Schon länger hat es das Derby zwischen der SpVgg Zeckern und der DJK Oesdorf nicht mehr gegeben. Umso schwerer für Gäste-coach Florim Nreci. “Zeckern ist für mich deswegen schwer einzuschätzen”, sagte der Trainer, der aus den ersten beiden Spielen einen Sieg einfahren konnte und gegen den Aufsteiger nachlegen wollte. Allerdings musste der Übungsleiter kurzfristig umbauen, denn Silvio Angelovski konnte nicht spielen und wurde durch Aleksandar Kovac ersetzt. Zusätzlich fehlte in der Startelf auch auf einmal der spielende Co-Trainer Branislav Dipanov, der von Enes Kol vertreten wurde. Die Hausherren hatten bis dato keinen Zähler sammeln können, was auch an dem Verletzungspech lag. “44 Tore und viele Vorlagen fehlen uns einfach”, sagte Lars Daniel vor dem Spiel und meinte den langfristigen Ausfall von Sebastian Schleicher und Pascal Thienelt, die fast die Hälfte der Zeckerner Tore zum Aufstieg erzielt hatten. “Das tut uns schon weh, andererseits wollen wir die Bezirksliga einfach genießen. Egal, wie es dann am Ende ausgeht.” Schließlich spielt Zeckern das erste Mal in der Vereinsgeschichte im Bezirk.
Keine zwei Minuten gespielt. Vorlagengeber Bilel Marrouki (rechts) bejubelt Torschütze Furkan Atim.
Sebastian Baumann
Egal welchen Plan beide Mannschaften hatten, der des schnellen Tors ging bei Oesdorf auf. Zeckern war viel zu offen, sodass Bilel Marrouki alleine auf den Kasten marschieren konnte. Anstatt zu schießen, legte der Offensivmann auf seinen Mitspieler Furkan Atim ab, der locker einschieben konnte. Zeckern antwortete mit wütenden und durchaus guten Angriffen. Felix Lengenfelder hatte eine dicke Chance zum Ausgleich aus der Drehung, hatte die Rechnung aber ohne den Schlussmann gemacht, der den Ball aus dem linken Eck fischen konnte. Nach der anschließenden Ecke zischte dann ein Fernschuss nur knapp über die Latte. Keine zwei Minuten später scheiterte Marcel Kreuzer nach einer feinen Lengenfelder-Flanke am erneut aufmerksamen Luca Manta im Kasten der Oesdorfer. In dieser Phase sah die Gäste-Defensive alles andere als gut aus, doch nach einer knappen Viertelstunde konnte sich die DJK wieder befreien. Furkan Atim scheiterte nach einem feinen Solo am Hüter, danach brachte der Schlussmann gegen Bilel Marrouki gerade noch die Fingerspitzen hin. Als dann Aleksandar Temelkov nach einer Ecke abgefälscht knapp vorbei zielte, hatte Zeckern noch mehr Dusel. Der war dann aber aufgebraucht, denn nach der Ecke stand Marrouki blank und vollendete eiskalt. Danach hatte Zeckern aber wieder einiges an Glück, dass es nicht noch mehr Gegentore bekam. Alleine Furkan Atim scheiterte zweimal am Schlussmann, die Chancen auf der Gegenseite von René Faulhaber und Felix Lengenfelder waren hingegen nichts.
René Faulhaber ist eng an Bujar Mehmeti.
Sebastian Baumann
Auch nach der Pause legte Oesdorf einen Blitzstart hin. Nach einem Fehlpass kam Bilel Marrouki an den Ball und schweißte die Kugel vom Sechzehner humorlos links unten ein. Damit war die Partie praktisch entschieden, denn so sehr sich die Hausherren auch mühten, den ersten Bezirksligapunkt der Vereinsgeschichte zu holen, so harmlos waren diese Versuche auch. Atim Furkan hatte fünf Minuten später die Chance auf den vierten Treffer, dieses Mal war aber Ben Richter auf dem Posten. Danach kontrollierte Oesdorf das Spiel, ohne richtig zwingend zu werden. Beide Mannschaften wechselten dann munter und auch Branislav Dipanov stand dann doch auf einmal auf dem Feld und konnte wenige Minuten später jubeln. Furkan Atim war ins Dribbling gegangen und hatte aus der Drehung abgezogen. Der Schlussmann konnte den guten Versuch nur klatschen lassen und machte dies genau vor die Füße von Dipanov. Der Rest war Formsache. Deutlich schwieriger war fünf Minuten später die sehenswerte Kombination der Gäste, die Bujar Mehmet nicht veredeln konnte.
Leonardo de Horta Puerta (links) gewinnt das Duell gegen Felix Lengenfelder.
Sebastian Baumann
…für Zeckern. Defensiv war die Abwehr viel zu löchrig. In der Kreisliga konnte der spätere Meister einige Defensivschwächen immer wieder durch die bärenstarke Offensive kaschieren. Eine Liga höher und ohne das Traumduo Schleicher/Thienelt klappt das nicht mehr. Oesdorf muss sich aber auch steigern, denn auch die Gäste standen in der Abwehr alles andere als sicher. Was gegen Zeckern in der Schlussabrechnung aber kein Problem war.
Spielbericht eingestellt am 30.07.2025 21:18 Uhr