Nur Süd gelingt die Revanche

Kreisliga: mit Audi Zentrum Nürnberg-Marienberg

Cadolzburg siegt in Unterzahl / Kalchreuth und Burgfarrnbach gewinnen 3:0

Der Rückrundenstart der Kreisliga dürfte so manch einem wohl ein Deja-vu gewesen sein. Einzig der U23 des SV 73 Süd gelang bezüglich des Hinspiels eine Revanche und man setzte sich mit 2:0 gegen den ESV Rangierbahnhof durch. Ligaprimus TSV Cadolzburg entschied ein temporeiches Derby und Spitzenspiel gegen den ASV Weinzierlein mit 3:1 für sich und agierte dabei über eine Stunde in Unterzahl. Fünf Mannschaften konnten sich wie auch am ersten Spieltag der Saison gegen ihre Kontrahenten erneut durchsetzen. So gewannen Kalchreuth (3:0 gegen ASN Pfeil), Burgfarrnbach (3:0 in Deutenbach), Worzeldorf (1:0 beim VfL), Eibach (2:0 bei Flügelrad) und Johannis 83 (4:2 in Zirndorf) allesamt. Wie schon im Hinspiel nicht gut präsentierte sich der SV Raitersaich gegen den SC Türk Genc und rettete mit zwei Mann Überzahl gerade noch einen Auswärtspunkt beim 3:3-Unentschieden.

Der unangefochtene Spitzenreiter TSV Cadolzburg startete am Wochenende auch mit einem Sieg in die Rückrunde und gewann das Derby und Spitzenspiel gegen den ASV Weinzierlein mit 3:1. Kaum hatte das Spiel begonnen, stand es auch schon 1:0 für den TSV. Toptorjäger Egerer hatte für seine Farben getroffen, obwohl die Gäste mit dem Tor gar nicht einverstanden waren und lautstark Abseits reklamierten. Danach war es eine durchschnittliche Partie, die auf beiden Seiten keine großen Höhepunkte zu bieten hatte, da beide Mannschaften bedacht waren, keine Fehler zu machen und in der Defensive gut zu stehen. Dies änderte sich erst ab der 25. Minute, als Cadolzburgs Merz für Zuschauerbeleidigung die Rote Karte sah und sein Team damit selbst schwächte. Nun versuchten die Gäste Druck zu machen, kamen vor der Pause allerdings zu keinen großen Torchancen. Nach dem Wechsel änderte sich dies allerdings und Weinzierlein spielte zielstrebiger nach vorne.

Cadolzburg bleibt makellos

Hier fischte sich Tobias Eder im Weinzierleiner Tor den Ball vor Cadolzburgs Toptorjäger Roman Egerer - am Ende hatte der Goalgetter aber wieder doppelt getroffen.
Foto: Bonath

Der Einsatz und die größeren Spielanteile des ASV wurden dann in der 58. Minute belohnt, als Ewinger schön freigespielt wurde und überlegt zum Ausgleich einschob. Wer nun gedacht hatte, der Gast würde nun die Entscheidung suchen, der sah sich getäuscht, denn auf einmal nahmen auch die zehn Sporcher am Spiel wieder teil. Egerer hatte die große Chance, erneut die Führung zu schießen, scheiterte allerdings allein vor ASV-Keeper Eder. Danach folgte wieder eine Chance für die Gäste, wobei der Schuss knapp am Tor der Heimelf vorbeistrich. Nur eine Minute später gab es wieder das Duell Egerer gegen Eder, das der Ex-Cadolzburger erneut für sich entschied. Cadolzburg merkte man jetzt den fehlenden Mann nicht mehr an und mit vielen gewonnenen Zweikämpfen im Mittelfeld machte der TSV enorm Druck auf das Gäste-Tor. Das 2:1 fiel in der Schlussphase, als der eingewechselte Hebert auf Egerer durchsteckte, der gefühlvoll hoch ins lange Eck schoss. Weinzierlein versuchte noch einmal zurück zu kommen, jedoch waren die Bälle in die Spitze zu unpräzise und so hatte Egerer die Vorentscheidung auf dem Fuß, vergab aber kläglich. Wenig später wollte Düll aufs Tor gehen, wurde jedoch mit einem Foul niedergestreckt. Obwohl sich Düll dabei am Knie verletzte und die Chance damit dahin war, gab es vom Schiedsrichter dafür nur die Gelbe Karte. Die Entscheidung leitete dann Egerer mit einem schnell ausgeführten Einwurf ein. Kein Gäste-Spieler fühlte sich für Schühlein zuständig und er hatte keine Mühe zum 3:1 zu vollenden. Die Fischer-Elf bleibt damit weiter ohne Punktverlust, während der ASV nach sieben Spielen wieder einmal eine Niederlage hinnehmen musste.

