Nach der Kreisklassen-Rückkehr: Post II wird einmal auf links gedreht - fussballn.de
Artikel vom 04.06.2026 07:00 Uhr
Nach der Kreisklassen-Rückkehr: Post II wird einmal auf links gedreht
Trainer Stefan Kiendl blickt nach der Kreisklassen-Rückkehr seines Post SV II auf eine Menge Arbeit.
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Zehn Tage ist die Kreisklassen-Rückkehr des Post SV II inzwischen her und der Blick richtet sich bereits nach vorne. Die Verantwortlichen um Trainer Stefan Kiendl stehen nach dem Aufstieg vor allem personell vor einer großen Herausforderung, schließlich haben zahlreiche Stammspieler nun ihren Abschied angekündigt. Auch auf dem Co-Trainer-Posten wird es bei den kleinen Ebensee-Kickern eine Veränderung geben.
Von Michael Watzinger
Die Feierlichkeiten der Kreisklassen-Rückkehr sind beim Post SV II kaum verhallt, da richtet sich der Blick der Verantwortlichen bereits auf die neue Spielzeit. Trotz des Aufstiegs steht man am Ebensee personell gesehen vor einer echten Mammutaufgabe. Schließlich haben zahlreiche Stammspieler und Leistungsträger inzwischen ihren Abschied angekündigt – die Relegation war für viele Akteure "The Last Dance". Für Aufstiegstrainer Stefan Kiendl freilich eine ungewöhnliche Situation: "Der Aufstieg war für uns natürlich der perfekte Abschluss einer sehr erfolgreichen Saison und ich bin sehr stolz auf die Jungs und auf das, was wir gemeinsam erreicht haben. Wir haben eine überragende Runde gespielt und über den Umweg Relegation in zwei Spielen verdient die Kreisklassen-Rückkehr feiern dürfen! Trotzdem ist nun auch klar, dass uns ein Großteil der Stammformation verlassen wird – es wird eine große Herausforderung, die Jungs, die einen super Charakter und große Qualität besitzen, einigermaßen zu ersetzen. Das ist ohne Frage eine unheimlich schwierige Aufgabe!"

Vor zehn Tagen feierte der Post SV II den Aufstieg und damit verbunden die Rückkehr in die Kreisklasse. Nun steht den Ebensee-Kickern aber ein großer Umbruch bevor.
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Fast ein Dutzend Abgänge 

Insgesamt elf Abgänge stehen bei der Kiendl-Elf mittlerweile fest. Blickt man auf die Akteure, die die Ebensee-Kicker verlassen werden, wird schnell die Dimension für den Aufsteiger klar: Routinier Philip Süß zieht es zum Nachbarn nach Mögeldorf, Mittelfeldmann Marcel Boßert nach Worzeldorf, während Winter-Neuzugang Ehi Ikhisemoje mit Christoph Hecht im Gepäck zur SpVgg Zabo Eintracht zurückkehren wird. Top-Torjäger René Schneider, Stammkeeper Bovino, die Leistungsträger Leon und Simon Kühnlein, die Defensivspieler Herrlein und Brunner sowie Lucas Tischhöfer kündigten ebenfalls ihren Abschied an, auch wenn das endgültige Ziel noch nicht feststeht. "Es ist ja keine Frage, dass uns die Abgänge personell und auch menschlich vor eine große Herausforderung stellen. Ich hatte insgeheim auch gehofft, dass der Umbruch bei einem Aufstieg in die Kreisklasse vielleicht nicht ganz so drastisch ausfallen wird, wie er sich nun doch darstellt. Gleichzeitig muss man aber auch klar sehen, dass die Jungs ja nach dem Umbruch im Kreisliga-Team zu Saisonbeginn zu uns gestoßen sind und einige von ihnen eben doch den Anspruch und auch absolut die Qualität haben, um noch etwas höher zu spielen. Deshalb ist die Entscheidung der Jungs schon auch verständlich – auch wenn ich es mir aus Trainersicht selbstverständlich anders gewünscht hätte!"

