Für den großen Paukenschlag in der Mainau sorgte Philipp Eckart. Denn der Übungsleiter folgte rund zwei Wochen vor Saisonbeginn dem Ruf des Augsburger Leistungszentrums. Plötzlich war der Cheftrainer-Posten in der Zellerau vakant. Mit Andreas Eisenmann setzten die Verantwortlichen auf eine interne Lösung und holten mit Dennie Michel eine WFV-Legende zurück.
Zum Auftakt wartete mit Bayern Hof gleich ein richtiges Traditionsduell, in das das neue Trainergespann mit Felix Lehrmann und Sebastian Döring lediglich zwei neue von Beginn an schickte. Luca Forster stand ebenso wie André Koob aufgrund einer Sperre aus der Vorsaison nicht zur Verfügung. Bei den Oberfranken fehlte wie erwartet der etatmäßige Kapitän Nico Schmidt, der jüngst suspendiert wurde. Das Thema beherrschte dann auch die Medien. Auch Johann Saalfrank und Laurenz Skrabalek waren in Würzburg nicht dabei.
Luca Breunig versucht, Lucas Seidel zu stoppen.
Alexander Rausch
Stimmungsvoll hatte Hofs Spielleiter Thomas Popp die Mainau im Vorfeld erwartet. Und so kam es dann auch. Rund 700 Zuschauer säumten das Sportgelände und wer zu lange Parkplatz suchte oder anstand, verpasste den frühen Führungstreffer der Gastgeber. Die hatten sich fein über rechts in den Hofer Strafraum kombiniert und Adrian Istrefi hatte Samuel Röthleins Vorlage eingeschossen (4.). Ein Start nach Maß für die engagierten Hausherren.
Die bestimmten dann auch die Anfangsphase der Partie gegen zurückhaltende Hofer. Allerdings fehlte den Offensivaktionen in der Folge der letzte Punch. Einzig nach Steffen Krautschneiders Seitfallzieher nach lange gezogener Röthlein-Ecke ging ein Raunen durch die Sepp-Endres-Sportanlage. Doch das Leder zischte drüber (22.).
Nach und nach verloren die Blauen an Griffigkeit und wurden auch defensiv schludrig. Das nutzten die Gäste in Person von Paul Tittmann, der aus dem gefühlten Nichts zum Ausgleich einschoss (33.). Danach waren die Bayern besser in der Partie. Kaan Gezer verpasste es aber, den Platz, den er auf rechts bekam, zu nutzen und schloss zu schwach ab (37.). Auch Lucas Seidels Kopfball nach Weiß-Freistoß aus dem Halbfeld ging drüber (45.+3). Deutlich gefährlicher war da schon Simon Schäffers Abschluss von der Strafraumkante, der aber knapp rechts vorbeizischte (41.).
Kaan Gezer ist vor Nico Wagner am Ball.
Alexander Rausch
Auch in den zweiten Durchgang erwischten die Würzburger den besseren Start. Simon Schäffers verdeckter Schuss verfehlte sein Ziel erneut knapp (53.). Die Gastgeber blieben das aktivere Team und hatten nach rund einer Stunde gleich mehrere Möglichkeiten, wieder in Führung zu gehen. Nach Felix Lehrmanns Halbfeldfreistoß scheiterte Steffen Krautschneider im kurzen Eck an Lukas Kycek (60.). Zwei Minuten später faustete der Keeper Simon Schäffers fulminanten Schuss aus 18 Metern (62.). Kurz darauf hielt er Fabio Hocks zu schwachen Kopfball nach Herbert-Hereingabe sicher (63.).
Erst die Trinkpause hemmte den Angriffsdruck der Hausherren wieder etwas. Nach Steffen Krautschneiders Abschluss aus spitzem Winkel (74.) setzten die Hausherren die Hofer zwar weiter unter Druck, fanden aber keine Lücke mehr. Erst kurz vor Spielende brannte es nach zwei Standardsituationen nochmals lichterloh im SpVgg-Strafraum. Steffen Krautschneider scheiterte per direktem Freistoß aus 20 Metern an Lukas Kycek (87.). Kurz darauf hielt der Schlussmann auch einen wuchtigen Breunig-Kopfball nach kurz ausgeführter Lehrmann-Ecke und Döring-Flanke. Den Nachschuss setzte Fabio Hock drüber (88.).
Steffen Krautschneider, der diesmal die Kapitänsbinde trug, schlägt den Ball in die Mitte. Nick Pöhlmann kommt nicht in den Zweikampf.
Alexander Rausch
Aber auch die ansonsten eher biederen Oberfranken bekamen noch einen Freistoß in aussichtsreicher Position direkt an der Strafraumkante. Aber Kaan Gezer setzte das Leder in die Mauer (90.+2). Kurz darauf war Schluss und die Gelb-Schwarzen entführten einen schmeichelhaften Punkt aus der Mainau. Aus wenigen guten Offensivaktionen hatte die Schödel-Elf das Maximum herausgeholt, während die Hausherren mit der eigenen Chancenverwertung haderten. Der einzige Kritikpunkt, den Andreas Eisenmann im Nachgang hatte. Denn sowohl spielerisch als auch kämpferisch wussten die Würzburger nach einer durchwachsenen Vorbereitung zu überzeugen.
Spielbericht eingestellt am 19.07.2025 17:01 Uhr