Hallo Trainer, wie geht's?

Awerkow, Bergmüller & Hampl trainieren "auswärts"

Sie sind bekannte Gesichter im Nürnberger und Fürther Amateurfußball. Seit dieser Saison trainieren sie jedoch nicht mehr im Kreis Nürnberg/Frankenhöhe sondern in den beiden anderen Spielkreisen des Bezirks. Nach Abschluss der Hinrunde haben wir uns umgehört und wollten von Andreas Awerkow, Manuel Bergmüller und Stefan Hampl wissen: Hallo Trainer, wie geht's im neuen Klub?

Als langjähriger Übungsleiter des TSV Buch hat sich Andreas Awerkow einen Namen in der Trainerszene gemacht, der inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinausgeht. So stand Ende August der Name "Awerkow" nicht etwa aufgrund einer alphabetischen Anordnung ganz oben auf der Wunschliste des Hammerbacher SV. Drei Punkte aus drei Spielen hatte der Kreisklassist in der Nähe von Herzogenaurach auf dem Konto, zudem gab es interne Unstimmigkeiten, die in der Trennung mit dem erst kurz zuvor installierten Übungsleiter gipfelten. Awerkow übernahm und bekam die Aufgabe, die Mannschaft zu stabilisieren. Beim Einstand des 46-jährigen standen die Hammerbacher beim Derby in Weisendorf noch auf verlorenem Posten (0:3). Es folgten drei Unentschieden, die nicht wirklich weiterhalfen. Doch die Mannschaft begriff immer besser, "ein System umzusetzen und die Grundordnung einzuhalten", so Awerkow. So gelang ein 3:1-Erfolg gegen den Tabellenvierten Türkiyemspor Erlangen.

Andreas Awerkow

Stabilität in Hammerbach: Andreas Awerkow will den Kreisklassisten kontinuierlich voran bringen.
Foto: Zink

Zwölf Punkte aus sieben Partien platzieren den Hammerbacher SV mittlerweile im Mittelfeld der Kreisklasse 1 (Kreis Erlangen/Pegnitzgrund). "Unser Problem ist, dass wir nie mit der gleichen Aufstellung spielen konnten und unser Kader einfach zu klein ist. Außerdem vergeben wir noch zu viele klare Torchancen. Doch das Team zieht gut mit, ist fleißig im Training und entwickelt sich ständig weiter", ist Awerkow zuversichtlich, das Saisonziel Klassenerhalt zu realisieren. Einen Achtungserfolg landete das Team am vergangenen Wochenende mit einem 2:2-Remis beim unangefochtenen Spitzenreiter FC Herzogenaurach. Die taktische Ordnung wurde so gut eingehalten, dass schon zwei Elfmeter herhalten mussten, um gegen die stabile Defensive des HSV zum Erfolg zu kommen. "Die Zusammenarbeit mit Vorstand, Abteilungs- und Spielleitung ist hervorragend, das Umfeld passt. Wir wollen in dieser Saison lernen und den Grundstock legen für die weitere Entwicklung", möchte der erfahrene Coach nicht ausschließen, auch in Hammerbach langfristig wieder einen erfolgreichen Weg zu beschreiten.

Große Umstrukturierungen standen beim SC Eltersdorf II vor Saisonbeginn an. Auf dem Trainerposten übernahm Manuel Bergmüller von Yilmaz Kocak. Bergmüller, der als Spieler bereits fünf Jahre in der BOL und Landesliga in Eltersdorf aktiv war und nach vier Jahren als Spielertrainer beim TSV Altenfurt einen Tapetenwechsel anstrebte, hatte kaum Zeit, die neu zusammengestellte Mannschaft sich einspielen zu lassen. Denn aufgrund eines Sportgerichtsurteils musste die Landesliga-Reserve in die Abstiegsrelegation gehen, nachdem in der vergangenen Saison versehentlich ein nicht spielberechtigter Akteur eingesetzt wurde und der SCE II somit nachsitzen musste. So fiel die Sommerpause für die Eltersdorfer Zweite praktisch aus.

Manuel BergmüllerManuel Bergmüller (hier noch im Altenfurter Trikot) hat inzwischen endgültig die Fußballschuhe an den Nagel gehängt und dirigiert sein Team nur noch von außen.
Foto: fussballn.de

