0:11! Aber Elfmeter-Töter Eder schlug wieder zu

TSV Cadolzburg - SpVgg Greuther Fürth 0:11 (0:6)

Anlässlich des 20. Gründungsjubiläums des Fördervereins der Junioren weihte der TSV Cadolzburg am Dienstagabend seinen neu angelegten A-Platz ein. Zu diesem besonderem Jubiläum wurde als Gast kein geringerer Verein als die SpVgg Greuther Fürth emfpangen, welche dieses Spiel als letzten Test vor dem Bundesligaauftakt nutzte. Mit 11:0 machte der Zweitligist den Acht-Klassen-Unterschied deutlich.

Vor der mit 800 (690 zahlenden) Zuschauern trotz wenig sommerlichen Wetters gut besuchten Kulisse an der Waldsportanlage in Cadolzburg hatten die Hausherren der Spielvereinigung leider nur wenig entgegen zu setzen. Die druckvoll agierenden Kleeblätter überzeugten mit fast durchgehendem Ballbesitz, während ihre Torhüter Rozman und der später eingewechselte Krüger bis auf wenige Ausnahmen nicht ins Spielgeschehen eingreifen mussten. 

IrreführendIrreführend: Da die Anzeigentafel in Cadolzburg nicht auf ein zweistelliges Ergebnis vorbereitet war, musste improvisiert werden.
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Der mit einem Großteil an Reservisten angetretene Zweitligist ging von Beginn an auf den Ball und setzte die Gastgeber sofort unter Druck. Allerdings war auch früh zu erkennen, dass jegliches Verletzungsrisiko im letzten Test vor dem Saisonstart gegen den Karlsruher SC vermieden werden sollte, so lautete die Absprache der Trainer Mike Büskens mit seinem Cadolzburger Pendant Reinhold Fischer vor der Partie. Harte Zweikämpfe blieben folglich aus, da wurde eher auch einmal zurückgesteckt. Die ersten fünf Minuten verhielt sich die Spielvereinigung selbst noch abwartend und behielt den Ball in den eigenen Reihen, während es die Cadolzburger kurzzeitig verstanden, die Räume eng zu gestalten, um dem Gegner das Durchkommen zu erschweren. Nach einer Spielverlagerung gelang den Fürthern eine Hereingabe auf dem im Strafraum frei stehenden Langen, der den Ball jedoch mit dem Kopf knapp verpasste (6.).

Cadolzburg - Greuther Fürth 0:11Auch Christopher Nöthe musste gegen Elfmeter-Killer Tobias Eder kapitulieren.
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Es sollte die letzte Warnung an die Sporcher gewesen sein, denn schon in der 7. Minute kam das, was bald kommen musste, aber wohl noch vermeidbar gewesen wäre: Karaslavov köpft nach gelungener Flanke von Prib, aber auch sträflich freistehend, zur Führung des Kleeblatts ein. Das Spiel wiederholte sich in der 9. Minute, als Nöthe die Kugel nach Hereingabe vom nordirischen Gastspieler Boyce zum 0:2 einnickte. Zum 0:3 traf Pektürk durch einen wuchtigen Schuss aus zehn Metern unter die Latte (11.). Der Luftraum schien gegen die Profispieler nur schwer zu verteidigen und so dauerte es nur kurze Zeit, bis erneut Karaslavov nach Ecke per Kopf auf 0:4 erhöhte (15.). Es drohte gar eine schnelle Demontage, als kurze Zeit später Pektürk im Strafraum nach Zweikampf mit Neubert zu Fall ging, woraufhin Schiedsrichter Hanslbauer auf Elfmeter entschied (21.). Ob der Elfmeter berechtigt gegeben wurde, darüber lässt sich streiten, die Cadolzburger dürfte der Pfiff letztlich sogar gefallen haben, denn wieder einmal wurde Keeper Tobias Eder seinem Ruf als Elfmeter-Killer gerecht und fischte sich den von Nöthe getretenen Elfmeter.

