Er hat noch lange nicht genug

Günter Rubenbauer im Porträit

Sie treffen sich noch immer zum regelmäßigen Stammtisch, die ehemaligen Kicker der “goldenen Generation” des 1.FC Nürnberg, die nur ein Jahr nach ihrem sensationellen Coup als amtierender deutscher Meister abstiegen und damit in die Ligageschichte eingingen. Günter Rubenbauer, der den Erfolg seiner Kameraden aus der Jugendauswahl damals als Amateurspieler des FCN mit feierte, sprach mit fussballn.de über seine beiden Lieblingsvereine.

Geboren am 7. Dezember 1940 trat Rubenbauer 1949 im Alter von neun Jahren dem 1.FC Nürnberg bei und durchlief alle Schülermannschaften des Vereins. Ab der B-Jugend gehörte das Jungtalent nicht nur zum festen Kader der ersten Jugendmannschaft beim FCN, sondern führte mit 17 auch die süddeutsche Jugendauswahl von Trainer Jakob Streitle (1935-1955 Spieler beim FC Bayern München) als Kapitän aufs Feld. In dieser Zeit gewann Rubenbauer zweimal die Bayerische und einmal die Süddeutsche Meisterschaft, wurde aufgrund dieser beachtlichen Erfolge fernerhin auch zu einem DFB-Jugendlehrgang des Herberger-Assistenten Helmut Schön eingeladen.

Auch eine viermonatige Zwangspause wegen einer Knieverletzung, die er sich in einem Spiel gegen Ulm zuzog, konnte das Zaboraner Eigengewächs nicht aufhalten. Mit 18 wurden er und mit ihm seine Jahrgangskollegen Gustav Flachenecker, Adolf Ruff und Tasso Wild allesamt Vertragsspieler beim FCN. Weil nach damaligen Regularien noch keine Auswechslungen vorgesehen waren, kam Rubenbauer als zweiter Mann auf der Position des rechten Läufers hinter Josef Zenger jedoch nur selten zum Einsatz. Nach seiner zweiten Saison 1959/1960 hatte Rubenbauer insgesamt nur acht Partien in der damaligen höchsten Spielklasse der Oberliga-Süd auf dem Konto und verließ den Verein im Sommer Richtung Fürth, wo er auf Anhieb Stammspieler war. Währenddessen feierte Flachenecker zusammen mit Club-Legende Max Morlock unter Trainer Herbert Widmayer 1961 überraschend die achte deutsche Meisterschaft.

Rubenbauer im Dress des 1.FC NürnbergGünter Rubenbauer (dritter von Links) im Dress des 1. FCN zusammen mit Gustav Flachenecker (erster von Links) und Torwart Adolf Ruff im Augsburger Rosenaustadion.
Foto: privat

Schon nach kurzer Zeit zog es Rubenbauer aber wieder zurück nach Nürnberg, wo er noch sechs weitere Jahre für den "kleinen Club" dem runden Leder nachjagte. Danach folgten von 1969 bis 1983 etliche Stationen als Spielertrainer, Rubenbauer war beim FC Röthenbach/Peg., dem ASV Buchenbühl und dem TV 1860 Schweinau als Spielertrainer aktiv, ehe er mit 43 seine Fußballschuhe aufgrund anhaltender Kniebeschwerden an den Nagel hängen wollte. Schließlich konnte er dem Angebot seines alten Freundes Hans Stadelmann jedoch nicht wiederstehen und spielte noch zwölf weitere Jahre in der Alten Herren des SV Laufamholz.

Doch auch hier endet seine Geschichte noch nicht. 1996 wurde er Vorstand der SG Quelle Fürth, die vorher sensationell in die Regionalliga-Süd aufgestiegen war und dort auf den 1.FC Nürnberg und die SpVgg Fürth treffen sollte. Zusammen mit dem Ex-Clubberer Dieter Lieberwirth als Trainer gelang ihm nach dem sofortigen Abstieg im ersten Regionalligajahr 1999 noch einmal der Aufstieg. Als Günter Rubenbauer 2003 in den Vorruhestand ging und die Quelle verließ, schien zunächst alles auf ein Ausklingen seiner sportlichen Aktivität in der Senioren-Tennismannschaft des SV Laufamholz hinauszulaufen, doch als der SVL, sein “zweiter Verein nach dem FCN”, im November 2004 um Hilfe bat, kehrte Rubenbauer – immer unterstützt von seiner geduldigen Frau Karin – wieder auf den Fußballplatz zurück.

Rubenbauer wird geehrtEr blieb dem Fussball auch nach seiner aktiven Karriere als Vertragsspieler oder Spielertrainer treu: Günter Rubenbauer (rechts) schnürte die Schuhe noch einmal mehr als zehn Jahre für die AH des SV Laufamholz.
Foto: privat

Wenige Monate später schaffte der SVL den Klassenerhalt und Rubenbauer setzte seine Tätigkeit als Trainer der 1. Mannschaft noch zwei Jahre fort, bevor ein längerer Krankenhausaufenthalt nach einer Knieoperation die alleinige Organisation des Spielbetriebs unmöglich machte. Der zweite Vorstand Jürgen Oedinger betreute das Team in dieser Zeit, setzte jedoch alles daran, Rubenbauer, der sich kurzzeitig schon mit dem Gedanken angefreundet hatte, endgültig Aufzuhören, wieder ins Trainerteam des Traditionsvereins zurückzuholen. Und die Bemühungen lohnten sich. Seit 2008 ist Rubenbauer in enger Absprache mit Oedinger für die Trainingsgestaltung der 2. Mannschaft verantwortlich und steht dort wöchentlich an der Seitenlinie. Er will so manch jungen Spieler aus der zweiten Reihe an die Erste heranführen und gleichzeitig eine ambitionierte Mannschaft formen, die in ihrer ersten A-Klassen-Serie bislang auf Platz acht ordentlich abschnitt, “ihr Potential, genau wie die 1. Mannschaft, aber noch lange nicht ausgeschöpft hat”. Gemeinsam in dieser Konstellation macht Rubenbauer die Arbeit trotz schwankender sportlicher Leistungen seiner Schützlinge weiterhin Spaß, sodass für den kürzlich zum Großvater gewordenen 69-jährigen kein Ende seines Engagements in Sicht ist.