Drei Punkte gewonnen, wieder einen Torwart verloren

Dergahspor – SV Etzenricht 3:2 (1:0)

In einem wenig berauschenden Landesliga-Spiel am Zeppelinfeld behielt Dergahspor mit 3:2 knapp die Oberhand gegen den SV Etzenricht. Nach glänzender Vorarbeit von Akin Bölük brachte Mustafa Jasarevic die Nürnberger im Nachholspiel in Front. Danach agierte die Karali-Elf immer wieder zu sorglos, so auch unmittelbar vor der Pause, als der bis dato starke Torhüter Ferhat Albayrak die Notbremse ziehen musste. In Unterzahl erhöhte Dergah im zweiten Durchgang wieder durch Jasarevic und musste auch nach Bölüks Treffer zum 3:1 bis zuletzt um den Sieg bangen.

Im Gegensatz zu mancher Partie der laufenden Saison, in der Dergahspor auf Grund einer starken spielerischen Leistung einen Sieg verdient gehabt hätte, reichte mit einem Quäntchen Glück diesmal auch ein eher mäßiger Auftritt des Aufsteigers, um ihren Coach Turgay Karali noch ein weiteres nachträgliches Hochzeits-Geschenk zu bereiten. Denn die Partie gegen den SV Etzenricht wurde aufgrund der Vermählung des Dergah-Spielertrainers um ein Monat verlegt und endete am Mittwochabend unter Flutlicht am Zeppelinfeld mit einem knappen 3:2-Sieg der Nürnberger.

Große Highlights boten die Akteure den Zuschauern dabei nur spärlich. Auf Seiten Dergahs war es Akin Achmet, der nach zwei Minuten mit einem Schuss SVE-Keeper Christian Schreglmann auf die Probe stellte. In der Folge näherten sich die Gäste immer wieder dem von Karali-Ersatz Ferhat Albayrak gehüteten Tor, weil das Dergah-Team sich einige Nachlässigkeiten leistete. Alexander Mosin schoss aber zu unplatziert (12.) und der agile Benjamin Werner kam gegen Albayrak noch einen Schritt zu spät (14.). Johannes Renner wurde im Strafraum angespielt, doch sein Schuss aus der Drehung verfehlte sein Ziel (25.).

Dergah - Etzenricht 3:2

Sicher nicht ihr bestes Spiel zeigte die Dergah-Truppe, aber unterm Strich sprang doch der erhoffte Sieg gegen Etzenricht heraus, auch weil Akin Bölük (mitte) zwei Mal glänzend auflegte und das dritte Tor selbst markierte.
Foto: fussballn.de

Praktisch im Gegenzug gelang den Hausherren, die zu diesem Zeitpunkt überraschende Führung, als Akin Bölük mit seinem Pass durch die Schnittstelle der Oberpfälzer Abwehr zeigte, wie eine perfekte Vorlage auszusehen hat und Mustafa Jasarevic vom rechten Flügel angestürmt kam und sicher zum 1:0 vollstreckte (26.). Die Führung brachte den Nürnbergern aber nicht die erhoffte Sicherheit und Ruhe im Spiel. In der 33. Minute war der Fall von Werner im Strafraum sicherlich diskussionswürdig, nicht aber für den Unparteiischen, der weiterspielen ließ. Als Renner frei vor Albayrak auftauchte, musste der Keeper mit einer starken Parade den Ausgleich verhindern (40.) und verdiente sich in der 43. Minute den Szenenapplaus, als er einen Kopfball von Werner aus kürzester Distanz mit einem sensationellen Reflex über die Latte lenkte (43.). Hatte man im Dergah-Lager zu diesem Zeitpunkt zumindest die Erkenntnis, einen starken Vertreter des gesperrten und zudem noch verletzten Stammkeepers zu haben, so stand die Torwart-Problematik zwei Zeigerumdrehungen später wieder weit oben auf der Agenda. Wieder hatten seine Vorderleute Albayrak im Stich gelassen und so musste er gegen den durchgebrochenen Werner die Notbremse ziehen (45.).

Dergah - Etzenricht 3:2

Vorzeitig beendet war der Arbeitstag für den starken Karali-Vertreter Ferhat Albayrak (links), der unmittelbar vor der Pause die Notbremse zog und die Torwart-Problematik bei Dergah verschärft.
Foto: fussballn.de

Erdem Semiz, der einzig von drei nominellen Torhütern verbliebene, ersetzte den guten Albayrak - dafür musste Mike Zander "geopfert" werden und Dergah fortan in Unterzahl verteidigen. Der zweite Durchgang erreichte ebenfalls nur selten Landesliga-Niveau. Wie im ersten Durchgang war es wieder ein glänzendes Zusammenspiel von Bölük und Jasarevic, das den heimischen Anhang jubeln ließ - wieder netzte Jasarevic das Zuspiel von Bölük ein (60.). Die erhoffte Vorentscheidung war dies aber nicht, weil acht Minuten später Benjamin Werner den verdienten Anschluss per Lupfer über Semiz markierte. Plötzlich lag der Ausgleich wieder in der Luft, als Renner mit einem strammen Schuss von der rechten Seite nur knapp das Gehäuse verfehlte (70.). Dann lieferte Etzenricht sein Gastgeschenk ab und servierte mit einem katastrophalen Pass in den Lauf von Akin Bölük, der den Schlussmann aussteigen ließ und sicher einschob, das 3:1 für die Gastgeber (84.). Aber vier Minuten darauf war wieder Zittern angesagt, als Mosin einen Werner-Schuss zum 3:2-Anschluss abstauben konnte. Außer einer Gelb-Roten Karte gegen Mosin änderte sich aber am weiteren Spielverlauf nichts und Dergahspor durfte mit der Gewissheit auch gewinnen zu können, wenn die Leistung nicht ideal war, das Gastspiel am Zeppelinfeld beenden. Drei Punkte gewonnen, aber wieder einen Torwart verloren - nun muss bei Dergah improvisiert werden, denn aktuell steht nur ein Torhüter für zwei Teams zur Verfügung.

Dergahspor: Albayrak, Turan, M. Bilici, Özalp, Drescher, Zander (45. Semiz), Sezer (87. Calisir), Jasarevic, Bölük, Achmet (57. A. Bilici), Caglar

Etzenricht: Schreglmann, Wendl, Plössner, Renner, Mosin, K. Herrmann, U. Herrmann (46. Teichmann), Pötzl (78. Baumann), Werner, Hagn (82. Peter), Mark

Tore: 1:0 Jasarevic (26.), 2:0 Jasarevic (60.), 2:1 Werner (68.), 3:1 Bölük (84.), 3:2 Mosin (88.)

SR: Mix (TSV Abtswind) / Zuschauer: 120.

Gelb-Rote Karte: Mosin (Etzenricht) wegen wiederholten Foulspiels (90.)

Rote Karte: Albayrak (Dergahspor) wegen Notbremse (45.).