Cadolzburg - Greuther Fürth 0:11
Florian Schühlein spielte eine gute Partie für den TSV Cadolzburg, konnte aber die Vorgabe der Trainer "nicht zweistellig zu verlieren" auch nicht realisieren.
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In der 28. Minute nutze Eder eine weitere Chance, um sich auszuzeichnen, als er den flachen Schuss des alleine heranstürmenden Boyce aus kürzester Distanz per Fußabwehr klärte. Doch es dauert nur zwei Minuten, ehe Nöthe nach langem Pass von Prib in die rechte Ecke zum 0:5 einschob. Auch die Sporcher kamen zu einer Gelegenheit, als Franko Hummel in den Strafraum flankte und Rozman bei seinem ersten Ballkontakt nach dem Leder griff, das Spielgerät aber nicht festhalten konnte, jedoch auch kein einschussbereiter Cadolzburger daraus Profit schlagen durfte. Dagegen war Vogler in der 44. Minute erfolgreich, so gingen die Mannschaften beim Stande von 0:6 in die Kabinen.

Cadolzburg - Greuther Fürth 0:11
Auch wenn sich der TSV Cadolzburg nach Kräften wehrte, gegen die gut aufspielenden Kleeblättler war kein Kraut gewachsen.
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In der zweiten Halbzeit änderte sich vom Spielgeschehen her nicht viel. Es dauerte elf Minuten, bis Nöthe das siebte Tor für die SpVgg erzielen konnte. Aus der Drehung schoss er unhaltbar für den eingewechselten Torwart Dominik Müller rechts oben ein. Müller stellte sein Können in zwei Torraumszenen unter Beweis, als er Flanken vor den heraneilenden Fürthern erreichte und entschärfte. In der 59. Minute zeigte Gastspieler Liam Boyce was er kann und erzielt seinen ersten Treffer für die Büskens-Elf zum 0:8. Der von den Amateuren geholte Jim-Patrick Müller traf kurz nach seiner Einwechslung (66.) und Boyce legte in der 68. Minute seinen zweiten Treffer zum 0:10 nach. Den Schlusspunkt setzte wiederum Jim-Patrick Müller mit dem 0:11 in der 88. Minute.

Cadolzburg - Greuther Fürth 0:11
Eine gelungene Veranstaltung war der Test in Cadolzburg letztlich für alle Beteiligten.
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Cadolzburgs Coach Reinhold Fischer war mit dem Auftritt seiner Truppe nicht so recht zufrieden: "Ich hatte schon eine böse Vorahnung, als ich gesehen habe, dass die SpVgg nicht mit der ersten Garde antreten würden, denn diese Spieler sind besonders heiß und wollen sich in so einem Spiel beweisen. Allerdings haben wir auch zu ängstlich gespielt und gerade in der ersten Hälfte zu viele leichte Gegentore zugelassen. Wir wollten möglichst nicht zweistellig verlieren. Auch wenn wir sportlich nicht das halten konnten, was ich mir erhofft habe, war es ein tolles und lohnendes Erlebnis für den gesamten Verein."

Frank Fechner, Trainer der Zweiten Mannchaft, der die Cadolzburger im Spiel aktiv coachte: "Wir waren ein bisschen wie das Kaninchen vor der Schlange. Die Mannschaft kann das sicher besser als sie sich in der ersten Hälfte präsentiert hat. In der zweiten Halbzeit ist uns die Defensivarbeit etwas besser gelungen, auch wenn die vielen Wechsel nicht gerade für die Ordnung förderlich waren."

TSV Cadolzburg:
Eder (46. Müller), Kirschner (82. Altenkirch), Brauner (46. Richter), F. Hummel (46. N. Hummel), Dorner, Pöll, Egerer (73. Wenzl), Merz (72. Draws), Schühlein, Haspel (46. Paulus), Neubert

SpVgg Greuther Fürth: Rozman (63. Krüger), Karaslavov, Mauersberger, Falkenberg, Nöthe (63. J.-P. Müller), Prib (63. Roth), Boyce, Strangl (63. Schaab), Vogler, Pektürk (63. Geis), Langen

Tore: 0:1 Karaslavov (7.), 0:2 Nöthe (9.), 0:3 Pektürk (11.), 0:4 Karaslavov (15.), 0:5 Nöthe (30.), 0:6 Vogler (41.), 0:7 Nöthe (56.), 0:8 Boyce (59.), 0:9 J.-P. Müller (66.), 0:10 Boyce (68.), 0:11 J.-P. Müller (88.)

SR: Hanslbauer (TSV Altenberg) / Zuschauer: 800

Besonderes Vorkommnis: Eder (Cadolzburg) hielt Foulelfmeter von Nöthe (21.).