Aufbruchstimmung bei DJK Bayern

Sippl-Truppe will voll angreifen

Die DJK Bayern planen nach einer durchwachsenen Saison 2008/2009 den Angriff auf die Tabellenspitze in der A-Klasse. Aufgrund der Neuzugänge und des insgesamt jungen Kaders möchte man den tristen Jahren der Vergangenheit endlich abschwören und wieder oben angreifen. Die lange Leidenszeit, in der sich im Verein nur wenig bewegte, scheinen vorbei.

„Im letzten Jahr kam bei uns so einiges Zusammen. Neben großem Verletzungspech kam bei unserer jungen Mannschaft das ein oder andere Mal die Unerfahrenheit in verschiedenen Situationen zum Vorschein. Dann ließen manche ihre Köpfe hängen“, umreißt Abteilungsleiter Michael Schäffer die zurückliegende Spielzeit kurz und knapp. Doch was auf den ersten Blick so negativ klingt, zeigt größtenteils Faktoren auf, die letztlich in den Griff zu bekommen sind.

DJK Bayern-Abteilungsleiter SchäfferZeigt sich zufrieden mit dem Werdegang der DJK Bayern: Abteilungsleiter Michael Schäffer
Foto: fussballn.de

Um der Unerfahrenheit der jungen Mannschaft entgegenzuwirken, haben die Verantwortlichen der DJK bei den Neuzugängen besonders darauf geachtet, dass diese trotz jungen Alters bereits einiges an Erfahrung mitbringen. Beispielhaft hierfür können die Brüder Enrico und Dennis Migliaccio genannt werden, die zwar beide nicht Älter als 21 Jahre sind, aber dennoch bei ihren alten Vereinen, unter anderem SV 73 Süd und SC Schwabach 04, bereits höherklassig spielten und so eine gewisse fußballerische Reife mitbringen dürften. Mit Stürmer Marco Seinil gelang es der DJK zudem, einen Spieler mit Kreisliga-Erfahrung vom TSV Johannis 83 (davor SC Germania) zurückzuholen. „Insgesamt können wir mit unserem Kader für die neue Saison recht zufrieden sein. Wir haben eine junge Truppe, die enormes spielerisches Potential besitzt. Was letztendlich dabei rauskommt, muss man sehen“, so Schäffer.
Doch nicht nur innerhalb der Mannschaft tat sich in der jüngeren Vergangenheit so einiges. Auch auf der Anlage selbst kam es zu einigen längst fälligen Veränderungen. So wurde der Kabinentrakt renoviert und vor allem der A-Platz, der lange Zeit nur schwer bespielbar war, erstrahlt nun in neuem Glanz.

Krugsportplatz DJK BayernDer lange als "Kanalplatz" verrufene Krugsportplatz der DJK Bayern erstrahlt in sattem Grün.
Foto: fussballn.de

„Das alles haben wir in erster Linie unserem Vorstand Mustafa Cakmak zu verdanken. Er hütet ’seinen Platz’ so gut er nur kann. Und das mit Erfolg: mittlerweile sind für unsere Spieler hervorragende Bedingungen entstanden“, gerät der Abteilungsleiter ins Schwärmen.
Keine Frage, es herrscht Aufbruchstimmung im Lager der DJK Bayern. Vergessen scheinen die Zeiten, in denen der Verein den Anschluss zu verlieren drohte. Gerade nach den beiden überzeugenden Testspielsiegen gegen TV 60 Jahn Schweinau (3:1) und gegen die SpVgg Nürnberg (5:1) scheinen die alteingesessenen „DJK-ler“ ihre lange eingerostete Liebe wiederentdeckt zu haben. „Während wir im letzten Jahr einen Zuschauerschnitt von knapp 50 Fans pro Spiel hatten, kamen in diesen beiden Vorbereitungspartien jeweils über 100 Mann zu unseren Spielen. Man merkt, dass etwas voran geht“, freut sich Schäffer.
Gerade in der Vorbereitung geht Trainer Thomas Sippl im Vergleich zu vielen anderen A-Klasse-Teams deshalb auch besondere Wege. Zusätzlich zu den normalen Trainingseinheiten, treffen sich die Spieler um gemeinsam an Aqua-Kursen im Bayer 07-Freibad oder Spinning-Kursen im „Power-Tower“ teilzunehmen. So soll die Kameradschaft auch außerhalb des Platzes gefördert werden und ein zusätzlicher Trainingseffekt erzielt werden.
Und betrachtet der Mitverantwortliche Schäffer die gesamte Konstellation in seinem Verein, so beginnt er bereits weiter zu denken, und vielleicht auch ein bisschen zu träumen, wenn er sagt: „Diese Mannschaft ist so jung und qualitativ stark, wenn wir die beisammen halten können, dann können wir viel erreichen. Ich würde mir wünschen irgendwann mit DJK Bayern in der Kreisliga anzutreten.“
Freilich eine optimistische Aussage, doch sie dokumentiert ganz hervorragend die Aufbruchstimmung innerhalb des Vereins. Zunächst jedoch sollte allerdings die erste Hürde genommen werden. Diese heißt sich möglichst weit vorne in der A-Klasse zu etablieren und im Optimalfall bereits in diesem Jahr zu feiern. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Und so fügt Schäffer an: „Wir müssen versuchen Schritt für Schritt nach vorne zu kommen. Nur durch Kontinuität erreicht man etwas dauerhaft Erfolgreiches.“ Dass er mit dieser Aussage nicht ganz verkehrt liegt, zeigte die Testpartie gegen den Nachbarn SC Germania, in der man sich nach 90 Minuten mit 0:2 geschlagen geben musste. Und doch dürfte dieses Ergebnis der Stimmung der „neuen DJK Bayern“ keinen Abbruch tun. Viel zu viel hat man sich für die kommende Spielzeit vorgenommen. Was letztendlich dabei herauskommt, ist ungewiss, doch sieht man sich am Krugsportplatz auf dem richtigen Weg.