Ein Jahr war der FC Eintracht Münchberg in der Bayernliga. Zurück in der Landesliga gelang den Jungs um Langzeittrainer Markus Bächer ein perfekter Start mit drei Siegen aus drei Spielen. Diese Serie wollten die Gäste um Top-Torjäger Lucas Köhler (6 Tore) in Erlangen-Bruck gerne fortsetzen. Die Hausherren kassierten unter der Woche eine herbe Klatsche zu Hause gegen Quelle Fürth (0:4) und hatten etwas gutzumachen. Trainer Philip Messingschlager fehlte am Dienstagabend, weil sein Kreuzbandriss operiert wurde. Diesen zog sich der eigentliche Spielertrainer bereits in der Vorbereitung gegen Regensburg zu und fällt lange aus. Zum Heimspiel gegen Münchberg saß er mit Kühlelementen auf dem Knie bereits wieder auf der Ersatzbank und coachte.
Brucks Trainer Philip Messingschlager saß kurz nach seiner Kreuzband-Operation auf der Bank und kühlte neben dem Coaching sein Knie mit Kühl-Akkus. Der Spielertrainer fällt lange aus. Neben ihm Torwarttrainer Marcus Stahl (re.).
Uwe Kellner
Mit der zweiten guten Szene gingen die Brucker in Führung. Ohne Selbstzweifel wegen der vergangenen Niederlage spielte Erlangen mutig nach vorne und band den Gegner in die Defensive. Der FSV kombinierte ansehnlich und als Giuliano Nyary den Ball vor den Füßen hatte, schloss er trocken ab und stellte die frühe Führung der Hausherren her. 1:0 nach sechs Minuten. Das war der perfekte Start und die Brucker hätten diesen mit Leichtigkeit ausbauen können. Der der eben umjubelte Torschütze hatte in der restlichen Spielzeit kein Abschlussglück mehr. In der 23. Minute hätte der Junioren-Bundesliga-Spieler (1. FC Nürnberg) und spätere Bayernliga-Spieler erhöhen müssen. Nach einem schönen Flügellauf bekam er den Ball quergepasst, stand frei vor dem Tor, vergab jedoch. Münchberg kam nicht ins Spiel, obwohl die Brucker Hintermannschaft nicht sattelfest wirkte. Leichte Fehlpässe und andere Leichtsinnsfehler wurden jedoch nicht bestraft. Münchberg nutzte die Fehler nicht aus. Vor der Pause war dann erneut Guiliano Nyary der Pechvogel, als er eine mustergültige Vorlage von Co-Trainer Alexander Piller nicht annehmen konnte und deswegen freistehend nicht zum Abschluss kam. Eine Szene später schoss er ins kurze Eck, aber Eintracht-Keeper Jonas Lang war unten und parierte. Danach regte sich die Münchberger Bank erstmals auf. Brucks Spielführer Anton Gnerlich, der bereits verwarnt war, grätschte mit beiden Füßen voraus in seinen Gegenspieler. Er traf ihn nicht und der Vorteil lief. Dennoch wollte Trainer Markus Bächer die Ampelkarte nachträglich sehen und forderte diese vehement. Dafür sah er selbst die Gelbe Karte. Vor dem Pausenpfiff die nächste gute Chance für Bruck, aber Samuel Arles traf im Nachschuss an eine geblockte Möglichkeit vorbei.
Alexander Piller versuchte es für Bruck mehrmals aus der Distanz. Die besten Chancen hatte der FSV allerdings mehrmals aus kurzer Distanz alleinstehend vor dem Tor. Die Chancenauswertung war jedoch eine Katastrophe.
Uwe Kellner
Bruck hätte bereits zur Pause höher führen müssen, spätestens eine Minute nach Wiederanpfiff. Erneut versagte Guiliano Nyary kläglich. Samuel Arles hatte vor dem Tor quer gepasst. Der Stürmer hätte nur den Fuß hinhalten brauchen, brachte aber das Kunststück zustande, den Ball noch neben das Tor zu lenken. Nach einer Stunde hatte Münchberg-Trainer Markus Bächer genug gesehen. Er wechselte dreifach - und was für ein Wechsel. Direkt in der anschließenden Szene, der eingewechselte Kevin Winter war bereits beteiligt, erspielten sich die Gäste die erste gute Chance des Spiels, die Lucas Köhler mit seinem siebten Saisontreffer zum 1:1 vergoldete. Eine Minute nach dem Dreifachwechsel. Zu diesem Zeitpunkt hätte das Spiel kippen können. Bruck wirkte aber nach ein paar Minuten, angetrieben von Co-Coach Alexander Piller, sofort wieder gefestigt. Piller selbst versuchte er mehrmals aus der Distanz, kam aber dem Gehäuse nicht unbedingt sonderlich nahe. So lief alles auf ein Unentschieden hinaus.
In der 89. Minute brachte Markus Bächer den 22-jährigen Lucas Primus für seinen Goalgetter Lucas Köhler. Kurz darauf wurde wurde David Wich, einer des Dreifach-Wechsels aus der 60. Minute, steil angespielt und ging ins Duell mit dem bei Bruck eingewechselten Nikolas Boukouvalas. Der Verteidiger machte einen Ausfallschritt Richtung Stürmer, welcher daraufhin zum Fliegen anfing und innerhalb des Strafraums einen Elfmeter haben wollte. Der Bewegungsablauf der beiden Akteure sah aus der Ferne wie ein glasklarer Elfmeter aus. Schiedsrichter Phillip Trenk, auf den Münchberg eh nicht gut zu sprechen war, entschied zum Entsetzen der Gäste auf Gelbe Karte gegen den Angreifer wegen einer Schwalbe. Der Referee hatte einen guten Blick und es kann durchaus sein, dass er richtig entschieden hat. Wahrscheinlich hätte der Stürmer den Kontakt intensiver suchen müssen, denn eins ist klar, aufgrund des Ausfallschritts des Gegners konnte er keinesfalls dem Ball weiter hinterherlaufen. Vermutung: ein Fuchs wie Lucas Köhler hätte diesen Elfmeterpfiff gezogen.
Schiedsrichter Phillip Trenk hatte das letzte Wort in der Partie. Er entschied auf Schwalbe statt Elfmeter für Münchberg, weswegen die Begegnung am Ende unentschieden ausging.
Uwe Kellner
Spielbericht eingestellt am 03.08.2025 02:13 Uhr