Was macht eigentlich: Wolfgang Diehm? - fussballn.de
Artikel vom 08.04.2026 07:00 Uhr
Was macht eigentlich: Wolfgang Diehm?
Wolfgang Diehm ist zwar nicht mehr auf der Trainerbank, aber doch durchaus noch auf den Sportplätzen der Region anzutreffen.
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Über Jahrzehnte hinweg gehörte Wolfgang Diehm zum festen Inventar des hiesigen Amateurfußballs. Erst als langjähriger Spieler seines TSV Buch, anschließend auch als engagierter Trainer am Wegfeld, der SpVgg Nürnberg, des ESV Flügelrad und des ASN Pfeil-Phönix. Seit dem Ende am Marienberg im Jahr 2019 ist es um den heute 57-Jährigen aber ruhig geworden. Grund genug, sich zu fragen: Was macht eigentlich Wolfgang Diehm?
Von Michael Watzinger
Schon immer ein Typ mit klarer Meinung

Fast sieben Jahre ist es inzwischen her, dass Wolfgang Diehm offiziell als Trainer an der Seitenlinie in der Verantwortung stand und den ASN Pfeil-Phönix in der Kreisklasse coachte. Sicher, 2021 sprang der heute 57-Jährige interimsweise bei seinem Heimatverein, dem TSV Buch, in die Bresche und übernahm für einige Wochen den damals trainerlosen Landesligisten. Dennoch ist es um den über Jahrzehnte hinweg so meinungsstarken Diehm inzwischen deutlich ruhiger geworden. Seine Spielerlaufbahn verbrachte er dabei vollständig am Bucher Wegfeld, lief dabei in einigen Partien für die 2. Mannschaft und in über 400 Partien für die 1. Mannschaft auf – "nicht alle von Anfang an", wie Diehm mit einem Schmunzeln erzählt. "Ich war schon immer ein geradliniger Typ und habe stets meine Meinung vertreten. Das kam sicher nicht überall gut an und ist sehr wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum ich bei meinen 400 Spielen in der 1. Mannschaft nicht immer von Beginn an auf dem Spielfeld stand", blickt der Charakterkopf mit einem Schmunzeln zurück.

Zum Ende seiner Spielerlaufbahn hin erfolgte schließlich auch beim TSV Buch der Wechsel in das Trainergeschäft – erst noch als Spielertrainer, dann nur noch an der Seitenlinie. "Wir hatten in der 2. Mannschaft irgendwann keinen Trainer mehr und ich habe dann relativ unverhofft übernommen. Erst war ich noch als Spielertrainer mit dabei, weil der Kader recht dünn war, aber irgendwann bin ich an die Seitenlinie gewechselt. Es folgte eine recht erfolgreiche Zeit mit zwei Aufstiegen und einer unheimlich guten Truppe, gerade was die Kameradschaft anging. Das Ende 2011 war dann unschön, schließlich teilte man mir trotz eines guten 3. Platzes mit, nicht mit mir verlängern zu wollen. Das von deinem Herzensverein zu hören, für den du so viele Jahre aktiv warst, hat schon wirklich wehgetan", blickt "Gellek" (den Spitznamen hat er von seinem Vater geerbt, dem eine Ähnlichkeit mit dem früheren Fußballer von Liverpool Ian Callaghan nachgesagt wurde), wie er in Buch gerufen wird, ehrlich auf sein damaliges Ende am Wegfeld zurück.

2021 übernahm Wolfgang Diehm (r.) interimsweise noch einmal für einige Wochen bei seinem Heimatverein, dem TSV Buch, an der Seitenlinie. Seitdem ist es um den meinungsstarken Charakterkopf ruhiger geworden.
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Die Gebersdorfer Jungs als sportliches Highlight

Anschließend fand Diehm bei der SpVgg Nürnberg eine neue sportliche Heimat. Die insgesamt fünf Jahre bei den Gebersdorfer Jungs blieben ihm dabei in ganz besonderer Erinnerung. "Ich hatte das Glück, eine wirklich außergewöhnliche Mannschaft trainieren zu dürfen: Wir hatten nicht nur mit Spielern wie zum Beispiel Pirkwieser, Bottner, Wagler oder Ballatore wirklich überragende Ausnahmekönner in den eigenen Reihen, die Jungs und das gesamte Umfeld haben einfach unfassbar gut zusammengepasst. Die Zeit bei der SpVgg möchte ich daher absolut nicht missen – es war meine schönste Zeit und das sportliche Highlight meiner gesamten Laufbahn", gerät Diehm in der Rückschau regelrecht ins Schwärmen.

