Artikel vom 05.07.2026 12:00 Uhr
Elf Niederlagen am Stück, personelle Sorgen und trotzdem noch Rang acht – der SV Schwaig blickt auf eine Saison mit extremen Ausschlägen zurück. Trainer Stefan Erhardt hofft nun auf deutlich mehr Konstanz. Viele Verletzte kehren zurück, mehrere Neuzugänge verstärken den Kader und auch das Saisonziel ist klar formuliert: eine möglichst stressfreie Runde.
Der SV Schwaig hat in der vergangenen Saison nahezu alle Höhen und Tiefen erlebt, die eine Spielzeit bereithalten kann. Trainer Stefan Erhardt sprach bereits vor dem ersten Spieltag von einer "Wundertüte" – und sollte damit recht behalten. Sechs Siege zum Auftakt sorgten für Euphorie, ehe seine Mannschaft in ein tiefes Loch fiel und elf Partien in Folge verlor. "Anfang der Saison habe ich gesagt, dass wir eine Wundertüte sind. Und so war es dann", blickt Erhardt zurück. Die Gründe dafür waren vielfältig. "Personell, außerhalb des Platzes, teilweise haben wir auch bodenlos gespielt. Dann hat uns in der Winterpause auch noch unser Top-Torjäger verlassen."
Hatte viel Arbeit in der letzten Saison: Stefan Erhardt.
fussballn.de / Strauch
Mehr Stabilität nach der Winterpause
Nach der Winterpause stabilisierte sich der SV Schwaig wieder. In den letzten Spielen sammelte die Mannschaft noch 13 Punkte und beendete die Saison auf Rang acht. Für Erhardt spiegelte die Platzierung die tatsächliche Situation allerdings nur bedingt wider. "Das sah besser aus, als es eigentlich war. Es war schon eng. Wir hatten viele Verletzte und unsere Reserve musste ständig aushelfen." Gerade dieser Zusammenhalt habe ihn beeindruckt. "Das war schon geil, wie wir zusammengehalten haben. Insgesamt war die Saison einigermaßen erträglich, aber auch sehr anstrengend."
Verletzte kehren zurück
Vor der neuen Spielzeit sieht die Personalsituation deutlich besser aus. Fast alle Langzeitverletzten stehen wieder zur Verfügung. Lediglich Tobias Särchinger benötigt noch etwas Zeit, ehe er vollständig einsatzfähig ist. Ansonsten kann Erhardt auf einen vergleichsweise kleinen, aber aus seiner Sicht gut aufgestellten Kader bauen. "Wir haben 19 Feldspieler plus zwei Torhüter. Das muss eigentlich reichen. Wenn du ein kleiner Haufen bist und jeder das Gefühl hat, dass er eine reelle Chance hat zu spielen, dann ist das besser für die Gemeinschaft."
Verstärkt wurde der Kader unter anderem auf der Torhüterposition. Paul Falk rückt aus der eigenen 2. Mannschaft nach oben. Mit Leon Schimming stößt zudem ein technisch versierter Außenspieler zum SV Schwaig. Der Sohn des ehemaligen Fußballers Robert Larisch kam auf Empfehlung nach Schwaig, arbeitet nach einem Außenbandriss aber noch an seinem Comeback. "Er hat gestern das erste Mal wieder trainiert, allerdings individuell. Ich bin recht optimistisch, dass das was werden kann."
Drei Neue aus Mögeldorf
Gleich drei Spieler wechseln von der SpVgg Mögeldorf nach Schwaig. Stürmer Melih Gecim kennt den Verein bereits und hatte in der Vergangenheit schon mehrfach mittrainiert. Jan Kiehle verstärkt das zentrale Mittelfeld auf der Sechserposition. "Er hat schon im Herbst gesagt, dass er zu uns wechseln möchte", berichtet Erhardt. Komplettiert wird das Trio von Arthur Rein, einem linken Offensivspieler, der nach langer Verletzungspause zuletzt überwiegend in der 2. Mannschaft der SpVgg Mögeldorf aktiv war.
Stefan Erhardt (oben) will sich nicht wieder selbst ins Getümmel stürzen.
anpfiff.info/Uwe Kellner
Ganz abgeschlossen sind die Personalplanungen damit allerdings nicht. "Einen Innenverteidiger hätten wir schon noch gerne gehabt", sagt Erhardt mit einem Schmunzeln. Ob er im Notfall selbst noch einmal aushelfen könnte? Der ehemalige Innenverteidiger nimmt die Frage mit Humor. "Mein Pass liegt jetzt in Schwaig. Ich habe sogar ein Spiel für die Reserve gemacht, weil die bei uns ausgeholfen hat. Aber ich konnte mich bis letzte Woche kaum bewegen, weil ich muskuläre Probleme hatte", erzählt er lachend.
Für die neue Saison wünscht sich der Trainer vor allem eines: deutlich weniger Nervenaufreibendes als noch im vergangenen Jahr. "Drei Monate lang kein Spiel zu gewinnen, das war schon hart." Entsprechend formuliert Erhardt sein Ziel bewusst bodenständig. Der SV Schwaig möchte eine möglichst stressfreie Runde spielen. "Zwischen Platz vier und sieben wäre gut, das ist aber schon ambitioniert. Die Liga ist schwer einzuschätzen."