Thannhausen die Hallenkönige des Freistaats!

Finalsieg gegen Würzburg im 7-Meter-Schießen

Was für ein Einstand für Coach Uwe Neunsinger! Bei der Bayerischen Hallenmeisterschaft in Erlangen holte die TSG Thannhausen in einem spannenden Finale gegen den Würzburger FV mit 8:7 (2:2) nach Sieben-Meter-Schießen den Titel. Im Halbfinale kam das Aus für den Mitfavoriten und Gastgeber FSV Bruck (1:3 gegen Würzburg). Der SV Eyüp Sultan verkaufte sich ordentlich und verabschiedete sich nach der Vorrunde mit einem Punktgewinn.

Es hätte so schön sein können. Der SV Eyüp Sultan, der eine so famose Hallenserie spielte, ging hochmotiviert in das Turnier der Bayerischen Hallenmeisterschaft in Erlangen. Und zunächst schien das Märchen der Nürnberger Sultane in der Halle weiterzugehen. In der Auftaktpartie gegen den Würzburger FV präsentierten sich die Türken einmal mehr von ihrer besten Seite und lieferten dem späteren Finalisten einen offenen Schlagabtausch. Spielertrainer Ercan Dedeoglu und Kapitän Davut Sari glichen zweimal die Führung der Würzburger aus. Doch die Freude über das 2:2-Remis wurde in der letzten Spielminute erheblich getrübt. In einem Zweikampf verletzte sich Sari schwer am Knie - ein Foulspiel seines Gegenspielers lag nicht vor. "Es hat dreimal gekracht", konnte der emsige Stürmer, im Bezirk noch zum besten Spieler gewählt, keine Entwarnung geben und musste mit Schmerzen im Knie fortan passen.

Endstation VorrundeEndstation Vorrunde: Für den SV Eyüp Sultan (weiß) reichte es zu einem Punktgewinn und Platz 7 bei der Bayerischen Hallenmeisterschaft.
Foto: Zink

Eine genaue Diagnose steht noch aus, jedoch teilte Abteilungsleiter Ugur Cankaya mit, dass bei seinem Kapitän der Verdacht auf Kreuzbandriss bestehe. Cankaya ist freilich kein Arzt, mit dem Schreckgespenst für jeden Fußballer aber bestens vertraut: im vergangenen Winter riss er sich selbst das Kreuzband als Eyüp bis in das Kreisendturnier vordringen konnte. Das Fehlen Saris machte sich in der zweiten Partie gegen den oberfränkischen TSV Mönchröden gleich doppelt bemerkbar. Zum einen fehlte ein wichtiger Akteur auf dem Parkett, zum anderen hatte der Ausfall dem Kreisligisten auch einen kleinen Schock versetzt. Den "psychologischen Genickbruch" lieferten allerdings dann die Freistöße der Oberfranken. Mit 2:1 führte Eyüp Sultan nach Treffern von Serdar Cetinkaya und Erkin Angin. In der letzten Minute nutzte Mönchröden drei Freistöße gnadenlos aus und drehte die Partie zum 2:4-Endstand aus Sicht der Nürnberger.

Zwar waren die Sultane, die von rund 200 Anhängern in der mit 850 Zuschauern gut besuchten Emmy-Noether-Halle lautstark unterstützt wurden, vor ihrer abschließenden Partie gegen den FC Unterföhring noch im Rennen. Doch die Oberbayern nutzte die Schwächen der Nürnberger gnadenlos aus und zogen ihrerseits durch das deutliche 6:2 ins Halbfinale ein. Der Würzburger FV gewann schließlich die Gruppe A mit sieben Punkten (2:0 gegen Unterföhring, 1:0 gegen Mönchröden).

Tomas GalasekTomas Galasek erwies sich als Teamplayer beim FSV Bruck. Zum Titel reichte es für die Lokalmatadoren aber nicht.
Foto: Zink

In der Gruppe B starteten die beiden Bayernligisten FSV Bruck (3:2 gegen den ETSV Landshut) und TSG Thannhausen (3:1 gegen den SV Detag Weiden) mit Siegen. Im anschließenden direkten Vergleich konnte Thannhausen mit seinem famosen Hallenspezialisten Stefan Selig, der für das Endturnier fit gemacht wurde, die Gastgeber mit 3:1 besiegen. Ex-Profi Tomas Galasek, der an Stelle von Trainer Gerd Klaus bei den Bruckern eingesetzt wurde, konnte dem Turnier dagegen nicht seinen Stempel aufdrücken. Dennoch reichte es für die Erlanger durch einem lockeren 7:0-Sieg gegen Weiden zum Halbfinaleinzug hinter Gruppensieger Thannhausen (1:1 gegen Landshut). Dabei schoss sich Dennis Haan mit vier Treffern zum Torschützenkönig des Turniers.

Im Halbfinale zerplatzten dann die Träume des zweiten mittelfränkischen Vertreters. Mit 3:1 unterlag Bruck einem hochkonzentrierten Würzburger FV. Packenden Hallenfußball bekamen die Zuschauer im zweiten Halbfinale zu sehen. Zweimal konnte der FC Unterföhring, der mit Igor Pintar den besten Torhüter des Turniers stellte, in Führung gehen, doch Thannhausen schlug zweimal zurück. Mit dem 2:2 ging es in die Verängerung und da war Kapitän Marian Dischl mit seinem Treffer der Matchwinner für die TSG.

Dass in den K.O.-Spielen "alles möglich" sei, hatte Thannhausens Coach Uwe Neunsinger schon vor dem Turnier erwartungsfroh betont. Und einmal soweit gekommen wollten die Schwaben natürlich auch den ganz großen Coup landen. Die Pausenführung durch Dischl glichen die Würzburger ebenso aus wie die 2:1-Führung durch Wilson Onyemaeke. Nachdem die Verlängerung keine Entscheidung liefern sollte, ging es ins Sieben-Meter-Schießen, wobei sich TSG-Keeper Sebastian Steidle mit einem selbst verwandelten und einem parierten Siebenmeter zum Helden aufschwang. Traditionell mit großer Fanschar angereist war der Jubel im Lager des Bayernligisten über den ersten Sieg bei der Bayerischen natürlich groß. Für Neunsinger war es bereits der dritte Bayerische Hallentitel. Nach 1990 als Torhüter der SG Quelle Fürth, 2000 als schussgewaltiger Spielertrainer des ASV Vach nun - in aller Regelmäßiglkeit - 2010 der erste Titel hinter der Bande.

1500 Euro gab es neben der Siegertrophäe für die TSG Thannhausen. Der FSV Bruck durfte sich mit 750 Euro trösten und dem SV Eyüp Sultan blieben neben den tollen Erinnerungen einer sensationellen Hallenrunde weitere 500 Euro an Preisgeld aus dem Lotto-Bayern-Hallencup. Doch nun gilt es für Ercan Dedeoglu und seiner Truppe, den Rhythmus für die Wintervorbereitung aufzunehmen. Die besten Genesungswünsche gehen dabei an Davut Sari, auf dass er seine Sultane bald wieder tatkräftig unterstützen kann!