Philip Süß (in blau) bestritt im Relegationsspiel gegen den SSV Hellas Elektra (rot) seinen "Last Dance" und verlässt den Post SV II nach dem Aufstieg. Damit ist der Routinier nicht alleine. Die Ebensee-Kicker müssen nach der Kreisklassen-Rückkehr einen regelrechten Aderlass verkraften.
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Auch an der Seitenlinie wird es eine Veränderung geben

Doch nicht nur auf dem Feld, auch an der Seitenlinie wird es einen Wechsel bei der Kreisliga-Zweitvertretung geben: Dennis Schuster wird ab der kommenden Saison nicht mehr als Co-Trainer zur Verfügung stehen, wie Kiendl mitteilt: "Dennis will nach tollen und durchaus intensiven Jahren als Co-Trainer an meiner Seite wieder mehr in die Spielerrolle schlüpfen, was ich mit seinen 25 Jahren auch absolut verstehen kann. Ich möchte mich ausdrücklich bei ihm für die tolle Arbeit bedanken, schließlich hatten wir eine wirklich tolle Zeit zusammen. Besonders zu schätzen wusste ich dabei den offenen Austausch mit ihm – aus meiner Sicht einer der Hauptgründe für die so fruchtbare Zusammenarbeit. Ich wünsche ihm nur das Beste für seine Zukunft!"

Stefan Kiendl (im Hintergrund) muss zukünftig auf seinen Co-Trainer Dennis Schuster (vorn) verzichten.
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Ein Nachfolger für die vakante Stelle wurde derweil bereits intern gefunden. Stefan Neubauer, bislang Spieler und Routinier bei den Ebensee-Kickern, hängt mit dem Aufstieg die Schuhe an den Nagel und rückt in das Trainerteam auf. Für Kiendl eine absolute Wunschlösung: "Stefan und ich kennen uns ewig und wir sind privat eng verbunden – er ist nicht umsonst mein Trauzeuge. Wir hatten schon länger mit dem Gedanken gespielt, irgendwann zusammen ein Team betreuen zu wollen. Allerdings hat Stefan ja selbst noch gekickt. Nachdem Dennis nicht mehr als Co-Trainer zur Verfügung stand, war nun ein guter Zeitpunkt gekommen. Stefan ist sehr umtriebig und engagiert. Ich bin mir sicher, dass er in die neue Rolle hineinwachsen wird, und freue mich auf hoffentlich viele gemeinsame Jahre!"

Stefan Neubauer erlebte die Kreisklassen-Rückkehr noch als Spieler, nun wird der Routinier als Co-Trainer an die Seite von Stefan Kiendl rücken.
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Keine Angst vor der Herausforderung

Nun steht dem neuen Trainerteam also gleich einmal ein ganzer Haufen an Arbeit bevor. Für Kiendl absolut kein Problem: "Einfach kann jeder! Natürlich ist die aktuelle Situation eine große Herausforderung. Trotzdem ist es eine Möglichkeit, um sich erneut zu beweisen und wieder etwas von Grund auf neu aufzubauen. Auch wenn es mit Sicherheit nicht einfach werden dürfte, ich freue mich darauf!"

Neben dem einen oder anderen externen Trainingsgast richtet sich der Blick der Trainer vor allem auch auf die eigenen Reihen und den eigenen Nachwuchs: "Natürlich richtet sich der Fokus dieser Jungs zunächst einmal Richtung Kreisliga – viele sind auch in der Vorbereitung bei der 1. Mannschaft mit dabei. Trotzdem tut es ja der Entwicklung von jungen Spielern auch gut, regelmäßige Spielpraxis zu erhalten. Insofern ist die Kreisklasse für manchen vielleicht trotzdem ein guter Einstieg in den Herrenbereich. Obendrein bietet sich nun Spielern eine Chance, die in der abgelaufenen Spielzeit vielleicht etwas in der zweiten Reihe standen. Potenzial sehe ich jedenfalls einiges! Allerdings blicken wir schon auf einen großen Umbruch, weshalb es durchaus Zeit brauchen könnte, bis sich alles gefunden hat."

Die Puzzlespiele für Stefan Kiendl und seinen neuen Co-Trainer Stefan Neubauer haben also nur zwei Wochen nach dem Aufstiegsjubel längst begonnen.

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