"Wir wollen den Schwung aus Regensburg mitnehmen, haben eine sehr ordentliche Trainingswoche hinter uns und finden immer besser zueinander.", sagte Bambergs Trainer Jan Gernlein im Vorfeld der Partie. Er erwartete mit Hof einen Gegner "mit viel Wucht, da müssen wir schlicht und ergreifend dagegen halten.", wussten die Bamberger, worauf es ankommt.
Die Hofer um ihren Trainer Henrik Schödel mussten sich zuletzt mit zwei Unentschieden begnügen, starteten nach dem Umbruch aber besser als erwartet und fuhren so ohne Druck, aber mit viel Willen nach Bamberg.
Kaan Geezer (li.) hatte die meisten Ballkontakte bei den Gästen.
Markus Schütz
Schon in den ersten Aktionen spielten beide Mannschaften munter nach vorne, aber große Chancen entstanden daraus noch nicht, weil beiderseits gerade im letzten Spieldrittel die Genauigkeit noch fehlte. Die Bamberger fanden dann eher zu ihrer Spielstruktur, das schlug sich darin nieder, dass man sich über zwei, drei Stationen bei Angriffen meist über links bis zur Grundlinie durchsetzen konnte. Aber die scharfen Hereingaben, unter anderem zwei Mal von Tobias Linz, fanden im Zentrum entweder keinen Abnehmer oder Gästekeeper Lukas Kycek antizipierte gut und entschärfte diese Situationen. Die Hofer ihrerseits brauchten hingegen lange, um die Bamberger Verteidigung um den aufmerksamen und zweikampfstarken Oliver Schubert vor größere Aufgaben zu stellen. Bamberg war also nach und nach das Team, das mehr Zugriff auf die Partie bekam und ging dann Mitte des ersten Durchgangs mit einem Paukenschlag in Führung. Als nämlich Luca Ljevsic einen nach einer Ecke abgewehrten Ball sofort volley abfasste und ihn aus 20 Metern in den linken oberen Winkel donnerte. Ein Treffer der Marke Tor des Monats, wie auch Gästetrainer Henrik Schödel nach der Partie attestierte. Hof wollte nun ein wenig aktiver in der Vorwärtsbewegung werden. Eine Andeutung davon gab es, als Paul Tittmann aus aussichtsreicher Position zu hoch ansetzte. Richtig gefährlich wurde es dann nach etwas mehr als einer halben Stunde vor dem von Benedikt Willert gehüteten Bamberger Tor, als nach einem Standard Laurenz Skarabalek zum Abschluss kam, aber Willert lenkte seinen Abschluss aus kurzer Distanz mit den Fingerspitzen über die Querlatte, im Anschluss verfehlte Niklas Stadelmann das Bamberger Tor knapp. Der FC Eintracht stand nun tiefer und lauerte auf Gegenstöße gegen die offensiver werdenden Gäste - und eine solche Kontergelegenheit kam dann tatsächlich, als Valentin Schmitt in der 38. Minute alleine aufs Tor zulief, sich aber beim letzten Kontakt vor Keeper Kycek den Ball zu weit vorlegte. Das war aber noch nicht die letzte Chance in einer zwar nicht hochklassigen, aber munteren Bayernliga-Partie. Denn als sich über rechts der flinke Hüseyin Durkan durchsetzte und den Ball am herausstürzenden Willert vorbei brachte - klärte für den Bamberger Keeper sein Verteidiger Oliver Schubert auf der Linie.
Im Zweikampf mit den Bambergern Valentin Schmitt (li.) und Luca Auer hebt der Hofer Hüseyin Durkan ab.
Markus Schütz
Der zweite Durchgang zeigte einen noch aktiveren Gast aus Hof. Die Bamberger mit ihrer Führung im Rücken konzentrierten sich zunächst einmal darauf, die erwartbare Drangphase des Gegners zu überstehen. Bei Lucas Seidel fehlte nach einer Flanke nur der berühmte Zentimeter. Ansonsten waren die Bamberger defensiv auf der Höhe und ließen keine einfachen Dinger zu, konnten sich aber zu selten mit eigenem Ballbesitz befreien oder gar für Gefahr sorgen. Als sich Hof für diese gute Phase nicht belohnte, wurden die Gäste wieder ein wenig ruhiger, sie hatten schließlich noch ausreichend Zeit. Und genau in diese Phase setzte der FC Eintracht seinen zweiten Treffer. Zustande kam er im Zusammenspiel zweier Eingewechselter. Marc Reischmann blieb im Zentrum bei einem Pressball Sieger und setzte den mitgelaufenen Luis Nüßlein ein. Der zog innerhalb des Sechzehners ab, ein reingrätschender Verteidiger fälschte das Leder so unglücklich ab, dass Keeper Lukas Kycek keine Chance hatte: 2:0 (66.). Stoßstürmer Lucas Seidel hatte zwar nicht lange danach die Möglichkeit zum Anschluss und machte das bei seinem Drehschuss richtig gut, aber auch hier riss Benedikt Willert die Fäuste hoch und lenkte den Ball zur Ecke. Den Hofern lief nun die Zeit davon, der Druck, zum Anschluss kommen zu müssen, stieg. Aber in der letzten Viertelstunde waren die Bamberger dann abgeklärt, ließen Ball und Gegner laufen und waren dem dritten Tor näher als die Hofer dem Anschluss. Aber unter anderem Kapitän Christopher Kettler scheiterte mit seinem Kopfball nach einer Ecke. Und so war es Luis Nüßlein, der den dritten Treffer einleitete, als er nämlich nach innen zog und von der Strafraumkante das lange Eck anvisierte. Kycek tauchte ab und parierte - aber der lauernde Paul Kraußold stand goldrichtig und drückte das Leder zum 3:0 über die Linie. Damit war natürlich die Messe gelesen, drei Tore würden die Hofer nicht mehr aufholen, zumal ihnen an diesem Tag die Effektivität und die Konsequenz fehlte. Und so blieb es dann schließlich auch beim verdienten und wichtigen Heimerfolg für den FC Eintracht.
Verfolgt vom Hofer Johann Saalfrank (re.) schaut sich Luca Ljevsic nach einer Anspielstation um.
Markus Schütz
Auch, wenn die Hofer selbst ihre Chancen hatten, geht der Bamberger Erfolg in Ordnung. Schließlich war die Heimelf einfach konsequenter und effektiver vor dem Tor, obwohl auch da mehr möglich gewesen wäre mit einer Prise mehr Genauigkeit. Der FCE konnte von der Bank gut und gewinnbringend nachlegen, war kräftemäßig auf der Höhe und machte das zum Schluss hin nach dem zweiten Tor souverän.
Spielbericht eingestellt am 20.09.2025 21:36 Uhr