Bitteres Ende für Eyüp Sultan

TuS Feuchtwangen II - SV Eyüp Sultan 3:2 (2:2, 1:1) nach Verlängerung

Nach zwei Jahren muss der SV Eyüp Sultan den Gang in die Kreisklasse antreten. Im entscheidenden Relegationsspiel unterlag die Moschee-Elf dem TuS Feuchtwangen II in einer spannenden Partie mit 2:3 nach Verlängerung. Dabei wähnte sich die Karaca-Truppe lange Zeit in der Kreisliga, musste aber mit dem Schlusspfiff der regulären Spielzeit den 2:2-Ausgleich hinnehmen. In der Extrazeit gewannen die Westmittelfranken dann letztlich verdient, hatten sie doch konditionell mehr zuzulegen. Ärgerlich für Eyüp Sultan war neben zwei Lattentreffer ein nicht geahndetes Foulspiel, das eine Elfmeterchance in der 118. Minute bedeutet hätte.

"Das Spiel heute spiegelt unsere gesamte Saison wider", urteilte ein Eyüp-Anhänger und hatte - aus Sicht der Nürnberger leider - Recht. Bestückt mit einigen exzellenten Fußballer, die eigentlich im Kreisliga-Abstiegskampf nichts verloren haben, musste die in den vergangenen drei Jahren steil aufsteigende Elf von der Steinplatte in der Saison 2010/11 nach einigen Rückschlägen und trotz toller Aufholjagd unter Coach Ibrahim Kraca einen herben Rückschlag hinnehmen und im kommenden Spieljahr wieder in der Kreisklasse starten. Dem Sprichwort von "Pleiten, Pech und Pannen" wurden die engagierten Eyüp-Kicker zum Leidwesen ihres treuen Anhangs auch beim Relegationsspiel in Mitteleschenbach gerecht.

Eyüp Sultan - Feuchtwangen II 2:3

Routnier Serdar Cetinkaya stellte einmal mehr seine Treffsicherheit unter Beweis und brachte die Moschee-Elf zurück ins Spiel.
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Zunächst war es aber der TuS Feuchtwangen II, der mit viel Biss und Leidenschaft das Geschehen an sich riss. Doch über Standardsituationen, meist von Linksfuß Mehmet Karanfil getreten, konnte sich Eyüp Sultan mehr und mehr befreien. In der 13. Minute verhinderte Eyüp-Schlussmann Orhan Aydin, der den verletzten Stammkeeper Mehmet Sarica ersetzte, mit einer guten Parade gegen den Schuss von Steven Bartels einen Rückstand. Doch fünf Minuten später leitete der wenig sicher wirkende Torhüter der Türken das 0:1 ein. Einen Eckball klatschte er Mitspieler Karanfil so an den Rücken, dass das Spielgerät hinter die Linie sprang. In den folgenden Szenen wirkte Eyüp Sultan geschockt und wenig ideenreich und so musste ein grober Abwehrfehler der Feuchtwangener herhalten, um die Partie wieder offen zu gestalten. In Torjägermanier netzte Serdar Cetinkaya ein, als er unverhofft an der Strafraumlinie an den Ball kam und diesen humorlos zum 1:1 einschoss (26.). Nun lag das Schockerlebnis bei den neongelb gekleideten TuS-Akteuren. Eyüp war nun klar am Drücker und hatte Pech, als erneute Cetinkaya mit einem tollen Volleyschuss die Unterkante der Querlatte traf und der Ball zurück ins Feld sprang (28.). Pech und Panne vereinten sich nur eine Minute später, als Karanfil einen Freistoß von der rechten Seite flach auf das lange Eck zog und der Ball vom Überqueren der Torlinie nur dadurch gehindert wurde, dass Erdem Okuyucu mit einer Grätsche eindrücken wollte, dabei jedoch ungewollt klärte. Reines Pech war in der 37. Minute ein herrlich gezirkelter Freistoß von Hakan Özyürek, dessen Versuch exakt am Lattenkreuz endete. Ein wenig Glück hatten die Nürnberger unmittelbar vor dem Pausenpfiff, als nach einem Freistoß Feuchtwangens-Kapitän Hannes Zwanziger knapp das Tor verfehlte.

