Speer geht nicht nach Weißenburg: "Eine Dynamik, die nicht mehr aufzuhalten war" - fussballn.de
Artikel vom 21.06.2026 12:00 Uhr
Speer geht nicht nach Weißenburg: "Eine Dynamik, die nicht mehr aufzuhalten war"
Andreas Speer wird den Trainerposten in Weißenburg doch nicht antreten.
fussballn.de / Schlirf

Diesen Artikel...

Schwere Zeiten erlebt der TSV 1860 Weißenburg aktuell. Fast noch am wenigsten fällt dabei ins Gewicht, dass der Verein als einziges mittelfränkisches Team nicht im Nordosten der Landesliga, sondern im Südwesten eingeteilt wurde. Vielmehr gilt es, die zahlreichen Abgänge abzufedern. Dies wird dann aber nicht unter der Regie von Andreas Speer stattfinden, der den Trainerjob doch nicht antreten wird.
Von Marco Galuska
Christoph Jäger heißt der neue Trainer des TSV 1860 Weißenburg. Unterstützt wird er von Tim Lotter als Co-Trainer, Jan Brandt als Torwarttrainer sowie Christian Leibhard als Sportlichem Leiter. Zuletzt trainierte der 41-jährige DFB-Elite-Jugend-Trainerlizenz-Inhaber die SG Kalbensteinberg/Absberg, die ihrerseits mit Marco Jäger aus Weißenburg einen Spielertrainer bekommt. Wenn man die aktuellen Transfers von der Bayernliga bis zur Bezirksliga studiert, tauchen immer wieder Neuzugänge vom TSV 1860 Weißenburg auf.

Es ist eine besorgniserregende Entwicklung, die nicht so leicht aufzufangen ist. Die Abmeldung der U19 vor zwei Jahren macht sich bemerkbar, eine 2. Mannschaft wird als Spielgemeinschaft geführt. Freilich ist da der Pool an Akteuren für die Landesliga überschaubar. Umgekehrt haben genügend Vereine rechtzeitig ihre Fühler ausgestreckt und sind in Weißenburg fündig geworden. Dass es so hart kommen könnte, dass mehr als eine komplette Mannschaftsstärke den Verein verlässt, war für Andreas Speer im Frühjahr noch nicht abzusehen, als er seine Zusage in Weißenburg für die neue Saison gegeben hatte.

Südwest-Einteilung wäre für Speer nicht das Problem gewesen

Der 62-Jährige sagt gleich vorweg, dass die Einteilung in den Südwesten für ihn kein Ausschlusskriterium gewesen wäre, selbst der Gang in die Bezirksliga nicht. "Ich habe es eigentlich ligaunabhängig zugesagt. Es wären zwar weitere Fahrten gewesen, aber es hätte auch interessant werden können, mal komplettes Neuland zu betreten." Die Entscheidung, dass er nicht nach Weißenburg gehen würde, ist zwar erst seit ein paar Tagen publik, gefallen ist sie aber schon viel früher.

Speer lobt ausdrücklich den Kontakt und die Arbeit von Christian Leibhard und Tim Lotter, die auch als Interimstrainer mit dem Klassenerhalt "erneut einen super Job gemacht haben und zudem auch super Menschen sind!" Doch so gut es zwischen den Verantwortlichen und dem designierten Trainer auch harmonieren sollte, so sehr hatte Speer auch gemerkt, dass mannschaftsintern doch einige Abwanderungsgedanken herrschten. Nach einem Treffen mit dem Mannschaftsrat vor vielen Wochen war für Speer dann eigentlich klar, dass sich viele Spieler schon länger "gedanklich vom Verein verabschiedet" hatten: "Das war wirklich schade, aber sie hatten sich schon entschieden. Freilich gibt es genügend umtriebige Vereine, die dann auch mitkriegen, wenn der ein oder andere vielleicht unzufrieden ist."

Böse ist Speer keinem der Spieler, denn sie hatten sich im Gespräch offen und ehrlich geäußert. Um nicht noch mehr Unruhe reinzubekommen, hatte man sich in der Öffentlichkeit über Wochen auch bedeckt gehalten. Und nach dem am Ende doch gelungenen Klassenerhalt hatte der erfahrene Übungsleiter noch den Funken Hoffnung, dass der ein oder andere Wechselwillige doch noch bleiben würde. „Aber letztlich hatte das Ganze schon eine Dynamik angenommen, die nicht mehr aufzuhalten war", sagt Speer, der bei Leibhard und Lotter Verständnis erntete, dass man nun gar nicht erst einen Vertrag aufsetzen müsse.

Erstmals ohne Sommervorbereitung

Persönlich wünscht Speer den Verantwortlichen in Weißenburg nur das Beste, wird gefühlt erstmals in seiner langen Laufbahn einen Sommer ohne Saisonvorbereitung erleben. "Ich hänge deswegen nicht durch, auch wenn es für mich neu ist", so Speer, der auf Fußball aktuell trotzdem nicht verzichten muss, weil er weiterhin mit der Traditionsmannschaft der SpVgg Greuther Fürth im Einsatz ist und in der kommenden Woche ein besonderes Wiedersehen feiert, wenn zum Vereinsjubiläum beim SC Eltersdorf, wo er als Trainer ein ganzes Jahrzehnt geprägt hat, ein Legendenspiel auf dem Programm steht.

In Weißenburg wurden indes die nächsten Ziele klar definiert: über die Trainingseinheiten einen schlagkräftigen Kader formen, als Mannschaft zusammenwachsen und die Grundlagen für eine erfolgreiche Landesliga-Saison schaffen. Mit dem Verbleib von Torwart Maximilian Laub, der seinen Wechsel nach Großschwarzenlohe rückgängig machte, gab es einen ersten Lichtblick.

Kommentar abgeben

Kommentare werden unter Deinem Nicknamen und erst nach Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht.

Leser-Kommentare


Hintergründe & Fakten

Personendaten
Personendaten

Trainerstationen A. Speer

25/26
BL
 
24/25
BL
 
23/24
BL
 
22/23
BL
 
21/22
BL
 
19/21
BL
 
17/18
Wendelstein
 
15/16
KL
 
14/15
KL
 
14/15
BAYL
 
13/14
BAYL
 
12/13
BL
 
11/12
BL
 
11/12
LL
 
10/11
LL
 
10/11
LL
 
09/10
LL
 
08/09
LL
 
07/08
LL
06/07
LL
 
05/06
LL
 
04/05
LL
 
03/04
LL
 
02/03
LL
 

Zum Thema


Meist gelesene Artikel