FSV Bruck II der Sieger in allen Belangen
Geschrieben von: Peter Breier
Tagung der Bezirksoberliga zur Saison 09/10
Bezirksspielleiter Ludwig Beer hatte am Mittwoch den 1. Juli die Vertreter aller 16 Bezirksoberliga-Vereine zur Spielleitertagung für die Saison 2009/2010 in die Sportgaststätte des FSV Stadeln geladen. In rund zweieinhalb Stunden wurde auf Vergangenes zurückgeblickt und die Weichen für die neue Spielzeit gestellt.
Nach einer kurzen Begrüßung an die Anwesenden begann Ludwig Beer mit dem Rückblick auf die vergangene Spielzeit. In einer spannenden Saisonschlussphase überholte der Aufsteiger FSV Erlangen Bruck II am letzten Spieltag noch den Aufstiegsfavoriten aus Hersbruck und schaffte damit den direkten Sprung von der Bezirksliga in die Landesliga. Im Tabellenkeller musste ein Entscheidungsspiel zwischen der SpVgg Heßdorf und dem SC Großschwarzenlohe über den Teilnehmer an der Abstiegsrelegation entscheiden, in der Großschwarzenlohe schließlich verlor.
In der Torschützenliste lag Sven Röwe knapp mit 25 Treffern ein Törchen vor seinem Teamkollegen Hakim Graine vom Meister FSV Bruck II. Röwe wurde von Ludwig Beer dafür die Torjäger-Trophäe überreicht. Die Brucker standen in dieser Saison auch in der Fairnesstabelle ganz oben (hierfür gab es den NZ-Fairplay-Pokal) und konnten zusätzlich den Erdinger Meister Cup auf Bezirksebene gewinnen.
Mit etwas über 50.000 Zuschauern, im Schnitt sahen 212 Fans die Spiele ihrer Mannschaft, stand am Ende eine ordentliche Bilanz zu Buche, die den Zahlen der Landesliga nahe kommt - allein 700 Besucher lockte das Duell zwischen dem SV Buckenhofen und Jahn Forchheim an.
Der witterungsbedingte Ausfall von drei kompletten Spieltagen plus fünf einzelner Nachholspiele konnte im Frühjahr problemlos nachgeholt werden. Auch die angestrebte Reduzierung der Schiedsrichterkosten war erfolgreich. Diese beliefen sich im Durschnitt pro Spiel auf 111 Euro, so dass den Vereinen zum Saisonende 75 Euro zurückbezahlt werden konnte. Bis auf einige Kleinigkeiten führte die verbindliche Einführung des bfv-Postfachsystems zur besseren Kommunikation zwischen Vereinen und Verband. Grund zur Sorge gab allerdings die Entwicklung im disziplinären Bereich.
Obwohl Manfred Zimmermann vom Bezirks-Sportgericht von einem ruhigen Jahr sprach, war schon zur Winterpause die Saisonmarke an Roten Karten aus dem letzten Jahr (49) eingestellt. Am Ende kamen zu den 1295 Gelben Karten, 95 Gelb-Roten Karten, 68 Roten Karten, 19 Schiedsrichtermeldungen (davon 16 gegen Teams/Spieler, 3 gegen Zuschauer) und ein kompletter Spielabbruch (bei der Begegnung Stadeln gegen Hersbruck, Wertung X:0). Besonders die steigende Aggressivität gegenüber den jungen Schiedsrichtergespannen kam deutlich zur Sprache. „Den Unparteiischen alleine die Schuld an der Kartenflut zu geben, wäre zu einfach. Schon seit einigen Jahren sind die verjüngten Gespanne nun im Einsatz, aber erst 2008/2009 wurde der traurige Rekord von 16 Meldungen verzeichnet“, gab Manfred Zimmermann zu bedenken und kündigte gleichzeitig an, dass Schiedsrichterbeleidigungen in Zukunft drastischer mit einer Geldstrafe belegt werden. Einziger Lichtblick war die Tatsache, so Zimmermann, dass alle Entscheidungen des Sportgerichts ohne Einspruch akzeptiert wurden.
Einige Vereinsvertreter hielten der einseitigen Aufforderung zur Zügelung der Emotionen entgegen, dass gerade der fachliche Dialog nach den Spielen mit den Schiedsrichtern schwierig sei und erhoffen sich bei diesem Dauerthema auch von der Seite des Verbandes deutlichere Worte an die „Schiris“. Der kommissarische Bezirks-Schiedsrichterobmann Gerhard Pech betonte die Absicht zu einem "fairen Miteinander" von Schiedsrichtern und Mannschaften und forderte zum Dialog auf.
Nach der Einführung der Technischen Zone im Jahr 2008, die mittlerweile sogar gut angenommen wurde, sorgte die Kreativabteilung des Bayerischen Fußballverbandes in diesem Jahr wieder für eine Neuheit. Eine Abstimmung über die Anwendung des §24a der Spielordnung brachte jedoch ein Votum mit elf zu fünf Stimmen gegen den Vorschlag. Die Klausel würde es den Heimvereinen ermöglichen, ohne Zustimmung des Gastvereins, ein auf Sonntag terminiertes Spiel aufgrund eines zeitgleichen Heimspiels eines bayerischen Vereins der Deutschen Fußballiga (DFL) zu verlegen.
Andere Ankündigungen, wie die Reform des Toto Pokals – der nur noch auf Kreis– und Landesebene ohne Bezirksfinals stattfindet – und der Spielklassenreform zur Errichtung eines Pyramidenmodells in den Kreisen sind dagegen schon auf den Weg gebracht. Zum Abschied appellierte Ludwig Beer an alle Teilnehmer, noch mehr Kameradschaft und Geselligkeit auf und neben dem Platz zu zeigen, damit die Bezirksoberliga auch weiterhin das Aushängeschild des mittelfränkischen Fußballs bleibt.