Eyüp Sultan - Feuchtwangen II 2:3

"Das darf ja wohl nicht wahr sein", mag sich Eyüp-Trainer Ibrahim Karaca gedacht haben, als seine Elf praktisch mit dem Schlusspfiff der regulären Zeit den Ausgleich kassierte.
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Nach dem Seitenwechsel erwischten die Karaca-Schützlinge einen Auftakt nach Maß. Ugur Türker profitierte von einem Schnitzer des Feuchtwangener Keepers und hob den Ball gekonnt zur 2:1-Führung in die Maschen (47.). Mit zunehmender Spieldauer verlagerte sich das Geschehen immer mehr in die Hälfte von Eyüp Sultan. Doch wirklich durchdacht und zielstrebig waren die Aktionen der Feuchtwangener nicht. Ein zu hoch platzierter Kopfball von Zwanziger war der einzig nennenswerte Torabschluss bis zur 77. Minute. Freilich waren die Offensivaktionen der Türken äußerst spärlich, doch die beste Chance zur Entscheidung hatte Serdar Akdeniz auf dem Fuß, als er frei vor TuS-Keeper Andy Zein scheiterte (81.). Dennoch lief die Zeit freilich für die Sultane, die sich in der 90. Minute eine fatale Unachtsamkeit leisteten. Abwehrmann Michael Schneider durfte kurz vor dem Strafraum ungehindert den Abschluss suchen und fand diesen mit einem platzierten Flachschuss in die linke untere Ecke. Nach dem folgenden Anstoß wurde die Partie abgepfiffen.

Eyüp Sultan - Feuchtwangen II 2:3

Ein Bild das Bände spricht: Nach einer verkorksten Saison und einer unglücklichen Relegation muss Eyüp Sultan in die Kreisklasse absteigen.
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Hatte man bei Eyüp Sultan gehofft, den Vorsprung über die Zeit retten zu können, so gab es nun einen unfreiwilligen Nachschlag gegen fittere Feuchtwangener. Einen tollen Spielzug leitete Torschütze Schneider ein, doch Bartels schlenzte den Ball am Tor vorbei (94.). In der zweiten Hälfte der Verlängerung hatte dann erneut Akdeniz die Riesengelegenheit, als er frei vor Zein auftauchte, diesen aber den Ball in die Hände lupfte (106.). Thomas Kälberer verpasste auf der Gegenseite mit seinem Aufsetzer aus der Distanz nur knapp die Führung des TuS (108.). Den Torschrei hatten die Feuchtwangener Fans, die deutlich in der Überzahl waren, in der 110. Minute auf den Lippen, als sich Timo Schaller im Strafraum durchtankte und aus kürzester Distanz an Aydin scheiterte. Doch wie schon beim 0:1 leistete sich der Schlussmann nach der guten Tat einen verhängnisvollen Lapsus. Als der Ball von der linken Außenbahn auf das Tor kam, rutschte ihm dieser unter den Körper durch und Feuchtwangens Serkan Ibram Bassa durfte sich als Aufstiegsheld feiern lassen, weil er richtig stand und aus einem halben Meter den Ball ins leere Tor beförderte. Damit war das Kapitel "Panne" für Eyüp zwar abgeschlossen, doch zum Thema "Pech" kam noch ein finaler Akt hinzu. In der 118. Minute starteten die Türken noch einen letzten Versuch, den Ausgleich zu erzielen und erneut war Akdeniz auf dem Weg zum Tor und wurde dabei im Strafraum klar von den Beinen geholt, bitter für Eyüp Sultan, dass dies der ansonsten gut leitende Referee Gscheidl anders sah und weiterspielen ließ. Das folgende Frustfoul des verwanten Türker bedeute für den Spielmacher die Ampelkarte. Die Rote Karte, die sich Eyüp-Torhüter Aydin durch eine verbale Entgleisung nach dem Schlusspfiff noch einhandelte, war ebenfalls in die Kategorie Frustbewältigung einzustufen. Ungeachtet dessen feierte der TuS Feuchtwangen II einen unterm Strich verdienten Erfolg, da der Kampfgeist und die konditionellen Vorteile zuletzt belohnt wurden.

Eyüp Sultan - Feuchtwangen II 2:3

Feierlaune beim TuS Feuchtwangen II. Nach dem die Erste Mannschaft in die Bezirksliga absteigen musste, konnte im Gegenzug die "Zweite" eine Klasse gut machen und spielt in der kommenden Saison in der Kreisliga.
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Feuchtwangen: Zein, Lux, Schneider, Zwanziger, Kälberer, Hahn, Ibram Bassia, Man. Beck, Bartels, Clausen, Greiner / Schaller, Guttropf, Mi. Beck.

Eyüp Sultan: Aydin, Tok, Özyürek, Okuyucu, Uzun, Eksiner, Ceylan, Bilgic, Türker, Karanfil, Cetinkaya / Akdeniz, Sari, Gürkan. 

Tore: 1:0 Karanfil (13., Eigentor), 1:1 Cetinkaya (26.), 1:2 Türker (47.), 2:2 Schneider (90.), 3:2 Ibram Bassia (116.).

SR: Gscheidl (SV Weiherhof) / Zuschauer: 350 in Mitteleschenbach.

Gelb-Rote Karte: Türker (Eyüp Sultan) wegen wiederholten Foulspiels (118.).

Rote Karte: Aydin (Eyüp Sultan) wegen Schiedsrichter-Beleidigung (nach Spielende).