Raitersaich stoppt die Überflieger
Geschrieben von: Marco Galuska / RF / RD / TW / NC / DR / RM / GE Montag, den 21. November 2011 um 16:31 Uhr
Kreisliga: mit Audi Zentrum Nürnberg-Marienberg
Wer überwintert auf Platz zwei, wer auf einem Abstiegsplatz?
Nun hat es den TSV Cadolzburg doch noch vor dem Winter erwischt: Nach grandiosen 16 Siegen gab die Fischer-Elf beim 1:2 gegen Raitersaich die ersten Zähler der Saison ab. Für Aufsehen sorgten am letzten ordentlichen Spieltag vor der Pause auch die Kellerkinder: Der TSV 61 Zirndorf bezwang den TSV Burgfarrnbach (3:1), der ESV Flügelrad gewann gegen den ASV Weinzierlein (2:1) und der STV Deutenbach schoss sich gegen Schlusslicht ASN Pfeil Phönix mit 7:1 den Frust von der Seele. Auf Rang zwei überwintert der FC Kalchreuth (2:1-Sieg beim VfL) vor der U23 des SV 73 Süd (2:1-Sieg gegen Johannis 83).
Den TSV Cadolzburg hat es erwischt! Nach 21 Siegen am Stück unterlagen die Sporcher im Heimspiel dem SV Raitersaich mit 1:2. Raitersaich agierte über die gesamte Spielzeit taktisch sehr geschickt, machte die Räume eng und verschob in jede Richtung gut. Die erste Chance des Spiels hatte der letztjährige Top-Torjäger des SVR, Patrick Ott, der aber nur das Außennetz traf. Die Heimelf fand sehr schwer ins Spiel, hatte aber auch ihre Möglichkeiten. Egerer nahm einen Ball von Schühlein schlecht an und so verpuffte die Chance vor dem starken Jeltsch im Tor der Gäste. In der 26. Minute ging der Gast durch einen strittigen Foulelfmeter in Führung, den Walter-Götz gewohnt souverän verwandelte. Ansonsten neutralisierten sich beide Mannschaften vor der Pause, wobei die Heimelf zu viele leichte Abspielfehler in ihrem Spiel hatte und so die Gäste vor keine großen Probleme stellte. In Hälfte zwei hatte der TSV zwar deutlich mehr Ballbesitz, weil die Gäste sich zurückzogen, aber die zwingenden Chancen blieben noch aus. In ein Drangphase des TSV erzielte der SVR, zwar schön herausgespielt, aber schwer abseitsverdächtig das 0:2 durch Tulgar. Es wurde nun noch schwerer für die Heimelf, der man das Bemühen nicht absprechen konnte, aber die Fehlerquote war einfach an diesem Tag zu hoch und dennoch hatte man klare Einschussmöglichkeiten, aber Merz traf aus drei Metern den Ball nicht. Ein Kopfball und ein Schuss aus kurzer Distanz von Merz wurden klasse von Jeltsch geklärt. Die Gäste blieben durch Konter stets gefährlich, die sie aber nicht ordentlich ausspielten. Nachdem der TSV umgestellt hatte, gelang - nach feinem Zuspiel von Reichenauer auf Schühlein, dessen Flanke Egerer per Kopf verwertete - das 1:2. Die Heimelf versuchte das Remis zu erzielen, aber der Gast rettete seinen Vorsprung und ging nicht unverdient als Sieger vom Platz.

Eiskalt vom Punkt: Raitersaichs Kapitän Walter-Götz ließ Adam Pöll im Cadolzburger Tor beim Strafstoß keine Abwehrchance.
Foto: Bonath
Derweil kam der STV Deutenbach zu einem 7:1-Kantersieg im Kellerduell gegen den ASN Pfeil Phönix. Die Hausherren konnte an die gute Vorstellung, die vor Wochenfrist in einem 1:1 beim SC Worzeldorf endete, anknüpfen und legte von Beginn ein ordentliches Tempo vor, das an die besten Kreisklassen-Zeiten erinnerte. Romeo sorgte für einen Blitzstart (2.) und Torjäger Markus Brattinger ließ per Strafstoß nach acht Minuten das 2:0 folgen. Auch den nächsten Doppelschlag vor der Pause leitete Markus Brattinger mit seinm Tor zum 3:0 ein (28.); Zankl erhöhte nur zwei Minuten später zum 4:0-Halbzeitstand. Nach dem Seitenwechsel schnürte auch Zankl seinen Doppelpack zum 5:0 (48.). Das halbe Dutzend machte Timm Bergmann per Foulelfmeter voll (65.), während Jonas Beez für die klar unterlegenen Assen der Ehrentreffer im Gegenzug gelang. Für den Schlusspunkt sorgte dann wieder Romeo und durfte wohl aufgrund der ansteigenden Form fast schon etwas Bedauern im Deutenbacher Lager über die Winterpause verursacht haben.

