Ab in den Süden
Geschrieben von: Marco Galuska / T. Paul
Die Spielerwechsel der Bezirksliga Süd
Mit der SG Nürnberg 83 und ASV Fürth haben zwei Vereine aus dem "überfüllten" Norden ein Auswärtsspiel in der Süd-Staffel angetreten. Vorbei sind nun auch die Abwägungen der Vor- und Nachteile, die der Umzug in den Süden für die "Fremdgänger" bereit hält. Im Gegensatz zur Nord-Gruppe wird im Süden weiter regulär mit 16 Teams gespielt, drei Mannschaften müssen absteigen, der Viertletzte geht in die Relegation.
Mehr oder weniger freiwillig zogen die SG 83 und der ASV Fürth in die unbekannte Bezirksliga Süd um. Da fünf Aufsteiger und vier Absteiger geographisch in die Bezirksliga Nord drängten, hätte sich ein Ungleichgewicht von 19 Mannschaften (Nord) zu 14 Teams (Süd) ergeben. In der Folge mussten von der Bezirksspielleitung zwei Mannschaften "gefunden" werden, die sich in eine neue Umgebung wagen würden.
Noch vor Ablauf der Frist, die Bezirksspielleiter Ludwig Beer den Vereinen setzte, bevor er selbst bestimmten wollte, in welche Gruppe die Vereine zugeteilt werden, signalisierte die SG Nürnberg 83 ihre Bereitschaft den Umzug in den Süden zu vollziehen. Dabei geht die Fusionself nach dem Abstieg mit verhaltenen Erwartungen in die Saison. Den sofortigen Wiederaufstieg, nach dem viele fragen und den sich Anhänger wie Freunde des langjährigen Bezirksoberligisten SG 1883 natürlich erhoffen und wünschen, sieht Coach Stefan Johannsen nicht als realistisches oder gar vorrangiges Ziel des Vereins an der Nürnberg-Fürther Stadtgrenze. Der Stellvertretende Fußball-Abteilungsleiter, der im Herbst 2009 für den um seine Ablösung bittenden Bischoff-Nachfolger Hans Hendel als Trainer eingesprungen war und dem Ansinnen seines Umfeldes nach Fortsetzung seiner Doppeltätigkeit unabhängig vom Klassenerhalt trotz starker beruflicher Belastung entsprach, sieht die Lage im neuen Umfeld als "schwierig zu beurteilen, weil wir es weitestgehend mit unbekannten Gegner zu tun bekommen". Darin aber liegt aus Sicht des SG-Trainers auch ein Ansporn ("Unsere Aufgaben sind trotzdem oder gerade deswegen reizvoll!") und gibt sich vorsichtig optimistisch: "Unser Ziel ist ein Platz im vorderen Bereich." Die vereinsinterne Analyse der Saison 2009/10, die nach acht Jahren Zugehörigkeit zur Bezirksoberliga (2002-2010) mit anfangs mehrmaligem Klopfen ans Tor zur Landesliga den Abstieg bescherte, zeigte klare Ergebnisse: Dem kurzen Zwischenspurt zum Ende des Jahres 2009 mit sehr stabilen Leistungen folgten zum Start nach der Winterpause drei Niederlagen in Folge. Diese hinterließen spürbare Folgen bei den Spielern, die zu selten ihre verfügbaren Leistungen abrufen konnten. Nach den Siegen über den ASV Neumarkt, BSC Erlangen und SK Lauf hätte ein weiterer "Dreier" in den letzten beiden "Endspielen" gegen den ASV Vach und den FC Hersbruck gereicht, um die Klasse zu halten. Das Ergebnis ist bekannt, beide Spiele gingen verdient verloren. Doch das ist nun Vergangenheit - der Blick geht nach vorne und die Hoffnung liegt darin, dass der bittere Abstieg eine Rückbesinnung auf frühere Tugenden bringt. Als da wäre vor allem, die aus dem Jugendbereich nachrückenden jungen Talente wieder besser zu integrieren.
Stefan Johannsen trifft mit seiner SG 83 weitgehend auf unbekannte Gegner und sieht die Aufgabe im Süden daher reizvoll.
Foto: fussballn.de
Den noch im Winter drohenden Abstieg konnte der ASV Fürth eindrucksvoll abwenden und letztlich sogar noch auf einen lange nicht für möglich gehaltenen fünften Rang abschließen. Auf der jahrelang fix besetzten Trainerposition kam es in der vergangenen Saison fast schon zu einem Männleinlaufen. Nach dem Abschied von Reinhold Fischer übernahm dessen Co-Trainer Sergio Jardon zunächst als Platzhalter für eine externe Lösung. Diese schien in Emin Karademir gefunden, doch die Chemie im Dreieck Verein, Trainer, Mannschaft stimmt nicht, so dass mit der Stimmung auch der Tabellenplatz in Richtung Keller tendierte. Noch vor dem Jahreswechsel war die Posse um Karademir Geschichte und Jardon, auf deutlichen Wunsch der Mannschaft, wieder am Ruder. Was sich schon beim Gewinn der Fürther Hallenmeisterschaft auf Anhieb gut anließ, setzte sich im Jahr 2010 fort. Das Abstiegsgespenst wurde aus der Magazinstraße vertrieben, dagegen lehrte der ASV auch den Favoriten das Fürchten.