Kalchreuth - ASN Pfeil Phönix 3:0

Mit zwei späten Treffern sorgte Iki Schmidt (am Ball) für die Entscheidung zu Gunsten der Kalchreuther beim 3:0-Sieg gegen den ASN Pfeil Phönix.
Foto: Heidi Huber

Mittlerweile elf Spiele ohne Sieg ist der ASN Pfeil Phönix, für den es auch am Wochenende beim FC Kalchreuth nichts zu holen gab. Die Gastgeber präsentierten sich gegen das Tabellenschlusslicht aber viel zu überheblich. Zunächst legte der FCK engagiert los und hatte Torchancen am Fließband. Michael Osiecki scheiterte nach drei Minuten alleine vor Torhüter Alex Lowig. Nach neun Minuten eroberte Tobias Meisel den Ball gut und scheiterte ebenfalls am Keeper. Marcel Schuller brachte es fertig, eine gute Vorarbeit von Jochen Saft aus vier Metern über das Tor zu ballern. Nach der Anfangsviertelstunde schlich sich dann der Schlendrian beim FC ein und die Gäste hatten mit zwei Fernschüssen von Kaufmann und Walter gute Gelegenheiten. Die Kalchreuther waren zwar aufgrund der individuellen Qualität sicher überlegen, jedoch fehlte die Entschlossenheit. So scheiterte Jochen Saft einmal am auf der Linie klärenden Abwehrspieler und kurz vor der Pause am Außenpfosten. Auch in der zweiten Hälfte sahen die Zuschauer kein gutes Spiel, in welchem auch der Schiedsrichter mit vielen Unterbrechungen und Unsicherheiten auf beiden Seiten für Unverständnis sorgte. So handelte sich Frasch bei einem Pressschlag die Ampelkarte ein – den fälligen Freistoß setzte Iki Schmidt an die Latte. Kurz darauf erzielte dann der aufgerückte Damasty die Führung für den FCK. Iki Schmidt machte mit einem Doppelpack alles klar und sicherte somit die verdienten drei Punkte. An die gute Leistung aus den letzten beiden Begegnungen konnte die Heimelf jedoch bei weitem nicht anknüpfen und agierte viel zu unentschlossen und unkonzentriert. Den ersatzgeschwächten Gästen musste man über die komplette Spielzeit hohen Einsatzwillen und Engagement attestieren, auch wenn man sich davon in der momentanen Situation bei den Assen nichts kaufen kann.

Deutenbach - Burgfarrnbach 0:3

Bereits vor der Pause machte Doppel-Torschütze Tim Paschek (am Ball) für Burgfarrnbach alles klar - mit 3:0 siegte der TSV in Deutenbach.
Foto: fussballn.de

Ebenfalls weiter in einer schwierigen Situation bleibt der STV Deutenbach, der mit 0:3 daheim dem TSV Burgfarrnbach unterlegen war. Noch schlimmer als das Ergebnis war dabei allerdings das Auftreten der Heimelf, die gegen Burgfarrnbach in allen Belangen gerade im ersten Abschnitt unterlegen waren. So war es nicht unverdient, dass es bereits zur Halbzeit 3:0 für die Gäste stand. Tim Paschek hatte zunächst getroffen, ehe Schubert und erneut Paschek mit einem Doppelschlag direkt vor der Pause bereits für die Vorentscheidung sorgten. Im zweiten Durchgang mussten die Gäste nicht mehr alles geben und nahmen das Tempo etwas aus der Partie. Bei den Hausherren gelang allerdings weiterhin nichts, wenn man auch eine höhere Niederlage verhindern konnte. So blieb es am Ende beim 3:0 für Burgfarrnbach, mit dem die Deutenbacher noch ganz gut bedient waren.

