Zum Auftaktwochenende der Bezirksliga Nord gab es insbesondere für Fußballbegeisterte aus dem Pegnitzgrund einen echten Leckerbissen. Die SpVgg Hüttenbach-Simmelsdorf empfing Aufsteiger 1. FC Schnaittach zur heimischen Sportlerkirwa zum Oberlandderby am ersten Spieltag. Beide Vereine trennen nur knapp vier Kilometer, allerdings traf man in den letzten Jahren kaum aufeinander. Lediglich ein Totopokalspiel im letzten Jahr und zwei Aufeinandertreffen in der Kreisliga 2022 gab es, doch der Anspannung und Stimmung tat dies keinen Abbruch. Bei den Hausherren stand mit Manfred Melchner ein neuer Trainer an der Seitenlinie und auch einige Neuzugänge fanden sich in der Startelf. Verzichten musste der neue Coach allerdings auf Routinier Stefan Gruner in der Abwehr, dafür war aber Torjäger Matthias Gruner nach nur knapp zwei Wochen Vorbereitung überraschend in der Startelf. Auf der Gegenseite musste Schnaittachs Spielertrainer Michael Eckert aufgrund eines Muskelfaserrisses heute von außen coachen. Ebenfalls nicht dabei waren Neuzugang Lukas Wacker, Kapitän Timo Müller und auch Jan Stroh. Bei beiden Mannschaften wusste man für einen ersten Spieltag typischerweise nicht so recht, was man vom Gegner erwarten kann.
Das Derby wurde zwar hart aber überwiegend fair geführt, hier Julian Schramm (li.) mit dem Trikottest gegen Aaron Jones.
Daniel Stark
Mit 750 Zuschauern hatte man eine perfekte Kulisse für ein spannendes Auftaktspiel und auch das Wetter spielte trotz der ein oder anderen grauen Wolke mit. Die Begegnung begann ziemlich zerfahren. Viel Geplänkel im Mittelfeld und humorloses Klären stand in den ersten zehn Minuten auf dem Programm. Man merkte beiden Teams, insbesondere den jungen Spielern, eine gewisse Nervosität an. Klar wollte niemand den ersten Fehler machen. Auch aufgrund der größeren Erfahrung im Bezirk waren es dann die Hausherren, welche mehr und mehr ins Spiel fanden. Quasi mit der ersten sehenswerten Aktion netzte die Spielvereinigung dann ein. Auf Rechts wurde Neuzugang Constantin Zylka freigespielt, ließ einen Schnaittacher Verteidiger komplett ins Leere segeln und legte das Leder dann an zwei Verteidigern vorbei in die Mitte, wo Nico Elterlein nur noch einzuschieben brauchte. Erneut Zylka war es, welcher nur kurz darauf aus spitzem Winkel an Schnaittachs Keeper Bräuer scheiterte. Hüttenbach war weiter am Drücker und in der 22. Minute folgte der Ausbau der Führung. Lucas Melchner – Sohn des neuen Trainers und ebenfalls Neuzugang – erhöhte durch einen Freistoß auf 2:0. Die Gastgeber verwalteten die Führung im Anschluss und ließen lange nichts anbrennen, doch ab der 36. Minute kam auch Schnaittach offensiv mehr zu Aktionen. Trotzdem, etwas aus dem Nichts, sorgte FCS-Torjäger Fabian Dressendörfer dann für den 2:1-Anschlusstreffer in der 41. Minute. Doch genau in das Schnaittacher Momentum platzte die Spielvereinigung mit dem erneuten Tor auf der Gegenseite. Julian Schramm wurde freigespielt, zog am herauseilenden Bräuer vorbei und erhöhte kurz vor der Pause auf 3:1.
Constantin Zylka (am Ball) lässt hier erst Jannik Cseleny ins Leere springen...
Daniel Stark
Nach der Pause deutete wenig daraufhin, dass der Aufsteiger noch einmal ins Spiel kommen würde. Dressendörfer hatte zwar eine gute Möglichkeit in der 52. Minute, doch der neue Keeper der Hüttenbacher Konstantin Zylka war auf seinem Posten. Eher wurde es im Anschluss immer wieder gefährlich für den FCS. In der 54. Minute kam Julian Schramm im Sechzehner ans Leder und schlenzte die Kugel an den Pfosten. Keine Minute später war es dann Nico Elterlein nach Vorarbeit von Matthias Gruner, welcher mit seinem zweiten Treffer für die vermeintliche Vorentscheidung sorgte. Zumal Constantin Zylka kurz darauf fast auf 5:1 erhöht hätte, doch der Offensivspieler scheiterte mit seinem Schuss nach schönem Solo ebenfalls am Aluminium. Danach plätscherte die Begegnung vor sich hin und absolut nichts deutete auf eine Aufholjagd der Gäste hin. So war den Zuschauern durchaus eine gewisse Überraschung anzumerken, als der eingewechselte Moktada Muslem das 4:2 erzielte. Hüttenbach auf der Gegenseite hatte vor allem erneut die Möglichkeit alles klarzumachen. Doch wie bereits seine Mannschaftskameraden zuvor scheiterte auch Nico Elterlein in der 80. Spielminute am Gehäuse. Nur kurz darauf kam Elterlein nochmal in guter Schussposition an den Ball, zielte jedoch knapp neben das Tor. Ein dritter Treffer des Stürmers wäre hier fällig gewesen. Kurz vor Ende wurde die Begegnung dann hitzig. Die Gastgeber, auch in Form des mitgereisten Anhangs, waren zunehmend unzufrieden mit den Entscheidungen des Unparteiischengespanns um Kai Hoffmann. So gab es nach einer Reihe von Verwarnungen die Ampelkarte auf der Bank für Spielertrainer Michael Eckert. Vielleicht noch einmal so etwas wie die letzte Initialzündung, denn Tom Sommerer erzielte kurz darauf das 4:3. Doch zu spät, um am Ende doch noch einen Punkt zu entführen, denn Schiedsrichter Hoffmann pfiff die Begegnung kurz darauf ab.
...und legt anschließend gegen drei Schnaittacher nach innen zu Mitspieler Nico Elterlein.
Daniel Stark
In einem sehenswerten Spiel behalten die Gastgeber somit die drei Punkte bei sich. Über die gesamte Spieldauer mit Sicherheit ein verdienter Sieg der Hüttenbacher, welche in den entscheidenden Momenten abgeklärter wirkten und oft einen Schritt schneller waren. Nichtsdestotrotz gab sich Schnaittach nie auf, kämpfte bis zum Schluss und hätte fast überraschend ein Unentschieden erzielen können. Insbesondere wenn die verletzten Spieler wieder an Bord sind, sollte auch der FCS in der Bezirksliga bestehen können. Hüttenbach steht nun das Pokalspiel gegen Illertissen und im Anschluss mit dem Baiersdorfer SV und dem SV Schwaig zwei Landesligaabsteiger bevor. Der 1. FC Schnaittach bekommt es mit Vorjahrestopteam Kalchreuth und danach in einem weiteren Derby mit dem FC Ottensoos zu tun.
Spielbericht eingestellt am 20.07.2025 22:38 Uhr