Deutenbachs Kapitän Thomas Brattinger glänzte in der Rolle als Spielmacher und überließ das Toreschießen seinen Kollegen beim 7:1-Sieg gegen ASN Pfeil Phönix.
Foto: Denise Lämmermann
Jubel gab es auch beim TSV 61 Zirndorf nach dem 3:1-Sieg gegen den TSV Burgfarrnbach. In einer hart umkämpften Partie gingen die 61er bereits nach zwei Minuten durch Maximilian Barnasch in Führung. Nach einer tollen Flanke von Felix Barnasch köpfte er zum 1:0 für die Hausherren ein. Zirndorfs Schlussmann Skiba konnte in der Folge mehrmals den Ausgleich verhindern. Nach 32 gespielten Minuten wurde Nieszery im Strafraum gefoult und Referee Lamatsch zeigte sofort auf den Punkt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Untheim sicher zur 2:0-Pausenführung. Nach 66 Minuten keimte bei den Gästen noch einmal Hoffnung auf, als Schubert zum 2:1 verkürzen konnte. So blieb es spanned bis zum Schluss. In der 90. Minute parierte Skiba eine tolle TSV-Chance und im Gegenzug konnte Przioda durch einen herrlichen Konter den aufgrund einer kämpferischen starken Leistung nicht unverdienten Sieg mit dem Treffer zum 3:1 unter Dach und Fach bringen.

Der kapitale Fehlgriff des sonst guten Weinzierleiner Schlussmanns Tobias Eder...
Foto: fussballn.de
Im letzten Spiel vor der Winterpause schaffte der ESV Flügelrad gegen den ASV Weinzierlein den vierten Sieg in dieser Saison und hält damit Anschluss zum ersten Nichtabstiegsplatz. Die wenigen Zuschauer sahen in der ersten Halbzeit ein mäßiges Spiel. Beide Mannschaften neutralisierten sich, hatten kaum nennenswerte Torchancen; gravierende Abspielfehler und technische Mängel prägten die Partie. In der zweiten Halbzeit wurde es deutlich besser und es entwickelte sich ein kampfbetontes und flottes Spiel. Vom Wiederbeginn an übernahm die Heimmannschaft das Kommando und setzte den Gast aus Weinzierlein nun unter Druck. Folgerichtig gab es die erste gute Torchance für den ESV in der 49. Minute. Nach einem Eckball von Kapitän Dogus Ocak verhinderte ASV-Torhüter Tobias Eder die Führung, als er die Direktabnahme von Ercan Dedeoglu prächtig parierte. Nur fünf Minuten später, wieder nach guter Vorarbeit von Dogus Ocak, verfehlte ein Distanzschuss von Routinier Fadi Baji nur knapp das ASV-Gehäuse. Nächster Höhepunkt war die Rote Karte für Weinzierleins Philipp Opitz in der 63. Minute. Nach einem rüden Foul an Baris Kiymaz musste er zu Recht den Platz vorzeitig verlassen. Der daraus resultierende Freistoß, getreten von Spielmacher Michael Zielinski, brachte dem ESV die ersehnte Führung, da der ansonsten so zuverlässige Torhüter Tobias Eder den eher harmlosen Ball durch die Arme gleiten ließ. In der 64. Minute folgte eine weitere Riesenchance für die „Räder“, doch Ocak alleine aufs Tor zulaufend, scheiterte diesmal am großartig reagierenden ASV-Schlussmann, der in dieser Szene seinen Fehler wieder gut machte. Die 2:0-Führung in der 74. Minute erzielte der laufstarke Emin Bilir. Nach einem guten Pass von Quinones vollendete er kaltschnäuzig ins lange Eck. Nur zwei Minuten später gelang den Gästen etwas überraschend der Anschlusstreffer. Der stark aufspielende Bernd Güßregen ließ mit einem platzierten Flachschuss aus zwölf Metern ESV-Torhüter Kazim Bilir keine Abwehrchance. Die Heimmannschaft zeigte sich jedoch keineswegs geschockt und erspielte sich weiterhin gute Torchancen. Kurz vor Spielende hätte der ESV wieder den alten Torabstand herstellen müssen, doch scheiterten jeweils Ercan Dedeoglu und Serdar Akdeniz aus kurzer Distanz. Aufgrund der Anzahl an Torchancen in der zweiten Halbzeit war es ein verdienter Sieg für den ESV Flügelrad.

