Vom Acker zum Vorzeigesportplatz
Geschrieben von: Marco Galuska Freitag, den 12. März 2010 um 02:21 Uhr
Sigena-Sportplatz erstrahlt in neuem Glanz
Jahrelang verbreitete der städtische Sportplatz in Gibitzenhof bei den Kickern Angst und Schrecken. Nicht etwa die gastgebenden Mannschaften vom KSD Hajduk oder KSD Croatia waren dafür mit ihren Leistungen alleine verantwortlich, vielmehr führte die starke Inanspruchnahme des Platzes am Sigena-Schulhaus zu schwierigen Verhältnissen in mitunter entscheidenden Partien. Doch das Aschenputtel-Dasein hat der Sigena-Sportplatz im Laufe des vergangenen Jahres hinter sich gelassen.
Schulsport, Vereinssport, öffentliche Nutzung - der Fußballplatz in Gibitzenhof hatte keinen leichten Stand. Pflege und Ausbesserungsarbeiten konnten langfristig nicht fruchten, da die Beanspruchung der städtischen Sportanlage praktisch keine Regenerationspause ermöglichte. Dass die ständige Flickschusterei weder sportlich noch finanziell lohnenswert war, stand schon vor Jahren außer Frage. Doch eine Generalsanierung mit einem modernen Kunstrasenplatz zu finanzieren, war auf der anderen Seite nicht gerade ein Pappenstiel. Glücklich konnten sich die Verantwortlichen schätzen, dass durch die Erlöse aus der Fußball-WM satte 330.000 Euro in das Projekt, das im Juli 2007 in einer Sitzung der Sportkommission konkrete Züge annahm, fließen konnte.
Das Ende des alten Sigena-Platzes: im Juli 2009, kurz bevor die Bagger anrollten.
Foto: fussballn.de
Die Verletzungsgefahr und der Faktor der Wettbewerbsverzerrung am Sigena war für jeden Zuschauer eines Spiels oder Trainings offensichtlich. Von verschiedenen Instanzen wurde demnach auf eine schnelle Umsetzung der Umbaumaßnahmen gedrängt. Dennoch dauerte es bis in den Sommer 2009, ehe die Finanzierung stand und für die Sommerferien der Startschuss für den Bau des neuen Kunstrasenplatzes fallen konnte. Hajduk und Croatia wichen in der Zwischenzeit zum Neuen Gymnasium aus, konnten aber bereits im November zu Trainingszwecken nach Gibitzenhof zurückkehren. Wie eine Fata Morgana muss den Kickern, die jahrelang unter schwierigsten Bedingungen trainierten und spielten, der künstliche Rasen der neuesten Generation vorgekommen sein.
Der neue Kunstrasenplatz am Sigena: im März 2010 konnte der neue Platz bei eisigen Temperaturen und Schnee seinen Nutzen unter Beweis stellen.
Foto: fussballn.de
Doch noch etwas Geduld war gefragt, bis der Platz auch für den Spielbetrieb freigegeben werden konnte. Mit der Nachholpartie des KSD Hajduk gegen Anadoluspor Fürth am 7. März 2010 konnte der renovierte Sportplatz - auf Schneeboden - seine Feuertaufe feiern. Dass die 330.000 Euro aus dem WM-Topf nicht kostendeckend waren, versteht sich von selbst. Denn nicht nur das Fußballfeld, auch der Allwetterplatz hinter dem Kunstrasen, die Laufbahn um das Spielfeld, aber auch die Weitsprunganlagen wurden grundsaniert. Dennoch rechnet man bei der Stadt mit Einsparungen über die kommenden Jahre, da sich die Pflegearbeiten für den robusten Allwetterplatz zukünftig minimieren lassen: zweimal pro Woche wird der granulathaltige Platz mit einer Maschine abgekehrt.
Der Sigena-Platz in Bildern
(Fotos: fussballn.de, Bule)