Ganz freiwillig war der Umzug in den Süden für die Lilanen freilich nicht. Doch nun möchten die Fürther sich in einem neuen Umfeld beweisen und streben einen sicheren Mittelfeldplatz an. In der Vorbereitung ließ Trainer Jardon an der Viererkette basteln und gab zu, dass die Mannschaft das System noch nicht verinnerlicht habe. Man darf also gespannt sein, ob der ASV beim Auftakt am Samstag beim Kreisliga-Champion ESV Ansbach-Eyb eine gelungene Premiere feiert oder auf Altbewährtes zurückgreifen wird. Für die SG 83 geht es tagsdarauf im Heimspiel gegen den ambitionierten TSV 1860 Weißenburg, bei dem Torjäger Mario Swierkot kurzfristig wieder zurück zum TSV Kornburg wechselte, um eine erste Standortbestimmung.
Während sich der ASV Fürth und die SG 83 moderat in ihren Saisonzielen äußern, möchte der FV Wendelstein unter Hendrik Baumgart, der Stefan Wüst im Winter abgelöst hatte, schon in Richtung BOL schnuppern, auch wenn der FVW den Aufsteiger SV Seligenporten II in der Favoritenrolle sieht. Des Weiteren wird auch der letztjährige Dritte SC Aufkirchen als Titelanwärter gehandelt, während es um den Vizemeister des Vorjahres, DJK Schwabach, erstaunlich ruhig wurde. Die Nadelstädter mussten zwar einige Abgänge verkraften, betrieben aber mit der Parole "Klassenerhalt" wohl ein wenig Understatement. Dagegen möchte der TV 21 Büchenbach unter der Regie von Herbert Heidenreich, der seinen fast schon festgewachsenen Trainerstuhl vom FSV Bad Windheim zum Vierten des Vorjahres verlegte, ein Wort um den Aufstieg mitreden. Auch der BSC Woffenbach, der nach dem Abschied von Markus Rüger nun von Dominik Haußner (vorher U15-Juniorentrainer beim 1. FCN) gecoacht wird, möchte auf seinen fünften Rang des Vorjahres aufbauen und weiter oben mitmischen.
Verfolgen Sie auf fussballn.de das Auswärtsspiel der SG Nürnberg 83 und ASV Fürth!
SG Nürnberg 83
Neuzugänge:
Bauer (SC Germania), Grießemer (TSV Südwest), Chkodin (VfL Nürnberg), Hofer (SV Maiach), Gökcan (ASV Neumarkt II), Abas (SpVgg Mögeldorf), Schaffner, Coutino (beide eigene Junioren)
Abgänge:
Knie (SV 73 Süd), S. Hendel (Dergahspor), Koch (ASV Fürth), Ranft (SV Schwaig)
Trainer: Stefan Johannsen (seit 10/2009)
Platzierung letzte Saison: Platz 15 (Bezirksoberliga)
Saisonziel: ein Platz im vorderen Bereich der Tabelle
Meisterschaftsfavorit: SV Seligenporten II, SC Aufkirchen
ASV Fürth
Zugänge:
Klaski, Sowinski (beide SG Quelle Fürth), Kreuziger, Oster (beide TSV Ammerndorf), Koch, Romio (beide SG Nürnberg 83)
Abgänge:
Bauernfeind (FSV Weißenbrunn)
Trainer: Sergio Jardon (seit 12/2009)
Platzierung letzte Saison: Platz 5 (Bezirksliga Nord)
Saisonziel: sicherer Mittelfeldplatz
Meisterschaftsfavorit: SC Aufkirchen
FV Wendelstein
Zugänge:
Vierke, Marciano (beide TSV Georgensgmünd), Dogan (TSV Südwest), Farhan (TSV Kornburg), Frenzel (FC Ezelsdorf), Cayoglu (FC Schnaittach), Durham (TSV Ochenbruck), Florian Süß (ASV Fronberg), Wölfel, Beltrami, Rösch, Schlag, Neukamm (alle JFG Wendelstein)
Abgänge:
Gunkel (Laufbahn beendet), Hertrich, Reif (TSV Fischbach), Stefele (SC Großschwarzenlohe)
Trainer: Hendrik Baumgart (seit 01/2010)
Platzierung letzte Saison: Platz 6 (Bezirksliga Süd)
Saisonziel: vorne mitspielen
Meisterschaftsfavorit: SV Seligenporten II