"Es hat schon einige Zeit gedauert, bis die Vorgaben umgesetzt wurden und sich auch Erfolge einstellten", beschreibt Bergmüller den durchwachsenen Saisonverlauf. Zunächst holte der Sportclub zwar sieben Zähler aus vier Partien, doch dann folgte der große Einbruch - nur ein Punkt aus sechs Spielen ließen die Bergmüller-Elf nach unten rutschen. Dennoch gab es im Umfeld keine Unruhe. Manager Uhsemann stärkte dem Neu-Coach den Rücken, denn das Ziel war von Anfang an klar: Das Team sollte sich freischwimmen, auf eigenen Beinen stehen und nicht - wie so oft in der Vergangenheit geschehen - immer wieder mit Aushilfen aus der 1. Mannschaft in der Not gerettet werden. Und die Geduld sollte sich auszahlen. Mit zehn Punkten aus vier Partien meldete sich Eltersdorf II in der Kreisliga 1 (Erlangen/Pegnitzgrund) eindrucksvoll zurück und verpasste den Sprung auf einen Nichtabstiegsrang zur Halbzeit der Saison vorerst, da die Begegnung bei der SpVgg Uehlfeld ausfiel. Dem 34-jährigen Coach folgte aus Altenfurt ein Quintett. "Ich habe niemanden 'mitgenommen' und habe nach wie vor einen guten Draht zum TSV", besteht Bergmüller auf die Feststellung, dass sich die Vereinswechsel nicht durch etwaige Abwerbeversuche ergaben. Mit Nicolas Güßregen hat einer der fünf Altenfurter bereits wieder den Rückweg an die Wohlauer Straße angetreten. Dagegen haben sich Patrick Schatz und Mario Kopic zu echten Stammspielern entwickelt. Das Verletzungspech erwischte Max Kleemeier und ermöglichte ihm kaum Einsatzzeiten. Der aus der Altenfurter Jugend nach Eltersdorf gewechselte Fabian Bergmann durfte inzwischen schon etwas Landesliga-Luft schnuppern. Und Bergmüller? Nachdem der ehrgeizige Trainer seinen Spielerpass mit nach Eltersdorf nahm, um eigentlich für die AH spielen zu können, lief er doch noch einmal auf, doch nach dem er sich bei diesem Einsatz zwei Rippen angeknackst hatte, setzte der Coach "endgültig einen Schlussstrich" unter seine Spielerlaufbahn und möchte fortan definitiv seine Jungs die Eigenverantwortung auf dem Platz überlassen und nur noch korrigierend von außen einwirken.

Richtig rund läuft es beim TSV Mühlhof für das spielende Trainer-Duo Stefan Hampl und Daniel Güthlein. Das Team führt aktuell die Tabelle in der A-Klasse Jura 1 an und weist ein imposantes Torverhältnis von 78:18-Tore auf. Schon im Vorfeld war die Ausrichtung in Mühlhof klar: der Aufstieg sollte her. Auf dem Trainerposten ergab sich die Möglichkeit ein Gespann zu installieren, dass sich aus gemeinsamer Zeit in der Bayernliga beim SC 04 Schwabach kannte und sich schon damals gut verstanden hatte. Während Güthlein u.a. beim ASV Vach und FV Wendelstein kickte und zuletzt bei der DJK Eintracht Süd entscheidend mit zum Aufstieg in die Kreisklasse beitragen konnte, kehrte Hampl nach seinen Profijahren in Freiburg, Stuttgart und Burghausen in seine Heimat zurück und durfte bereits beim SV Wacker Erfahrung als Spielertrainer sammeln. Nachdem der SC Feucht den 36-jährigen Torjäger zur Winterpause noch einmal für die BOL begeistern konnte, kam die Anfrage aus Mühlhof für Stefan Hampl und Daniel Güthlein gleichermaßen gelegen.

Stefan Hampl beim fussballn.de-Hallencup 2010

Beim fussballn.de-Hallencup 2010 war Stefan Hampl noch im Trikot des SV Wacker am Start. Bei der Neuauflage tritt er diesmal mit dem TSV Mühlhof an.
Foto: fussballn.de

Dass das Trainer-Duo auf einer intakten Mannschaft aufbauen konnte, zeigte sich schon in der Vorbereitung, als man einige höherklassige Teams bezwingen konnte. Doch so gut das Proben auch gelang, als es dann ernst wurde, lief es beim TSV plötzlich nicht mehr so rund. "Wir sind schlecht gestartet, hatten gleich drei starke Gegner erwischt und wurden zweimal für unser fahrlässiges Spiel bestraft", erinnert sich Hampl an die Niederlagen gegen SV Unterreichenbach II (0:1) und TSV Katzwang II (2:4). Dazwischen lag aber auch ein deutlicher 6:0-Sieg beim TV 48 Schwabach, der sich gemeinsam mit dem TSV Kleinschwarzenlohe und Katzwang II zu den Hauptkonkurrenten herauskristallisierte. Doch der Mühlhofer-Express kam nach dem 3. Spieltag erst so richtig ins Rollen. Mit elf Siegen in Folge war die Truppe in jüngster Vergangenheit nicht zu stoppen. Während Güthlein mit "rund 30 Vorlagen" im Mittelfeld geschickt die Fäden zog, konnte Hampl seine Treffsicherheit unter Beweis stellen - so geht gut ein Drittel der 78 Tore auf das Konto des früheren Bundesliga-Profis. Die Orientierungsprobleme in der Liga, die für Hampl nach eigenem Bekunden "komplett neu" war, sind also längst ad acta gelegt, doch einfach haben es die Mühlhofer, auch wenn die Ergebnisse etwas anderes vermuten lassen, nicht: "Da sind schon ein paar gute Teams dabei und die anderen Gegner machen uns das Leben auch nicht gerade leicht, weil sie sich gegen uns hinten reinstellen." Am Sonntag beginnt die Rückrunde für den TSV Mühlhof und so gilt es, mit der Warnung aus der Vorrunde umzugehen und die Serie weiter auszubauen, dann dürfte der Rückkehr in die Kreisklasse immer konkreter werden.