...löste beim ESV Flügelrad verständlichen Jubel aus.
Foto: fussballn.de
Weniger erfolgreich verlief dagegen das letzte Heimspiel 2011 für den VfL Nürnberg, der dem Tabellenzweiten FC Kalchreuth mit 1:2 unterlag. In einem sehr zerfahrenen Spiel brachte der VfL zunächst überhaupt kein Bein auf den Boden. Durch aggressives Forechecking der Kalchreuther wurden die Gastgeber frühzeitig an einem geregelten Spielaufbau gehindert und zu Fehlpässen oder zu weiten Schlägen auf die ziemlich vereinsamte Sturmspitze O'Shea gezwungen. Da aber auch die Gäste relativ wenig mit den eroberten Bällen anfangen und auch nicht gerade mit Passgenauigkeit glänzen konnten, ergaben sich kaum Torchancen. Deshalb resultierte der Kalchreuther Führungstreffer auch aus einer Standardsituation in Verbindung mit einem zu zögerlich agierenden VfL-Torhüter, so dass Kalchreuths Dotzler aus kurzer Distanz einköpfen konnte. Durch dieses Erfolgserlebnis bekam Kalchreuth noch mehr Oberwasser, die reichlich konfuse VfL-Abwehr konnte nur mit viel Glück bis zur Halbzeit weiteren Flurschaden vermeiden. In der zweiten Halbzeit drückte Kalchreuth weiter auf eine vorzeitige Entscheidung, konnte aber nur noch einmal die VfL-Abwehr überwinden, als der Kalchreuther Mittelstürmer Osiecki bei einem weiten Einwurf am schnellsten reagierte und mit einem sehenswerten Seitfallzieher den Ball zum 0:2 im VfL-Gehäuse versenkte. Erst dieses Tor schien der Weckruf für die Heimelf gewesen zu sein. Die eingewechselten Odörfer und Egleton brachten etwas mehr Struktur ins VfL-Spiel, so dass auch O'Shea besser zur Geltung kam. Er war dann auch Ausgangspunkt für den Anschlusstreffer des VfL. Sein Schuss verfing sich zunächst in den Abwehrbeinen der Kalchreuther, fiel aber Odörfer einschussbereit vor die Füße, der sich auch prompt diese Chance nicht entgehen ließ. Der VfL kam tatsächlich ins Spiel, Kalchreuth fand kaum mehr Entlastung. Zwingende Ausgleichschancen blieben dennoch Mangelware, und Kollege Zufall stand auch nicht mehr parat. Nachdem Kalchreuth eine riesige Konterchance versiebt, und der VfL sich durch einen Platzverweis für Depperschmidt nach Foulspiel zusätzlich geschwächt hatte, blieb es beim letztlich verdienten Auswärtssieg.

Weiter oben auf: Die U23 des SV 73 Süd, um den hier am höchsten steigenden Kapitän Robin Zucker, geht auf einem starken dritten Rang in die Winterpause.
Foto: Schimmank
Dicht hinter dem FC Kalchreuth bleibt auch der SV 73 Süd nach seinem 2:1-Sieg gegen den TSV Johannis 83 oben dran. In der ersten Halbzeit fanden die Süder unter der guten Leitung des jungen Referees Julian Weih kein geeignetes Mittel gegen die gut mitspielende Truppe aus Johannis zum Erfolg zu kommen. Die ersatzgeschwächte Truppe von Trainer Michael Lauth konnte aber durch Kampfgeist und eiserne Disziplin ein mit 0:0 in die Halbzeit nehmen. In der Pause schien der Süder Coach die richtigen Worte gefunden zu haben, denn in der zweiten Hälfte zeigte sich die Süder U-23 völlig ausgewechselt und bot für die knapp 110 Zuschauer schönen Angriffsfußball. Durch eine tolle Kombination der Führungsspieler Ortega und Knie konnte Ralf Tobor in der 51. Minute durch einen wuchtigen Kopfball das in der Luft liegende 1:0 für die Süder erzielen. Durch eine kleine Unaufmerksamkeit in der Süder Abwehr gelang den Gästen in der 65. Minute druch Lang der 1:1-Ausgleich. Doch nur fünf Minuten später konnte der Süder Torjäger Tobor durch seinen zweiten Kopfballtreffer bereits den 2:1-Endstand markieren.