Die gemeinsame Zeit mit Ausnahmekönner Tobias Pirkwieser (r.) und den Gebersdorfer Jungs bezeichnet Wolfgang Diehm auch heute noch als absolutes Highlight seiner sportlichen Laufbahn.
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Nach dem Ende in Gebersdorf zog es den nach wie vor hungrigen Diehm weiter zum ESV Flügelrad, ehe ein Jahr später der ASN Pfeil-Phönix folgen sollte. "Ich war damals heiß und habe mich riesig auf die jeweilige Aufgabe gefreut. Insgesamt hatte ich immer charakterlich ganz feine Mannschaften und die Arbeit hat mir unheimlich Spaß gemacht. Im Anschluss an meine Zeit bei den Assen habe ich dann aber gemerkt, dass ich eine Pause brauche. Es ist im Laufe der Jahre dann doch etwas die ganz große Motivation abhandengekommen, auch weil die heutige Generation den Fußball anders sieht als ich damals. Deshalb habe ich für mich dann letztlich auch beschlossen, dass ich nicht mehr auf die Trainerbank zurückkehren werde." 

Eine Ausnahme machte Diehm dann aber doch, als 2021 sein Herzensverein TSV Buch noch einmal auf ihn zukam, um ihn als Interimscoach zu installieren: "Der TSV ist mein Leben! Ich habe dort gespielt, war Jugendtrainer sowie Trainer im Herrenbereich und habe darüber hinaus viele weitere Aufgaben übernommen. Nach dem Ende bei den Assen gab es eine Aussprache mit ein paar Verantwortlichen und ich bin wieder näher an den Verein herangerückt. Es war für mich keine Frage, dass ich meinem TSV in dieser Zeit helfe – zumal es für mich auch interessant war, einmal eine Landesliga-Truppe zu coachen. Das hatte schon auch einen besonderen Reiz."

Die Trainerstation beim ASN Pfeil-Phönix sollte eigentlich die letzte in der Laufbahn von Wolfgang Diehm sein. Dann allerdings folgte doch noch einmal ein Interimsauftritt bei seinem TSV Buch.
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Ab sofort nur noch Beobachter

Das Trainergeschäft hat Diehm inzwischen hinter sich gelassen, auf den Sportplätzen ist der fußballverrückte Charakterkopf dennoch weiterhin regelmäßig anzutreffen. Für den TSV Buch beobachtet er dabei Juniorenspiele und hält nach talentierten Spielern Ausschau. "Wenn man so viele Jahre wie ich auf den Sportplätzen zuhause war, ändert sich das nicht einfach so. Ich schaue nach wie vor gerne Spiele an und beobachte junge Spieler, die für den TSV interessant sein könnten. Darüber hinaus schaue ich aber auch gerne bei dem einen oder anderen Nachbarschaftsverein wie zum Beispiel dem TB Johannis 88 zu. Ich liebe den Fußball nach wie vor noch, brauche aber den ganzen Stress nicht mehr, den der Trainerjob in aller Regel so mit sich bringt. Deshalb steht für mich ganz klar fest, dass ich nicht mehr auf eine Trainerbank zurückkehren werde." Eine Sache will Diehm dann aber doch nicht ausschließen: "Sollte einmal wieder kurzfristig Hilfe benötigt werden, wäre das in meinen Augen schon etwas anderes. Interimsweise würde ich wohl nicht nein sagen."

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Steckbrief W. Diehm

Spitzname
Gellek
Alter
57
Geburtsort
Nürnberg
Familie
in Beziehung
Nation
Deutschland
Hobbies
Sportplatz, Karteln
Starker Fuß
Rechtsfuß
Erfolge
Kreisliga-Aufstieg mit der SpVgg Nürnberg

Trainerstationen W. Diehm

21/22
LL
 
21/22
LL
 
17/18
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