Artikel vom 16.12.2021 08:00 Uhr
VfL-Kapitän Viktor Fitler: "Das Potenzial ist da, jetzt müssen wir abliefern"
Viktor Fitler (in blau) ist seit über 20 Jahren beim VfL Nürnberg am Ball. In dieser Spielzeit führt er seine Mannschaft als Kapitän auf das Feld.
fussballn.de / Strauch

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Der VfL Nürnberg musste im vergangenen Sommer einen Umbruch verkraften. Wichtige Spieler verließen den Verein, neue kamen. So verlief der Saisonstart auch erst einmal suboptimal und man fand sich relativ schnell am Tabellenende wieder. In den letzten Wochen gelang dem VfL aber der Turnaround und man punktete fleißig. fussballn.de hat mit dem neuen Kapitän Viktor Fitler über den Umbruch, sowie die Saison gesprochen.
Von Daniel Karnbaum


Eine besonders Enge Bindung zum VfL

Vor über 20 Jahren begann Viktor Fitler an der Salzbrunner Straße beim VfL Nürnberg mit dem Fußballspielen. Auch heute noch ist der Abwehrspieler mit Leib und Seele dabei und führt seit dieser Saison seine Mannschaft sogar als Kapitän auf das Feld. Kein Wunder also, dass der VfL Nürnberg für Viktor Fitler ein ganz besonderer Verein ist, wie er auch gegenüber fussballn.de zum Ausdruck bringt: "Der Verein bedeutet natürlich viel für mich, weil ich hier angefangen habe mit dem Fußball spielen und bereits seit über 20 Jahren hier bin. Wie man sich nach so einer langen Zeit vorstellen kann, habe ich dadurch eine besonders enge Bindung zum VfL. Aufgrund dieser langen Zeit ist die Verantwortung, die ich innerhalb der Mannschaft trage, nichts Neues für mich. Trotzdem ist es natürlich etwas Besonderes, die Mannschaft als Kapitän auf den Platz führen zu dürfen." 

Dabei betont er aber auch, dass er seine Aufgabe als Kapitän voranzugehen, nicht nur auf dem Platz sieht: "Ich sehe meine Rolle als Kapitän nicht nur aus rein sportlicher Sicht auf dem Platz voranzugehen, sondern vor allem darin, dass wir auf und neben dem Platz immer als Mannschaft auftreten. Gerade in einem Verein, der von der Integration von unterschiedlichen Kulturen lebt, ist es eine besondere Freude, diese Verantwortung übernehmen zu dürfen. Wir alle leben von und mit dieser bunten Vielfalt und das ist gerade das, was den Fußball und unsere Gesellschaft ausmacht."

Viktor Fitler (in blau) führt seine Farben in dieser Saison als Kapitän aufs Feld. Trotz ansteigender Formkurve ist er mit der bisherigen Saison aber nicht zufrieden.
Charalampos Anastasiadis

Leistungsträger verlassen den Verein - ein Umbruch steht an

In seiner ersten Spielzeit als Kapitän mussten Fitler und seine Mannschaft im Sommer direkt einen Umbruch verkraften. Einige wichtige Stammspieler, darunter die Leistungsträger Johannes Winterhalter (SC Aufkirchen) und Matthias Winterhalter (SV Raitersaich), sowie René Miederer (TSV Mühlhof) haben den Verein verlassen. Der Verlust der Stammspieler schmerzte der Mannschaft natürlich sehr: "Zunächst einmal fehlen uns alle Abgänge ganz klar auch auf menschlicher Ebene. Dass die Spieler, die uns verlassen haben, nicht nur jahrelang klare Leistungsträger der Mannschaft waren, sondern vor allem überragende Persönlichkeiten, die das Gesicht der Mannschaft geprägt haben, tut uns natürlich doppelt weh." So war, wie so oft nach einem Umbruch, ein holpriger Saisonstart fast vorprogrammiert.

Und so kam es dann auch. Nach sechs Spieltagen fand sich der VfL Nürnberg mit zwei Punkten auf dem letzten Platz der Tabelle wieder. Den schwachen Saisonstart nur am Umbruch im Sommer festzumachen, lässt Kapitän Fitler aber nicht gelten: "Ich möchte den holprigen Saisonstart nicht auf die Abgänge schieben, da wir glücklicherweise viele gute und charakterstarke Jungs dazubekommen haben. Durch diesen Umbruch dauert es natürlich, bis die gewisse Chemie vorhanden ist, um als Mannschaft 110 Prozent auf dem Platz zu geben und bis die Automatismen greifen, die man braucht, um erfolgreich zu sein. Die Urlaubszeit, Verletzungen sowie die anhaltende Corona-Situation haben – wie bei allen anderen Mannschaften – zusätzliche Kopfschmerzen bereitet. Aber mittlerweile sind wir auf dem richtigen Weg, den schwachen Saisonstart zu kompensieren und wieder in die Erfolgsspur zu finden."

Torjäger Matthias Winterhalter verließ den VfL Nürnberg im Sommer in Richtung SV Raitersaich, wo er in der Bezirksliga bester Torschütze seines Teams ist. Auch sein Bruder Johannes wechselte in die Bezirksliga Süd und schloss sich dem SC Aufkirchen an. Für den VfL stand in der Folge ein Umbruch an, der etwas Zeit brauchte.
fussballn.de / Strauch

In den letzten Wochen vor der Winterpause fand man dann aber endgültig in die Spur und punktete auch fleißig. So gelangen dem VfL auch überraschende Siege beim Aufstiegsaspiranten SSV Elektra Hellas (1:0) oder dem Kreisliga-Absteiger Tuspo Nürnberg (2:1). Dank dieser Erfolge tankte die Mannschaft mehr und mehr an Selbstvertrauen und kletterte aus dem Keller, sodass man zur Winterpause mit 18 Zählern auf Platz 10 steht. Ein Grund zur Entspannung ist das aber noch lange nicht, denn der Abstand auf den ersten Abstiegsplatz beträgt schließlich nur einen Punkt.

