Für die Hofer war der Auswärtssieg in Kornburg das beste Mittel, um die Diskussionen um die Suspendierung von Kapitän Nico Schmidt verstummen zu lassen, der über mehrere Wochen durch den Blätterwald und Online-Portale ging. Mit sieben Zählern aus vier Spielen standen die Schützlinge von Hendrik Schödel ganz gut da, auch wenn der Chefcoach zuletzt privat verhindert war und auswärts den neuen Co-Trainer Benjamin Koch ans Ruder ließ. Die Coburger mussten sich zuletzt mit einem 3:3-Remis gegen Regensburg 2 begnügen und versuchen als Neuling noch, in der Bayernliga Fuß zu fassen. Da würde auf der Grünen au natürlich ein Erfolgserlebnis helfen, auch wenn die verletzten Baur, König und Schilling ersetzt werden mussten. Bei den Saalestädtern war indessen alles an Bord, auch wenn Trainer Schödel eine Rotation nicht ausschloss.
Breites Grinsen: Kaan Gezer (Mitte) lässt sich zum 2:0 beglückwünschen.
Hans Wunder
Die guten äußeren Bedingungen schienen die Gastgeber zu motivieren, die gleich ein Feuerwerk abbrannten. Gerade zwei Minuten waren gespielt da kam Lucas Seidel erstmals zum Kopfball und nach deren fünf hatte Niklas Stadelmann eine gute Schusschance aus 16 Metern, verzog aber deutlich. Coburg schien völlig überfordert zu sein, leisteten sich zahlreiche Ballverluste in der eigenen Hälfte und bekamen die rechte Abwehrseite überhaupt nicht in Griff. Hier rollte Konter auf Konter, mal spielerisch stark mal mit viel Tempo. "Wir wollten eigentlich Männerfußball spielen, nicht Kurzpässe", verriet FC-Torwart Luis Krempel. Aber die Platzherren gingen energisch in die Zweikämpfe, eroberten die Kugel und münzten die sich nun bietenden Räume konsequent in Tore um. Lucas Seidel nutze beim.1:0 (19.) einen geschickten Heber von Maximilian Weiß auf den zweiten Pfosten zum Kopfballtreffer, Kaan Gezer zog beim 2:0 (23.) nach Balleroberung und perfektem Pass von Laurenz Skrabalek auf den FC-Kasten und versenkte das Leder im rechten, unteren Eck. Und als FC-Kapitän Maximilian Tranziska nach nicht einmal einer halben Stunde nach einem, weiteren Ballverlust zur Notbremse griff, waren die Vestestädter nur noch zehn Mann. Vielleicht waren die Bayern im Gefühl des sicheren Sieges anschließend nicht mehr ganz so konsequent, denn Lucas Seidel, Hüseyin Durkan und Marian Schubert hatten den dritten Treffer auf den Fuß, scheiterten aber am bärenstarken Keeper Luis Krempel. Dennoch fiel die Vorentscheidung bereits vor dem Halbzeitpfiff, als Seidel einen Abpraller zum 3:0 (44.) verwertete.
Recht verbissen: Cristian Fischer (li.) gegen Niklas Stadelmann.
Hans Wunder
Im zweiten Abschnitt suchte man Doppeltorschütze Lucas Seidel vergeblich, der in der Kabine geblieben war. "Die zweite Hälfte war für die Zuschauer vielleicht etwas langweilig. Aber wir müssen auch an Samstag denken und ich habe in der Pause den Jungs gesagt, dass sie ein paar Körner rausnehmen und nur noch defensiv gut stehen sollen", verriet der Hofer Trainer. Jetzt konnten die Gäste auch in Unterzahl mitspielen und kamen durch den eingewechselten Cristian Fischer sogar zum ersten gefährlichen Abschluss. Freilich hätte Hof das Ergebnis weiter in die Höhe schrauben können, wenn nicht sogar müssen. Eine Wende stand jedenfalls nicht im Raum. Alleine der eingewechselte Max Hertel hatte drei Hochkaräter, scheiterte zweimal am Torwart und als er bereits überwunden schien, kam ein Verteidigerbein aus dem Nichts und kratze das Leder von der Linie. Und auch beim halbhohen Schuss von Paul Tittmann hatten einige einheimische Fans schon den Torschrei auf den Lippen. Die Gäste zeigten nun eine gute Moral und auch gute spielerische Ansätze, agierten aber zu wenig zwingend. "Drei Tore, drei Punkte und kein Gegentor", strahlte Bayern-Coach Henrik Schödel, während sich nicht nur der Coburger Co-Trainer Fritz Kühnlenz mit jeder Menge Frust aus der Saaalestadt verabschiedet haben dürfte. "Wir wussten zwar, was uns erwartet, haben aber überhaupt nichts davon umgesetzt. Eine Nicht-Leistung, über die zu reden sein wird", klang es dann fast etwas bedrohlich.
Hart attackiert: Gästespieler Lucas Jacob (in weiß).
Hans Wunder
Die junge Hofer Truppe scheint immer besser in der Bayernliga Fuß zu fassen. In der Verfassung der ersten Hälfte muss die Schödel-Elf in der Liga jedenfalls keine Mannschaft fürchten. Das Spiel am Samstag beim Zweiten Regensburg dürfte weitere Hinweise geben, an welchem Tabellendrittel sich die Saalestädter in dieser Serie orientieren dürfen. Dagegen wird es für die Gäste nach der dürftigen Hälfte zunächst darum gehen, sich von der Abstiegszone zu entfernen. Der Auftritt gegen Erlangen wird zeigen, ob die klare Derbyniederlage nur ein Ausrutscher war.
Spielbericht eingestellt am 19.08.2025 23:40 Uhr