Artikel vom 08.05.2026 14:00 Uhr
Markus Giering und Co würden gern, wie hier beim letzten Kreispokalsieg, am Sonntag feiern: Dieses Mal aber die Meisterschaft.
Am kommenden Sonntag kann der FC Kalchreuth mit einem Sieg gegen die SpVgg Hüttenbach die Meisterschaft der Bezirksliga Nord perfekt machen. Kapitän Markus Giering gibt sich vor dem entscheidenden Spiel optimistisch, warnt aber vor dem Gegner: Die Vorfreude im Dorf ist riesig – doch die Arbeit ist noch nicht getan.
Trotz der greifbaren Meisterschaft mahnt Markus Gierung eindringlich zur Vorsicht. „Wir sind überhaupt nicht überheblich und denken, wir hauen jetzt Hüttenbach vom Platz", betont der Kapitän. Im Gegenteil: Der Gegner aus Hüttenbach kommt mit breiter Brust nach Kalchreuth. Die SpVgg hat zuletzt mit einem beeindruckenden 6:2-Sieg aufhorchen lassen, schonte ihren Kader im Pokal bewusst und hat selbst noch einen handfesten Grund, sich voll reinzuhängen – der sichere Klassenerhalt ist noch nicht in trockenen Tüchern. „Die werden uns da definitiv nichts schenken", ist sich Giering sicher.
Eine Mannschaft, die mit dem Rücken zur Wand steht, kann gefährlicher sein als jeder Tabellenführer. Das weiß auch der Kalchreuth-Kapitän, der seiner Mannschaft deshalb vor allem eines mitgibt: voller Fokus, maximale Konzentration und den unbedingten Willen, diese 90 Minuten zu gewinnen – egal, wie sich das Spiel entwickelt.
Markus Giering (am Ball) freut sich zusammen mit dem ganzen Dorf auf den Sonntag.
Heidi Huber
15 Treffer in zwei Spielen: Torgefahr auf viele Schultern verteilt
15 Tore in den letzten beiden Partien – eine beeindruckende Ausbeute, die Giering jedoch nicht auf einen einzelnen Ausnahmespieler zurückführt, sondern auf die Stärke des gesamten Kollektivs, das die Mannschaft über die ganze Saison hinweg zum möglichen Titel trägt. Anders als beim Konkurrenten aus Herzogenaurach, wo Torjäger Kevin Rockwell allein über 30 Treffer erzielt hat, verteilt sich die Torproduktion bei Kalchreuth auf viele verschiedene Schultern. „Das macht uns ein Stück weit unberechenbarer", erklärt der Kapitän – und das ist durchaus als Kompliment an die gesamte Mannschaft gemeint. Natürlich haben auch glückliche Umstände mitgespielt: Eine frühe Gelb-Rote Karte bei Zeckern erleichterte die Aufgabe spürbar. Doch Giering betont, dass die Ergebnisse am Ende verdient waren. Und generell zeigt die gestiegene Torausbeute im Vergleich zur letzten Saison, dass sich diese Mannschaft weiterentwickelt hat – technisch, taktisch und vor allem in ihrer Effizienz vor dem Tor.
Toni Rößner (links) ist mit zwölf Treffern bester Schütze des Kalchreuther Kollektivs.
anpfiff.info/Sebastian Baumann
Die Zirndorf-Niederlage? Schnell abgehakt – jetzt daheim Meister werden
Dass Kalchreuth die Meisterschaft möglicherweise bereits in der Tasche hätte, wäre da nicht die Niederlage gegen Zirndorf gewesen, lässt Giering erstaunlich gelassen. „Keiner von uns war so vermessen, dass wir ohne Niederlage durch die Saison gehen", sagt er. Zirndorf habe ein ordentliches Spiel gemacht, Kalchreuth sei auf Augenhöhe gewesen – aber ein Spektakel sei es nicht gewesen, und am Ende zog der Tabellenführer den Kürzeren. Doch bereits früher in der Rückrunde hatte es einen Ausrutscher gegen Lauf gegeben, auch der wurde schnell verdaut.
Der entscheidende Puffer, der solche Rückschläge auffangen konnte, war durch den wichtigen Sieg gegen Herzogenaurach erarbeitet worden. Und so fügt sich alles zu einer Geschichte zusammen, die am Sonntag ihren perfekten Abschluss finden soll – daheim, vor den eigenen Fans, mit dem ganzen Dorf im Rücken. „Ich freue mich insbesondere für die Jungs, für das ganze Team, das in diesem Jahr wieder enorm viel investiert hat", sagt Giering und freut sich auf das Finale auf eigenem Platz. Der Sonntag soll ein Fest werden. Aber erst nach harter Arbeit auf dem Platz.