In Torjägermanier traf hier Matthias Köhnlein zur Worzeldorfer Führung, am Ende trennte sich der SCW vom SC Türk Genc im Auswärtsspiel mit einem 1:1-Remis.
Foto: Sporrer
In einem niveauarmen Spiel mit vielen Stockfehlern auf beiden Seiten trennten sich der SC Türk Genc und der SC Worzeldorf mit einer leistungsgerechten 1:1-Punkteteilung und verabschieden sich in die ersehnte Winterpause. In der Anfangsphase war die Heimelf mit ihren Standards aus Ecken und Freistößen gefährlicher, jedoch hatte der SCW in der 23. Minute mit einem Fernschuss von Rainer Lehnemann, den Torhüter Papadopoulos hielt, die erste wirkliche Torgelegenheit der Partie. Im weiteren Spielverlauf zeigen die Worzeldorfer allerdings mangelhafte Laufbereitschaft im Mittelfeld, keine Entschlossenheit im Zweikampf und so lag bis kurz vor der Pause die Führung der Türken in der Luft. Einzig SCW-Torhüter Philip Hauswirth verhinderte den Rückstand. Kurz vor dem Pausentee meldet sich die Worzeldorfer Elf mit einem Distanzschuss an den Pfosten und einem vom Keeper der Türken gehaltenen Kopfball zurück. Nach der Halbzeit wurde das Match kaum besser. Erst in der Schlussphase ereignete sich Zählbares. Nach einem der wenigen gelungenen Angriffsspielzügen des SCW über links, als Fabian Eschenbacher sehr gut auf Torjäger Matthias Köhnlein durchsteckte und dieser gekonnt am heraus stürzenden Torhüter zur Führung einnetzte, gingen die Gäste in Führung (80.). Dass die Worzeldorfer dann in der 87. Minute doch noch den allerdings nicht unverdienten Ausgleich hinnehmen mussten, ist einer Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespannes geschuldet, das eine klare Regelwidrigkeit des türkischen Goalgetters Erhan Bulut im Worzeldorfer Fünfmeterraum nicht ahndete.

Chance vertan: Der ESV Rangierbahnhof unterlag in einem guten Kreisliga-Spiel zum Abschluss der DJK Eibach mit 1:3.
Foto: Lisa Köhler
In einem guten Kreisliga-Spiel ging letztendlich die DJK Eibach verdient mit 3:1 als Sieger vom Platz des ESV Rangierbahnhof. Nach dem frühen Führungstor der Gäste, das Michael Ammon per direkten Freistoß aus 20 Metern nach fünf Minuten erzielte, drängte der ESV auf den Ausgleich, der aber nicht fallen wollte. In dieser Drangphase der Rangers erzielten die Eibacher nach einem schönen Konter über Veit durch Bley noch vor dem Halbzeitpfiff das 0:2. Nach dem Seitenwechsel antworteten die Gastgeber mit schnellem und geradlinigen Spiel nach vorne und schnürten die Gäste in ihrer Hälfte regelrecht ein. Schnell gelang der Anschlusstreffer duch Rauh zum 1:2 (51.) und Hoffnung keimte wieder auf bei den Gastgebern. Wie schon in der ersten Hälfte drängte nun der ESV mit aller Macht auf den Ausgleich, doch die DJK antwortete nach einem Fehler des Defensivverbundes der Rangers prompt mit den 1:3 durch Martin Lindner, der nach einem Schuss von Künzel goldrichtig stand und abstauben konnte. Somit war das Spiel gelaufen, vor allem durch die effektivere Chancenauswertung der Gäste verdienten sich diese den Erfolg.