Süd U23 - Rangierbahnhof 2:0

In ungewohnter Position als Mittelstürmer lief Michael Lauth aufgrund der Personalnot in den letzten Minuten bei der Süder U23 auf und scheiterte mit einem Pfostenschuss nur knapp an einem Eintrag in der Torschützenliste.
Foto: fussballn.de

Als einziges Team gelang der U23 des SV 73 Süd eine Revanche für ein verlorenes Hinspiel zum Saisonauftakt. Mit 2:0 setzten sich die Süder gegen den ESV Rangierbahnhof durch. Von Beginn an waren die stark ersatzgeschwächten Süder die tonangebende Mannschaft und versuchten nach vorne zu spielen. Hinten hielt Kapitän Robin Zucker die Abwehr gut zusammen und auch der wiedergenesene Sebastian Barnasch im Tor war stets ein sicherer Rückhalt, so dass die Rangers kaum zu Offensivaktionen kamen. Kurz vor der Pause bediente Ortega den eingewechselten Kilic, der das 1:0 erzielte. Nach der Pause erhöhte Imeri nach einer schönen Kombination von Tobor und Ortega auf 2:0. In der Schlussphase wechselte sich dann Trainer Michael Lauth auf Grund der engen Personallage selbst als Feldspieler ein und erzielte sogar fast noch das 3:0, jedoch ging sein Schuss nur an den Pfosten. Einziger Aufreger im Süder Strafraum, war ein diskussionswürdiger Zweikampf, bei dem ein Gästespieler zu Boden ging, die Pfeife des jungen, souveränen Schiedsrichters Färber blieb jedoch stumm. Am Ende blieb es beim verdienten 2:0-Sieg der Süder und der Belohnung von Platz drei.

VfL - Worzeldorf 0:1

So kräftig strecken wie in dieser Szene musste sich Matthias Köhnlein bei seinem Kopfballtreffer zum Tor des Tages nicht - dabei musste der Torjäger der Worzeldorfer nur den Kopf hinhalten, um seinen Farben die drei Zähler zu sichern.
Foto: Sporrer

Keinen Sieg gab es diesmal für den VfL Nürnberg, der mit 0:1 gegen den SC Worzeldorf verlor und damit die erste Heimniederlage in dieser Saison hinnehmen musste. Der VfL begann forsch, aber der sich frei vors Tor spielende O'Shea traf nur das Außennetz. Das sollte bereits nach fünf Minuten die einzig erwähnenswerte Szene der ersten Halbzeit bleiben. Beide Mannschaften übertrafen sich an Unzulänglichkeiten und technischen Mängeln, meist war nach spätestens zwei Ballkontakten Schluss mit dem eigenen Spielaufbau. So gönnte der Halbzeitpfiff des vorzüglich leitenden Schiedsrichters Krauss den Zuschaueraugen eine Entspannungspause ob des Durcheinanders auf dem Spielfeld. Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie aber kaum besser. So war es auch kein Zufall, dass das "Goldene Tor" der Worzeldorfer kein Produkt eigener Kreativität war. Ein aus VfL-Sicht unglücklich abgefälschter Ball fiel dem frei vor dem VfL-Gehäuse stehenden Köhnlein maßgerecht auf den Kopf. Der Rückstand setzte beim VfL ein paar Offensivkräfte frei, für Worzeldorf öffnete sich der Raum zum Kontern. Die beste Ausgleichschance durch Drescher wurde vom Worzeldorfer Keeper in hervorragender Weise gemeistert, die Gäste hingegen gingen mit ihren Konterchancen sehr fahrlässig um. So blieb es beim knappsten aller Siege, der Worzeldorf in der Tabelle am VfL vorbeiziehen lässt.

Flügelrad - Eibach 0:2

In die Kategorie "vermeidbar" fiel die 0:2-Heimniederlage im Derby für den ESV Flügelrad (in weiß) gegen die DJK Eibach.
Foto: fussballn.de

