„Nicht der Größte bei Flanken!“

Altenfurts Keeper Michael Hofmann im Portrait

Mittlerweile ist er beim TSV Altenfurt zwischen den Pfosten nicht mehr wegzudenken und zu einem echten Führungsspieler und Motivator geworden. Als Stammtorhüter und Kapitän ist Michael Hofmann unumstritten, genießt von Mitspielern als auch Gegnern absolute Anerkennung und Respekt. Auf dem Weg zur Nummer Eins lagen eine Portion Geduld und sogar ein kurzzeitiger Abschied aus Altenfurt. fussballn.de portraitiert den langjährigen Keeper des TSV Altenfurt.

Auf die Frage, wie der erste Kontakt zum Fußball entstand, war sich der Keeper des TSV Altenfurt zunächst recht sicher: „ich bin mit meinen Eltern zum Schulanfang nach Altenfurt gezogen, der Sportplatz lag gleich um die Ecke. Und lange hat es nicht gedauert, bis ich zum ersten Training dort war“, erinnert sich Michael Hofmann an den Beginn seiner aktiven Fußballkarriere Mitte der 1980er Jahre. „Nein, halt! Stimmt nicht! Der erste Kontakt zum Fußball entstand durch meinen Vater. Dem habe ich schon zugeschaut, bevor ich selbst gespielt habe“, korrigiert Hofmann den Zeitpunkt der Liebe auf den ersten Blick für das Runde Leder. Schon Anfang der 80er fing alles an, als der Vater noch als Verteidiger in Burghaslach spielte.
Dennoch, der damalige Umzug der Familie Hofmann von Buchenbühl in die Nähe des Altenfurter Sportplatzes war definitiv der Startschuss der Karriere des heute 30jährigen Keepers. Der Weg ins Tor war, wie der vieler Torhüter, ein kleiner Umweg. „Zunächst hab ich als Stürmer angefangen, dann war unser Torwart verletzt, und ich habe mich reingestellt. Es hat mir gleich Spaß gemacht, danach wollte ich auch nichts anderes mehr spielen“, erzählt Hofmann vom Beginn seiner Karriere zwischen den Pfosten. Von der F- bis zu den A-Junioren durchlief „Hoffi“ sämtliche Jugendmannschaften des TSV. Interessanterweise tragen nicht nur Mitspieler von damals auch heute noch die rot-weißen Vereinsfarben, sondern auch deren Väter engagierten sich seinerzeit als Jugendtrainer. Unter Reiner Teiß, Vater von Mitspieler Markus, aber auch Siegfried Jann und Norbert Bock (Vater bzw. Onkel vom heutigen Mittelfeldmotor Jens Jann) lernte Hofmann „das Handwerkszeug“ eines Torhüters und konnte zudem noch manch tollen Erfolg, wie den Kreisliga-Aufstieg mit den B-Junioren, feiern.
Die Stärken des Torhüters Hofmann liegen seit eh und je auf der Linie. „Bei Flanken bin ich nicht der Größte“, stellt der 177cm große Keeper selbstkritisch und doppeldeutig zugleich fest. Bei seinem Team wird besonders sein Ehrgeiz und Teamgeist geschätzt. Auf das Können des Altenfurter Schlussmanns wurden natürlich auch andere Vereine aufmerksam, so gab es neben der Berufung in die Kreisauswahl im C- und B-Juniorenalter auch so manchen Abwerbversuch, den der eingefleischte „TSVler“ aber widerstehen konnte. „Wir hatten immer ne tolle Truppe mit einer super Kameradschaft und guten Freunden“, sah Hofmann keinen Anlass, das Team zu Juniorenzeiten zu verlassen.

Nummer Eins Michael Hofmann
Inzwischen die langjährige Nummer Eins im Altenfurter Tor
Foto: Müller

Bereits als A-Jugendlicher hütete Hofmann dann das Tor der Zweiten Mannschaft. In der damaligen B-Klasse (heutige Kreisklasse) zeigte der Nachwuchskeeper schon sein großes Potential. Dennoch reichte es nach dem Juniorenalter nicht gleich zur Nummer Eins beim TSV Altenfurt. „Ein bisschen hat er sich schon hängen lassen. Damals war er auch zu trainingsfaul“, erinnert sich Abteilungsleiter Stefan Zagel an die erste Zeit des jungen Torwarttalents bei der Vollmannschaft. „Fairerweise muss man aber auch sagen, dass er gestandene Torhüter mit Landesliga-Erfahrung vor der Nase hatte“, nimmt Zagel den heutigen Kapitän in Schutz. Denn der TSV Altenfurt, der in den 70er Jahren fester Bestandteil der Landesliga war und als Gründungsmitglied der BOL dort bis Ende der 90er Jahre eine gute Rolle spielte, hatte zu jener Zeit so Torwart-Koryphäen wie Andreas Speer (heute Trainer des SC Eltersdorf) oder Roman Deuerlein (später Neumarkt und Amberg) im Tor. Dahinter war der junge Michael Hofmann eine starke Nummer Zwei.

Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga kam 2002 beim TSV Altenfurt der große Umbruch. Deuerlein ging zum ASV Neumarkt, viele Spieler, die Geld auf Bezirks- oder Landesebene verdienen wollten, kehrten der Wohlauer Straße den Rücken. Hofmann wurde zum Stammtorhüter in der Kreisliga-Mannschaft, wechselte aber in der Winterpause zusammen mit Jürgen Müller zur SpVgg Diepersdorf in die Kreisliga Pegnitzgrund. „Ich wollte einfach mal was anderes ausprobieren“, begründet der Toskana-Fan den damaligen Ausflug, der nach anderthalb Jahren wieder in Altenfurt endete.
2004 spielte der TSV Altenfurt in der Kreisklasse unter Trainer Manfred Rüsing. Mit Hofmann als sicheren Rückhalt ging die Defensivtaktik des Ex-Profis (1. FC Nürnberg und VfL Bochum) meistens gut auf und der TSV kratzte immer wieder am Kreisliga-Aufstieg. Aber der letzte Drücker fehlte dann doch immer. „Entweder spielten wir eine schwache Hin- oder Rückrunde“, denkt Hoffi an die fehlende Konstanz seiner Elf in den vergangenen Jahren zurück. Unter Manuel Bergmüller, der 2006 als Spielertrainer vom FV Wendelstein kam, änderte sich die Spielweise, die nun weitaus offensiver ausgerichtet ist, der Aufstieg blieb aber weiterhin verwehrt. Im zweiten Jahr ist Michael Hofmann nun Kapitän der Altenfurter und lobt die außergewöhnliche Kameradschaft und Geselligkeit, die nicht nur ihn trotz des großen Ehrgeizes und Anfragen anderer Klubs in Altenfurt bindet. „Da sind langjährige, enge  Freundschaften entstanden“, möchte der gelernte Versicherungskaufmann gemeinsame Aktivitäten auch außerhalb des Fußballplatzes wie Bowlingabende oder eine Fahrt zum Karneval in Köln nicht missen. Auch die jährliche Fahrt auf die vereinseigene Hütte nach Österreich fördert den Zusammenhalt.

Rot und Weiß sind seine FarbenAuch außerhalb des Feldes: Die Vereinsfarben wird Michael Hofmann so schnell nicht los.
Foto: fussballn.de

Die Vereinstreue ist in Altenfurt ohnehin weitverbreitet: bis auf Trainer Bergmüller, mit dem es „eine super kameradschaftliche Zusammenarbeit“ (wie Hofmann betont) gibt, haben alle Spieler des Kreisklassisten schon in der Altenfurter Jugend gekickt. Inzwischen zählt Hofmann zusammen mit Bergmüller, Christian Reich, Jens Jann, Markus Heuberger und Jürgen Müller zur erfahrenen Generation. „Wenn man sich in der Mannschaft so umschaut, merkt man schon, dass man älter geworden ist“, stellt der Keeper lächelnd fest. Da soll mit dem TSV schon bald noch mal der Weg nach oben gehen, auch wenn Hofmann, der als sogenannter „Underwriter“ für die Gothaer Versicherung Risiken zeichnet, noch „im besten Torwartalter“ ist. Denn nach den zwei Abstiegen, die er mehr oder weniger direkt in Altenfurt erlebt hat, möchte er auch einen Aufstieg in seiner Karriere, in der er glücklicherweise von größeren Verletzungen verschont geblieben ist, verzeichnen. Das würde auch Freundin Anna freuen, mit der Hofmann seit acht Jahren liiert ist. „Sie ist eine begeisterte Zuschauerin und drückt uns immer die Daumen“, beschreibt „Hoffi“ die Unterstützung seiner Lebensgefährtin, mit der er „im Altenfurter Einzusgebiet“ Dutzendteich wohnt.
Mit der Meisterschaft und den direkten Weg in die Kreisliga hat es zwar nicht geklappt, aber die Chance, über die Relegation aufzusteigen, möchte er natürlich nutzen. Denn das Ziel lautet Kreisliga, vorerst ein Traum bleibt die Bezirksliga – natürlich beides mit seinem TSV Altenfurt!