Die Schwankungen in den Griff kriegen
Geschrieben von: Marco Galuska Dienstag, den 14. Februar 2012 um 13:31 Uhr
TSV Langenzenn möchte sich weiter in der Kreisklasse etablieren
Nach dem Abstieg aus der Kreisklasse im Jahr 2006 und dem durch die Neustrukturierung des Fußballkreises erfolgten Wechsel in Richtung Frankenhöhe ist der TSV Langenzenn ein wenig aus dem Blickfeld des Altkreises Nürnberg/Fürth verschwunden. Mittlerweile hat sich das junge Team von Trainer Norbert Engst wieder in die Kreisklasse gespielt und strebt dort in der aktuellen Saison einen Mittelfeldrang an. Ein paar erfahrene Akteure sollen beitragen, die Truppe von ihren Leistungsschwankungen zu befreien.
Rund 40 Jahre ist es her, als der TSV Langenzenn seine Glanzzeit erlebte und als souveräner Meister der damaligen Bezirksliga in die Landesliga aufstieg. Auch nach dem Abstieg 1974 spielte man immerhin noch eine Dekade in der Bezirksliga. Nach dem Abstieg in die Kreisliga Erlangen-Forchheim erfolgte 1986 der Wechsel in den Kreis Nürnberg/Fürth. Dieser war nicht von Erfolg gekrönt, stieg man doch prompt sang- und klanglos in die B-Klasse (heutige Kreisklasse) ab. Eine typische Mittelfeldmannschaft der B-Klasse hatte Langenzenn dann bis zum Jahr 1994, als man knapp hinter der DJK Oberasbach aus der B-Klasse-West abstieg, um diesen Betriebsunfall im Folgejahr mit einer souveränen C-Klassen-Meisterschaft (121:15-Tore, 45:3-Punkte) zu korrigieren.
Es folgte der Angriff auf die A-Klasse, doch verpasste der TSV als Zweiter 1996 nur knapp den Durchmarsch. Nach Jahren in der Kreisklassen-Spitzengruppe war man 2001 wieder nahe dran am Aufstieg in die Kreisliga, doch obwohl das legendäre Entscheidungsspiel um Rang zwei gegen den FSV Stadeln (in Unterzahl einen 1:3-Rückstand in der Verlängerung wett gemacht) im Elfmeterschießen noch gewonnen wurde, in der Relegation gab es wieder kein Happyend für die Langenzenner. Ausgerechnet im Jahr des verschärften Abstiegs landete der TSV - über Jahre stets mit Tendenz nach oben - nur auf Rang elf und musste die Klasse nach unten verlassen. Nach dem direkten Wiederaufstieg folgte 2008 ein weiterer Abstieg, den die Truppe von Norbert Engst im vergangenen Jahr mit dem Aufstieg über die Relegation wieder gut machen konnte.
Über die Relegation gelang dem TSV Langenzenn 2011 die lang ersehnte Rückkehr in die Kreisklasse.
Foto: TSV
Dass der TSV Langenzenn zuletzt ein wenig aus dem Blickfeld im Altkreis Nürnberg/Fürth verschwunden ist, hat freilich auch damit zu tun, dass man seit der Neustrukturierung des Kreises in Richtung Frankenhöhe spielt. Hinter dem souveränen Meister SV Losaurach gab es in der Saison 2010/11 dort den ersehnten Aufstieg durch einen 3:2-Sieg in der Relegation gegen den SC Dietersheim. Den Klassenerhalt hatte sich TSV-Urgestein Engst, der seit 2007 die Herren-Mannschaften in Langenzenn trainiert, für die laufende Saison in der Kreisklasse 1 vorgenommen. Mit 22 Punkten liegt man auf Platz neun und konnte sich somit ein Acht-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge erspielen. Schwankende Leistungen waren ausschlaggebend dafür, dass der Aufsteiger nicht ein paar Ränge weiter oben platziert liegt. Den besten Beweis dafür lieferte die Truppe Anfang Oktober, als man zunächst mit 0:7 beim DTV Diespeck unterging, um zwei Tage später dann den Spitzenreiter SV Hagenbüchach mit 2:0 zu bezwingen. "Zu Hause lief es eigentlich immer recht gut für uns, aber auswärts war das einfach zu wenig", weiß Engst um die mageren drei Remis, die sein TSV in der Fremde holte. Die Heimbilanz kann sich dagegen wahrhaft sehen lassen: Sechs Spiele wurden gewonnen, ein Remis gegen Uffenheim II und eine Niederlage gegen den TSV Emskirchen waren mehr als nur eine solide Basis.
Tommaso Cavallo ist seit dem Sommer wieder beim TSV Langenzenn gelandet und will seinem Verein - so gut es sich mit dem Beruf vereinbaren lässt - weiterhelfen.
Foto: fussballn.de
Einen prominenten Rückkehrer gab es für den Kreisklassisten bereits unmittelbar nach dem Saisonstart, als sich Tommaso Cavallo aus beruflichen Gründen wieder seinem Heimatverein anschloss. "Er konnte durch seinen Job bei Puma nicht mehr regelmäßig trainieren und wechselte daher aus Baiersdorf zu uns zurück", erklärt Engst. Im Jahr zuvor war Sven Pelz, den Engst schon als Jugendlichen in Langenzenn trainiert hatte, von Stadeln zum TSV zurückgekehrt, ist jedoch aus privaten Gründen inzwischen wieder in Stadeln gelandet. Einen weiteren Ex-Stadelner, der den Weg zurück zum TSV Langenzenn gefunden hat, konnte der 48-jährige Übungsleiter nun mit Dennis Wittmaier in der Winterpause begrüßen. Zudem kehrte nun Christian Merkouriou vom ATV Frankonia zurück. "Ich denke, dass uns beide mit ihrer Routine enorm gut tun werden, denn wir haben doch noch einen sehr jungen Kader", beschreibt Engst seine Mannschaft, die sich überwiegend aus Talenten aus dem eigenen Nachwuchs zusammensetzt.
Die Nachwuchsarbeit ist ein eigenes Thema, das Engst schon länger auf dem Herzen liegt: "Schon seit Jahren plädiere ich dafür, dass man sich mit den Nachbarvereinen aus Burggrafenhof und Laubendorf hier zusammentut. Sportlich würde es Sinn machen, aber bisher war immer einer dagegen und so ist es natürlich schwierig, entscheidend voran zu kommen." Hoffnungsfroh darf Engst, dessen Vater einst in der Landesliga für den TSV kickte, auf die aktuelle A-Jugend blicken, die momentan die Tabelle in der Kreisgruppe anführt. Mittelfristig sollen weiter die jungen Spieler eingebaut werden und dann die Orientierung an die Top fünf der Kreisklasse das Ziel sein. Zunächst aber möchte man weiter Erfahrung sammeln, einen Mittelfeldplatz anvisieren und die Leistungsschwankungen in den Griff bekommen.








