In der Vorwoche fielen die Würzburger ans Tabellenende. Mit nur sieben Punkten aus 13 Spielen waren die Blauen nun Letzter der Bayernliga Nord. Erst ein Sieg gelang der Elf von Andreas Eisenmann in dieser Spielzeit. Der jüngste Auftritt in Bamberg glich einem weiteren Offenbarungseid. Gleich vier Neue beorderte der Übungsleiter gegen den Vorletzten aus Großschwarzenlohe in die Startelf. Luis Wagner, Julian Wild, Heorhii Nachkebiia und Nico Wagner starteten für Antonius Cosar, Fabio Hock (beide Bank), Niclas Staudt und Hendrik Hansen (beide angeschlagen und nicht im Kader).
Der Aufsteiger kam hingegen mit breiter Brust in die Domstadt. Zuletzt hatte die Bauer/Schäll-Elf ihren ersten Saisonsieg gefeiert. Mit 2:1 siegte sie gegen den ATSV Erlangen und schob sich an den Würzburgern vorbei. Dennoch änderte der SC-Coach seine erfolgreiche Startelf auf zwei Positionen. Fabian Schäll und Timo Kräftner starteten für Nico Wessner und Luca Ruiu.
Maximilian Takacs behauptet sich gegen Luis Wagner.
Alexander Rausch
Vor über 600 Zuschauern in der Mainau starteten die Hausherren nervös. Der Bayernliga-Neuling aus Mittelfranken machte den mutigeren Eindruck. Allerdings verwerteten die Blauen gleich ihren ersten, sehr ansehnlichen Angriff. Eine weite Krautschneider-Flanke legte Adrian Istrefi quer. Julian Wild machte im Strafraum den Ball fest, bediente Moritz Lotzen an der Strafraumkante und der jagte das Leder rechts oben in den Knick (9.). Ein sehenswerter Treffer.
Doch die Freude auf und neben dem Feld hielt bei den Würzburgern nicht lange. Denn zwei Minuten später behauptete sich Timo Kräftner nach einem verlängerten Einwurf gegen Nico Wagner und schoss aus elf Metern unhaltbar ein (11.). Die Hausherren mühten sich in der Folge um Spielkontrolle, der Sportclub machte aber den gefährlicheren Eindruck, wenn gleich zwingende Abschlüsse ausblieben. Einzig eine scharfe Klose-Flanke wäre beinahe ins Tor gerutscht (33.).
Auf der anderen Seite wurde der agile Heorhii Nachkebiia, nachdem er nach innen gezogen war, geblockt (16.) und Sebastian Vogel parierte einen letztlich zu zentral getretenen Freistoß Moritz Lotzens aus 20 Metern sehenswert (30.). Ansonsten fehlte den Aktionen der Würzburger die nötige Zielstrebigkeit.
Luca Forster kommt gegen Carlo Schwarzer zu spät.
Alexander Rausch
Diese zeigten die Eisenmann-Schützlinge dann aber nach dem Seitenwechsel. Zunächst verzog noch Fabian Schäll knapp aus 14 Metern (46.). Dann aber eilte Julian Wild auf die Gäste-Defensive zu, vertändelte erst, aber David Esau kam zur Flanke, fand den Mittelstürmer, der aus wenigen Metern aber an Sebastian Vogel scheiterte (47.). Nach Jan Sperbers bösem Tritt gegen Felix Lehrmann, für den er zu Recht Rot sah, setzte Moritz Lotzen den fälligen Freistoß aus 22 Metern an den Innenpfosten (55.). Wieder Glück für die Gäste. Ebenso wie bei Adrian Istrefis Abschluss nahe der Strafraumkante. Aber auch der ging knapp vorbei (59.). Und auch Steffen Krautschneider verfehlte sein Ziel nach schneller Umschaltaktion um Haaresbreite (66.).
Das Spiel schien für die Hausherren zu laufen. Lediglich das Tor fehlte. Doch das erzielten dann aus dem Nichts die Gäste. Louis Reinhart unterschätzte einen langen Ball. Maximilian Takacs kam vor André Koob an den Ball, ging am Keeper vorbei und schob ein (69.). Die kalte Dusche für die Zellerauer, die darauf keine Antwort fanden. Die SCG-Truppe verteidigte den Vorsprung konsequent und parierte alle Würzburger Versuche. Einzig Tim Herbert hatte nach feiner Cosar-Hereingabe nochmals die Chance auf den Ausgleich, aber Sebastian Vogel parierte (90.+5).
Felix Lehrmann spielt den Ball am heranstürmenden Carlo Schwarzer vorbei.
Alexander Rausch
Zwar zeigten die Blauen wahrlich kein gutes Spiel, hätten dieses aufgrund des deutlichen Mehr an Möglichkeiten und 40-minütiger Überzahl nicht verlieren dürfen. Die Gäste zeigten hingegen einen leidenschaftlichen und mutigen Auftritt und ließen sich auch vom Platzverweis nicht aus dem Konzept bringen. In beiden Durchgängen nutzten sie ihre wenigen Chancen effektiv und verteidigten den Vorsprung dann auch souverän.
Damit bleibt es weiter unruhig in der Mainau. Auch für Cheftrainer Andreas Eisenmann wird die Luft immer dünner, ist die Bilanz von nur sieben Punkten aus 14 Spielen doch weit hinter den eigenen Ansprüchen. Damit bleiben die Würzburger Letzter. Auch der Aufsteiger bleibt auf einem Abstiegsplatz, nachdem die Reserve Jahn Regensburgs wenig später mit 4:0 gegen Neudrossenfeld siegte.
Spielbericht eingestellt am 11.10.2025 22:24 Uhr