Artikel vom 18.03.2026 07:00 Uhr
Tobias Wölfel war über viele Jahre hinweg ein absoluter Erfolgsgarant seines FSV Stadeln.
Über viele Jahre hinweg war Tobias Wölfel als Leitwolf und Defensivspezialist einer der Erfolgsgaranten beim beispiellosen Aufstieg seines FSV Stadeln. Während der Corona-Pandemie erfolgte schließlich eine Art Abschied auf Raten, ehe im Dezember 2020 das endgültige Ende der Laufbahn erfolgen sollte. Grund genug, sich nach fünfeinhalb Jahren allmählich zu fragen: Was macht eigentlich Tobias Wölfel?
Wölfel ein zentraler Baustein der Stadelner Erfolgsstory
Ohne Frage, der Name Tobias Wölfel war über viele Jahre hinweg eng mit dem FSV Stadeln und seinem bespiellosen Aufschwung verbunden: Als hochgezogener A-Junior machte er schon in der Saison 2002/03 den Kreisliga-Aufstieg mit, hielt seinem FSV in der Folge bis auf einen halbjährigen Abstecher zum ASV Vach über den gesamten Herrenbereich hinweg die Treue und war mit über 600 Spielen eines der großen Aushängeschilder des Vereins. Als Defensivspezialist und Leitwolf sorgte Wölfel für die nötige Stabilität der Hintermannschaft und erlebte so in führender Rolle den Weg bis hinauf in die Landesliga am Kronacher Wald mit.
Wenig überraschend blickt der Wölfel mit viel Zufriedenheit auf die damalige Zeit zurück: "Letztlich war es schon eine glückliche Fügung, dass sich damals ein Team mit so einer tollen Qualität und einer fast noch besseren Kameradschaft gefunden hatte. Es hat unfassbar großen Spaß gemacht, ein Teil davon zu sein! Mit einigen der Jungs entwickelten sich enge Freundschaften, die weit über den Fußball hinausgingen und nach wie vor Bestand haben."
Auf Tobias Wölfel war beim FSV Stadeln über viele Jahre hinweg absoluter Verlass: Als defensiver Anker und Kapitän sorgte der Führungsspieler für die nötige Stabilität und prägte so eine äußerst erfolgreiche Ära am Kronacher Wald.
Heidi Huber
Ein Abschied in mehreren Akten
So erfolgreich und fast schon märchenhaft Wölfels Laufbahn am Kronacher Wald verlief, den Abschied hätte man sich für einen derart verdienten Akteur des hiesigen Amateurfußballs sicher anders vorgestellt. Zunächst kämpfte sich Stadelns Nummer 4 nach einem erlittenen Kreuzbandriss während der Corona-Pause zurück, ehe die Pandemie im Anschluss dennoch immer wieder ihre Tücken hatte. Schließlich verkündete Leitwolf Wölfel zusammen mit Kumpel und Torjäger Gerhard Strobel bereits im Mai das jeweilige Laufbahnende, ehe man sich nach dem Abbruch der Saison doch dazu entschloss, bis zum Ende des Jahres weiterzumachen.
Im Dezember 2020 war dann aber endgültig Schluss. Mit etwas Verzögerung war somit klar, dass der 3:1-Heimsieg im Derby gegen den ASV Vach, bei dem der Routinier vor Anpfiff für seinen 600. Einsatz im Stadelner Dress geehrt wurde, das letzte Spiel sein sollte. "Erst war die Corona-Pause gut, um mich noch einmal heranzuarbeiten. Im weiteren Verlauf hat die Corona-Saison dann mit ihren Bestimmungen und Auflagen bei mir aber schon Spuren hinterlassen. Es kamen mehrere Faktoren zusammen, die mir dann gezeigt haben, dass die Zeit fürs Aufhören letztlich doch langsam gekommen ist. Gegen Vach waren einige meiner Freunde vor Ort und mit dem Sieg war es ein sehr schönes Ende", erinnert sich Wölfel zurück.
Tobias Wölfel (l.) wurde vor dem Derby gegen den ASV Vach von FSV-Vorstand Hermann Lang (r.) für 600 Partien im Stadelner Dress geehrt.
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Ohne Fußball geht es nicht
Gut fünfeinhalb Jahre ist der offizielle Abschied des Leitwolfs also inzwischen her, losgelassen hat ihn der Fußball deswegen aber dennoch nicht und dem FSV blieb Wölfel auch weiterhin erhalten: "Bei den Alten Herren bin ich nach wie vor noch am Ball und schaue auch, dass ich mittwochs und freitags mit dabei bin, wann immer es geht. Viele der Jungs von früher sind mit dabei und wir sind ein bunter Haufen, der Spaß macht und eine gute Zeit zusammen hat. Außerdem bin ich Beisitzer im Beirat des Vereins und weiß also schon noch, was beim FSV so passiert", erzählt Wölfel mit einem Lächeln.
Ein besonderes Highlight bot sich dem Defensivspezialisten schließlich noch einmal im August 2021, als ein personeller Notstand zum Spiel gegen den TSV Neudrossenfeld Wölfel zu einem Comeback veranlasste. Es spricht für sich, dass der FSV jene Partie mit 2:1 für sich entscheiden konnte – mit einem souveränen Auftritt des Routiniers in der Innenverteidigung: "Das kam natürlich total unverhofft, hat aber auch nochmal Spaß gemacht. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch relativ fit und habe mir die Aufgabe deshalb zugetraut. Es war natürlich umso schöner, dass am Ende ein Sieg bei meinem nun wirklich letzten Abschiedsspiel im Herrenbereich herausgesprungen ist."
Inzwischen findet man den langjährigen Abwehrchef bei Heimspielen also wirklich nur noch auf der Stadelner Tribüne. "Ich schaue mir das Geschehen immer gerne und so oft wie möglich an, habe mich auch sehr über den Aufstieg gefreut und war von der Hinrunde der Mannschaft absolut begeistert. Es ist schon etwas Besonderes, den FSV in der Bayernliga zu sehen – wir hatten diesen Sprung ja in der Relegation gegen Haibach damals knapp verpasst."
Inzwischen wirklich nur noch Tribünengast bei den Partien des FSV-Stadeln-Herrenteams: Tobias Wölfel (unten) verfolgt die Geschehnisse auf dem grünen Rasen noch mit großem Interesse.
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Darüber hinaus verbringt der heute 41-Jährige seine Zeit am liebsten mit Familie und Freunden: "Der Fokus hat sich inzwischen selbstverständlich verschoben. Ich habe geheiratet, habe zwei Jungs im Alter von zwei und vier Jahren und damit auch das Windelnwechseln gelernt", zeigt der früher beinharte Verteidiger inzwischen seine andere Seite mit einem lauten Lachen. "Da geht es dann öfter auf den Spiel- statt auf den Fußballplatz – auch wenn ich natürlich hoffe, dass die Jungs später vielleicht auch mal den Fußball für sich entdecken. Ansonsten treffen wir uns viel mit Freunden und gehen mal in den Biergarten. Außerdem habe ich für mich ein wenig das Padel-Tennis entdeckt. Die große sportliche Liebe bleibt aber trotzdem der Fußball."