Endgültig im gesicherten Mittelfeld hat sich nun die DJK Eibach nach dem 2:0-Derbysieg beim ESV Flügelrad festgesetzt. In einem mäßigen Südstadtderby sahen die Zuschauer in der ersten Halbzeit einen leicht feldüberlegenen Gast aus Eibach, der jedoch kaum gefährlich vor das Tor der „Eisenbahner“ kam. In der 15. Minute hätte der Gastgeber in Führung gehen können, aber der Distanzschuss von Ercan Dedeoglu wurde von Eibachs Torhüter Martin Corell gut gehalten. Im Gegenzug gab es Handelfmeter für die Gäste, doch ESV-Torhüter Kazim Bilir parierte den von Patrick Veit zu schwach getretenen Strafstoß glänzend. Nach 35 Minuten dann die beste Torchance für den ESV Flügelrad in Führung zu gehen: Ein scharf getretener Freistoß von Michael Zielinski erreichte wieder Ercan Dedegolu, doch dessen wuchtiger Kopfball landete nur am rechten Pfosten. In der zweiten Halbzeit verflachte die schwache Kreisligapartie weiter. Beiden Mannschaften fehlten in der Folge einfach die spielerischen Mittel und die Qualität, so dass viele Abspielfehler nun die Partie prägten. Als sich alles auf ein Unentschieden einstellte, erzielte DJK-Spieler Veit in der 81. Minute überraschend die Führung. Ausgerechnet dem sonst so souveränen ESV-Keeper Kazim Bilir unterlief ein kapitaler Fehler, als er einen eher harmlosen Ball durch die Arme gleiten ließ und Veit keine Mühe hatte, den Ball ins leere Tor zu schieben. Nur zwei Minuten später dann die endgültige Entscheidung zugunsten der Gäste: Mathias Künzel vollendete aus kurzer Distanz, nachdem der Ball allerdings bereits vorher deutlich im Toraus war, der Linienrichter dies aber erstaunlicherweise übersah. Letztendlich war es wieder eine Heimniederlage für den ESV Flügelrad, die vermeidbar war, Eibach hingegen gelingt der zweite Sieg in Folge.

Türk Genc - Raitersaich 3:3

In doppelter Überzahl konnte der SV Raitersaich zumindest noch einen Zähler beim SC Türk Genc entführen.
Foto: fussballn.de

Eine 3:3-Punkteteilung gab es beim Spiel SC Türk Genc gegen den SV Raitersaich. Doch wie schon im Hinspiel hatte der SV Raitersaich mit Türk Genc so seine Probleme und zeigte eine schwache Leistung. Bis zur Pause waren die Hausherren klar besser und konnten mit 1:0 in Führung gehen. Noch vor dem Seitenwechsel erhöhte Erhan Bulut sogar noch auf 2:0. Nach der Pause brachte sich der SC Türk Genc selbst um den verdienten Lohn und schwächte sich selbst. Erst ließ sich Bulut zu einer Tätlichkeit hinreißen und wurde mit Rot zum Duschen geschickt und nur wenig später gab es nach einem Foulspiel die Ampelkarte und den zweiten Platzverweis für Türk Genc. Raitersaich versuchte jetzt die Überzahl zu nutzen und kam durch Rico Reinhold zum Anschlusstreffer. Nur kurz darauf konnte Alexander Killian den 2:2-Ausgleich erzielen, so dass der SVR jetzt eigentlich wieder zurück im Spiel war. Doch kurz vor dem Ende wurde es noch einmal turbulent. Ali Karagülle konnte durch einen Foulelfmeter die erneute Führung für Türk Genc erzielen. Doch in der Schlussminute schaffte Murat Tulgar erneut den Ausgleich für die Gäste. So endete ein hektisches und torreiches Spiel ohne Sieger, wobei das 3:3 für den SVR doch etwas glücklich war und sich Türk Genc mit den Platzverweisen selbst um den Sieg gebracht hatte.

Zirndorf - Johannis 83 2:4

Zwei Mal gelang den Zirndorfern (in rot) gegen Johannis 83 der Ausgleich, doch die Gäste aus dem Nürnberger Norden hatten den längeren Atem.
Foto: Schimmank

Nach drei Niederlagen in Folge konnte der TSV Johannis 83 wieder einmal ein Spiel gewinnen und setzte sich mit 4:2 beim TSV 61 Zirndorf durch. Johannis startete gut in die Partie und ging durch André Sundelin in Führung. Nach gut einer halben Stunde konnte Barnasch für Zirndorf den Ausgleich erzielen, allerdings stellte 83-Topstürmer Paul Strobel nur wenig später die Johanniser Führung wieder her. Nach dem Seitenwechsel kam Zirndorf wieder mit Schwung aus der Kabine und erneut konnte Barnasch für die Riemel-Elf ausgleichen. Danach übernahmen aber wieder die Gäste das Kommando und Zirndorf spielte einfallslos. Auch Paul Strobel gelang zwanzig Minuten vor dem Ende sein zweiter Treffer an diesem Tag und so stand es wieder 3:2 für die Johanniser. Kurz vor dem Ende machte André Wiener alles klar und erzielte den 4:2-Endstand.