher. Allerdings hatte Tennenlohe jetzt Lunte gerochen und hatte seine Chance auf den Ausgleich. Nach einem gelungenen Spielzug legte Maximilian Dorn perfekt auf den mitgelaufenen Niklas Schilling zurück, der die Pille aber nicht richtig traf und deswegen nur ans Außennetz setzte. Nach einem weiten Standard von Benedikt Theobald hatte dann Jakob Weid die nächste Möglichkeit. Der Schuss nach einer Grätsche ging dann aber doch weit am Gehäuse vorbei. Die Schlussphase wurde dann ziemlich hektisch, was auch dem knappen Spielstand geschuldet war und möglicherweise auch an den vielen Wechseln auf beiden Seiten lag.
Der Griff von Philip Drießlein gegen Tobias Ziegler geht ins Leere.
Sebastian Baumann
Der Aufsteiger aus Tennenlohe verkaufte sich bis auf die ersten 30 Minuten richtig und hatte dann Pech, dass selbst beste Chancen nicht genutzt wurden. So gewann Herzogenaurach mit viel Dusel. Die Pumas müssen sich aber deutlich steigern. Mit der gezeigten Leistung ist der Aufstieg in weiter Ferne.
Spielbericht eingestellt am 10.08.2025 17:08 Uhr