Eine runde Angelegenheit
Geschrieben von: Michael Watzinger und Marco Galuska Freitag, den 10. Juli 2009 um 21:54 Uhr
ASV Zirndorf - SpVgg Greuther Fürth 0:10 (0:7)
1000 Zuschauer, 10 Tore - eine runde Angelegenheit war das Spiel zwischen dem ASV Zirndorf und der Zweitliga-Mannschaft der SpVgg Greuther Fürth zum Auftakt des Zirndorfer Sportwochenendes. Freilich hätte der gastgebende ASV sich auch gerne am Toreschießen beteiligt, aber die Motivation der Profis, gepaart mit deutlichen Worten ihres Trainers Benno Möhlmann nach dem mauen 4:3-Sieg gegen den TSV Neustadt/Aisch unter der Woche, verhinderten einen erneuten Schlendrian im Spiel des Kleeblatts.
Vor rund 1000 Zuschauern war für beide Mannschaften die Ausgangslage bereits im Vorfeld der Partie klar. Während es für den Bezirksligisten ASV Zirndorf in erster Linie darum ging, dem Gast aus Fürth so gut wie möglich Paroli zu bieten, wollte das Zweitliga-Team der SpVgg Greuther Fürth den knappen 4:3-Erfolg vom Mittwoch gegen den TSV Neustadt/Aisch vergessen machen, bei dem man sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatte. Dementsprechend engagiert begann dann auch die Möhlmann-Elf und ließ dem seit dieser Saison von Trainer Martin Herrmann trainierten ASV Zirndorf bereits in der Anfangsphase nur sehr wenige Möglichkeiten zur Entfaltung. Nachdem Fürth-Stürmer Christopher Nöthe bereits in der dritten Minute freistehend eine sehr gute Möglichkeit vergeben hatte, machte er es nur weitere vier Minuten deutlich besser. Nach einem feinen Heber des durchgebrochenen Edgar Prib über den herausgeeilten ASV-Schlussmann Stefan Lösel drückte der mitgelaufene Nöthe das Leder zur frühen Führung über die Torlinie.
So begann das Schützenfest: Edgar Prib enteilte der Zirndorfer Defensive und legte mustergültig zum 1:0 vor.
Foto: fussballn.de
In der Folge zeigte die SpVgg ein ums andere Mal hervorragende Kombinationen über die Flügel. Dann in der 17. Minute das verdiente 2:0. Nach einer Ecke, die seitens des ASV nicht weit genug geklärt wurde, fasste sich Daniel Pavlovic ein Herz und traf per Distanzschuss. Nun kam der Zweitligist richtig auf Touren. Nachdem Lösel zwei weitere hochkarätige Chancen entschärfen konnte, musste er in der 26. Minute zum dritten Mal hinter sich greifen. Der äußerst elanvolle Nicolai Müller traf nach schöner Vorarbeit von Sercan Sararer per sehenswerter Direktabnahme. Wiederum nur neun Minuten danach konnte sich dann auch Mittelfeldspieler Prib in die Torschützenliste eintragen. Sein schönes Solo, bei dem er drei Abwehrspieler stehenließ, schloss er eiskalt per Außenrist zum 4:0 ab. Doch damit noch lange nicht genug. Nach schöner Vorlage über die Flügel, diesmal von rechts über Müller musste der mitgelaufene Marco Sailer aus kurzer Distanz nur noch einschieben (40.). Neuzugang Sailer (er kam vom VfR Aalen) legte weitere drei Minuten später seinen zweiten Treffer nach, als ihn Schröck wieder von der rechten Seite mustergültig bediente. Den Schlusspunkt einer einseitigen ersten Hälfte setzte dann erneut Christopher Nöthe per Freistoß, bei dem der ansonsten starke Keeper Lösel nicht allzu gut aussah.
Hier konnte Kapitän Markus Wonner noch vor Marco Sailer klären.
Foto: fussballn.de
Hatte der erste Durchgang den Fans doch einiges geboten, so plätscherte die Begegnung in den zweiten 45 Minuten nur so dahin. Das Fürther Kleeblatt schaltete gleich zwei Gänge zurück und überließ dem ASV mehr Spielanteile. Der Bezirksligist konnte nun phasenweise durch recht gefällige Ballstafetten überzeugen, ohne dabei das Tor von Fürth-Keeper Stephan Loboué ernsthaft in Gefahr zu bringen. Erst in der 57. Minute dann das nächste Highlight, als der zur Halbzeit eingewechselte Dany Schahin frei vor dem ebenfalls neu ins Spiel gekommenen ASV-Torhüter Markus Wünnerlein auftauchte und traf.
Nicolai Müller war einer der Aktivposten im Spiel des Kleeblatts. Foto: fussballn.de
Sami Allagui, der nach rund einer Stunde das Spielfeld betrat, erzielte mit seinem Doppelpack (77. und 87.) die restlichen beiden Treffer. Während Greuther Fürth zahlreiche Kontergelegenheiten stellenweise fahrlässig vergab, konnte auf der Gegenseite einzig der eingewechselte Heiko Tiessen mit seinem Kopfball kurz für Unruhe sorgen. Insgesamt geht der Sieg für die Mannschaft von Benno Möhlmann in dieser Höhe in Ordnung. Der ASV Zirndorf hatte dem hohen Favoriten erst spät etwas entgegenzusetzen. Zu lange dauerte es bis der Respekt abgeschüttelt wurde. Dennoch zeigte die Herrmann-Elf spielerisch zumindest phasenweise gute Ansätze auf die man in den kommenden Spielen aufbauen kann.
Martin Hermann (Trainer, ASV Zirndorf): "Wir haben uns schlecht präsentiert. Das war nicht das Leistungsvermögen, das wir draufhaben. Respekt ist gut und wichtig, aber zuviel Respekt hilft uns nicht weiter. In der ersten Hälfte waren wir nicht präsent und haben keine Kombination über drei Stationen hinbekommen. Klar war natürlich auch, dass so eine Profimannschaft sich nicht nochmal so einen Ausrutscher wie in Neustadt erlaubt. In der zweiten Hälfte haben die Fürther einen Gang zurückgeschaltet und wir kamen dadurch etwas besser ins Spiel. Dass es zweistellig wurde, ist natürlich ärgerlich - zumal ich auch noch eine Wette dadurch verloren habe. Aber insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung und ich freue mich über die gute Zuschauerkulisse."
ASV Zirndorf: Lösel (46. Wünnerlein), Cortus (66. Borgardt), Zwingel, Goff (46. Tiessen), Wonner, Schuster (46. Lauermann), Beckstein (46. Nieszery), Völk (46. Kübler), Marita (66. Diez), Schreiber (73. Kunc), Oswald (46. Untheim)
SpVgg Greuther Fürth: Loboue, Schröck (46. Falkenberg), Biliskov (46. Rouid), Mauersberger, Pavlovic (46. Abbes), Müller (46. O. Mokhtari), Fürstner, Prib (60. Allagui), Sararer (46. Caligiuri), Nöthe, Sailer (46. Schahin)
Tore: 0:1 Nöthe (7.), 0:2 Pavlovic (17.), 0:3 Müller (26.), 0:4 Prib (35.), 0:5 Sailer (40.), 0:6 Sailer (43.), 0:7 Nöthe (45.), 0:8 Schahin (57.), 0:9 Allagui (77.), 0:10 Allagui (87.)
SR: Hertlein (TSV Dinkelsbühl) / Zuschauer: 1000






