Eine Spielergröße schon mit Siebzehn
Geschrieben von: Peter Breier Mittwoch, den 08. Juli 2009 um 10:33 Uhr
Gordon Gott vom SV Laufamholz im Portrait
In der abgelaufenen Saison absolvierte er 20 der 28 möglichen Partien in der Kreisklasse 4, erzielte dabei drei Tore und bereitete viele wichtige Treffer vor. Im drittletzten Saisonspiel gegen den SC Türk Genc bestritt Gordon Gott das vorläufig letzte seiner 309 Spiele im Dress der 1.Mannschaft des SVL. Nun gewährt der Hüne fussballn.de einen exklusiven Blick hinter die Kulissen.
Doch alles erst einmal der Reihe nach. Der 1983 aus Chemnitz zugezogene Jüngling fand wie viele andere seiner Altersgenossen über einen Freund den Spaß am Bolzen. Dieser vergnügte sich zwar regelmäßig auf dem Laufamholzer Vereinsgelände, war aber kein Mitglied, so dass es noch einige Zeit dauerte, bis der hochaufgeschossene Gordon richtig im Verein zu spielen begann. Obwohl er erst 1986 in der E-Jugend anfing, war sein fußballerisches Talent schnell zu erkennen. Bereits in seiner zweiten Saison gelang ihm mit seiner E-Jugend der Aufstieg, der nicht sein einziger bleiben sollte.
Schon in frühester Jugend war Gordon Gott (oben 4. v.l.) eine feste Größe in den Teams des SVL.
Foto: privat
Trainer Markus Göß übertrug dem körperlich überlegenen und trotzdem technisch beschlagenen Gordon Gott schon in seinem ersten D-Jugendjahr auf dem Großfeld fortan die wichtigen Aufgaben im zentralen Mittelfeld, was sich schnell bezahlt machte. Besondere Stärken des Laufamholzer Spielmachers waren seine enorme Schusskraft und die Kopfballstärke, die ihn zusätzlich zum Torjäger machten. Weil der SV Laufamholz ein paar Jahre später keine B-Jugend melden konnte, rutschte Gordon nach der C-Jugend direkt in die A-Jugend auf. Aber auch diese Herausforderung meisterte der mittlerweile über 1,90 Meter große Jungstar mit Bravour und übernahm bereits nach kurzer Zeit wieder eine der Führungsrollen im Team.
An diese Zeit kann sich Gordon noch gut erinnern, denn es folgten die zwei erfolgreichsten Jahre seiner Jugendlaufbahn. Nach einem knappen 3:2 gegen den ATV Nürnberg spielte der SVL auf dem Mögeldorfer Platz vor zahlreichen Zuschauern in der Aufstiegsrelegation. Doch die junge Mannschaft kam gegen einen übermächtigen Gegner unter die Räder und verlor haushoch. "Wir haben damals richtig Lehrgeld gezahlt", erinnert sich Gordon gerne zurück, denn schon im darauffolgenden Jahr wurde die Kreisgruppenmeisterschaft ungefährdet eingefahren. Gott erzielte in dieser Saison mehr als 60 Tore, seinem Mitspieler und auch heute noch gutem Freund Marek Filip gelangen gar 70 Erfolgserlebnisse.
So kennen ihn Mit- und Gegenspieler: Gordon Gott als Antreiber des Laufamholzer Spiels.
Foto: privat
Im zarten Alter von 17 Jahren wurde Gordon Gott dann für die Vollmannschaft freigestellt, in der er zum ersten Mal Anpassungsprobleme hatte. "Es war eine schwere Zeit und ich hasste es, früh ausgewechselt zu werden oder von Anfang an nur auf der Bank zu sitzen". Diese Phase war jedoch nicht von allzu langer Dauer, so dass Gordon Gott bald an der Seite seines damaligen Spielertrainers Stefan Waldmann spielen und glänzen durfte. Nach mehreren Jahren mit großen Ambitionen sprang als bestes Saisonergebnis trotzdem nur der vierte Tabellenplatz heraus, so dass Gott in der Saison 2002/2003 eine neue Herausforderung beim Kreisligisten Post SV – Trainer war damals wie heute Stephan Adler – suchte. Dort wurde er als Stürmer aufgeboten und erzielte acht Tore. Obwohl er beim Post SV einigermaßen glücklich mit seiner Premierensaison war, entschied er sich für eine Rückkehr zu seinem SVL. Dort sollten neu herangewachsene Perspektivspieler in die Erste Mannschaft integriert werden und mit Gott an der Spitze wieder erfolgreiche Zeiten anbrechen. Leider kam das Team in den folgenden Jahren nicht an die Klassenbesten heran, doch dafür erlebten traditionelle Fußballtugenden wie die Identifikation mit dem SV Laufamholz, die Kollegialität und der Kampfgeist eine Renaissance, die die Stimmung im Vereinsumfeld nachhaltig zum Positiven wendeten.
Nach 13 Jahren zwingen berufliche Änderungen den 1,98m-Riesen nun dazu, vorerst einen Gang zurückzuschalten. Mit Rücksicht auf die eigene Gesundheit sind deswegen für den noch 29-Jährigen allenfalls Einsätze im Reserveteam vorstellbar, zumal Trainings- bzw. Fitnessrückstande in der Vergangenheit besonders bei ihm die Anfälligkeit für Muskel- und Bänderverletzungen dramatisch erhöhte. Seinem Verein will Gott aber weiterhin treu zur Seite stehen und besonders bei der Integration der neu hinzugekommenen Jugendspieler mithelfen. Ob Gordon Gott wieder in die Erste Mannschaft des SVL zurückkehren wird, ist im Moment noch nicht abzusehen, doch um das sportliche Bestehen seiner Mannschaft ist ihm keineswegs Bange: "Mit der Mischung aus Coach Oedingers Führungsstil und der guten Jugendarbeit hat der SVL eine langfristig gute Lösung gefunden." Kein Wunder, denn er selbst ist das ja das lebendige Beispiel dafür.