Auch wenn es in den letzten Wochen stetig bergauf ging, ist Viktor Fitler mit der bisherigen Saison nicht wirklich zufrieden, blickt aber zuversichtlich voraus: "Insgesamt ist die Saison noch nicht so zufriedenstellend verlaufen. Wir haben uns zwar zum Schluss etwas gefangen, aber sind noch lange nicht konstant genug, um zufrieden sein zu können. Die vielen kleinen Rückschläge schmerzen dabei besonders, da die Konkurrenz stark ist und selbst jeden Spieltag punktet. Es hat etwas Zeit gebraucht, um unsere Formation, unseren Spielstil und das zu anfangs fehlende Glück zu finden. Und vor allem hat es gedauert, bis wir die nötige Disziplin und den unbedingten Willen zu gewinnen gezeigt haben. Mittlerweile haben wir es als Mannschaft verstanden, das, was der Trainer fordert, auch direkt auf dem Platz umsetzen zu können. Ich bin mir deswegen sicher, dass wir uns die nötige Konstanz in der Rückrunde erarbeiten und damit die nötigen Punkte holen werden."

Devise: Gemeinschaft stärken und möglichst fleißig punkten!

Auch wenn es für den VfL zuletzt recht gut lief, verliert Fitler nicht den Fokus auf das Wesentliche und stellt klar: "Wenn man sich das sportliche Ziel anschaut, dann muss man zunächst anmerken, dass unsere Liga extrem ausgeglichen und stark ist. Wir haben aber kurz vor der Winterpause gezeigt, dass wir jede Mannschaft schlagen können. Aber nur, wenn wir unser volles Potenzial abrufen und uns ausschließlich auf uns selbst fokussieren. Sobald man auf die Tabelle schaut, wird klar, dass das erste Ziel lauten muss, gegen die direkten Konkurrenten zu gewinnen, was im Prinzip fast die ganze Liga bedeutet… Also müssen wir jedes Spiel alles geben, um möglichst schnell unten Abstand zu gewinnen und dann wird man am Ende sehen, wie weit wir kommen können." Um möglichst erfolgreich zu sein, möchte der neue Spielführer natürlich auch mit gutem Beispiel vorangehen und seinen Teil dazu beitragen: "Mein persönliches Ziel ist es, einfach der Mannschaft zu helfen, ein Selbstverständnis von Teamgeist aufzubauen. Wir haben viele talentierte Spieler, jetzt müssen wir lernen, daraus eine Mannschaft zu formen. Und nur mit dem gesamten Kader inklusive der Spieler unserer 2. Mannschaft können wir langfristig erfolgreich sein. Diese Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft bei den vielen Neuzugängen zu stärken, ist für mich zunächst das Wichtigste."

Zuletzt lief es beim VfL rund und man holte aus den vergangenen fünf Partien stolze zehn Punkte. Trotzdem möchte man in der Rückrunde möglichst schnell den Abstand zu den Abstiegsrängen vergrößern und dann schauen, was noch möglich ist.
Florian Schwarm

Jetzt ist erst einmal Zeit durchzuschnaufen, ehe es dann im März wieder an das Eingemachte geht. Dann möchte man beim VfL Nürnberg natürlich an den Leistungen vor der Pause anknüpfen und möglichst schnell Punkte sammeln. Für Kapitän Fitler ist aber eines besonders elementar: "Zunächst einmal ist es wichtig, dass alle gesund bleiben. Gerade momentan sollte das über allem stehen!" Darüber hinaus erhofft er sich in der Rückrunde eine Steigerung: "Erfahrungsgemäß verläuft die Rückrunde bei uns etwas besser, da im Winter normalerweise alle Spieler zur Verfügung stehen, um gemeinsam an unseren konditionellen und spielerischen Defiziten zu arbeiten."

Gleichzeitig hebt Fitler aber auch mahnend den Zeigefinger und stellt klar: "Dennoch ist die Grundvoraussetzung für den sportlichen Erfolg, dass alle Jungs beider Mannschaften jedes Training voll mitziehen. Nur so können wir als Verein noch enger zusammenrücken und das, was wir uns zusätzlich im Training erarbeiten, auch in jedem Spiel zeigen. Das Potenzial ist da, jetzt müssen wir abliefern!"

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Leser-Kommentare


Steckbrief V. Fitler

Alter
30
Nation
Deutschland

Spielerstationen V. Fitler


Saisonbilanz V. Fitler

 
21/22
16
0
0
1
R
0
0
19/21
11
0
0
4
R
0
0
19/21
1
0
0
0
R
0
0
18/19
16
0
1
3
R
1
0
17/18
16
0
0
0
R
0
0
16/17
14
0
0
0
R
0
0
15/16
7
0
0
0
R
0
0
15/16
11
0
0
0
R
1
0
14/15
11
0
0
0
R
0
0
13/14
26
0
0
0
R
0
0
12/13
1
0
0
0
R
0
0
Gesamt
130
0
1
8
0
2
0

Tabelle Kreisklasse 4

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
2
15
40:23
29
3
15
35:31
26
5
15
27:36
22
6
15
24:17
21
8
15
25:28
20
9
15
32:33
19
10
15
26:30
18
12
14
30:30
18
Direkter Vergleich bei Punktgleichheit

Tabellenverlauf VfL Nürnberg


Letzte Spiele VfL Nürnberg

S
 
 
 
U
 
 
 
 
 
N
 
 
 
 
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31.10.21
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07.11.21
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21.11.21
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