Entspannter Blick in die Zukunft
Geschrieben von: Marco Galuska Freitag, den 23. Dezember 2011 um 14:04 Uhr
Der TSV Fischbach steht so gut da wie kaum zuvor
Lange Jahre kämpfte der TSV Fischbach in den untersten Ligen, die Kreisklasse (respektive frühere B-Klasse) blieb dabei meist das Limit. Zum Jahreswechsel 2011/12 steht der Klub aus dem Osten Nürnbergs so gut wie schon lange nicht mehr da und scheint so allmählich die Ernte der guten Arbeit aus den vergangenen Jahren einzufahren: Die Erste überwintert auf Rang vier und auch die Zweite Mannschaft spielt um den Aufstieg.
In den Jahren 1971 bis 1974 spielten die Fischbacher schon einmal in der höchsten Spielklasse des Kreises, damals aber noch im Kreis Neumarkt. Nach dem Abstieg und der Eingemeindung nach Nürnberg entschied man sich wieder dem Fußballkreis Nürnberg-Fürth beizutreten. Dort blieb man viele Jahre eher eine graue Maus, während die eigene Eisstockabteilung gar in der Bundesliga spielte. In der Saison 1994/95 klopfte der TSV Fischbach letztmals an die Tür der damaligen A-Klasse (heutige Kreisliga), beendete die Saison mit einem Zähler Rückstand auf den Meister und einzigen Aufsteiger Dergahspor. Doch das Kramen in der Vergangenheit ist in Fischbach nicht nötig, lässt die Gegenwart doch auf eine recht verheißungsvolle Zukunft schließen.
Nach dem Relegationsaufstieg 2010 holte die Elf von Jan "Jasch" Majkowski in der ersten Saison einen guten sechsten Rang und konnte sich im laufenden Spieljahr sogar noch etwas weiter nach oben arbeiten. Auf den vierten Platz überwintern die Fischbacher und schielen mit einem Auge noch auf die vorderen Plätze, wenngleich der Abstand auf Rang zwei mindestens fünf Zähler beträgt. "Nach der Vorbereitung war unser Ziel vorne dabei zu sein. Das haben wir zwar geschafft, aber ärgerlich waren manche Punktverluste für uns schon", fasst Spielleiter und 2. Vorstand Gerhard Münzer zusammen. So wurmen vor allem die Niederlagen gegen Spitzenreiter DJK Oberasbach ("da führten wir 2:1, sind am 3:1 dran und verlieren am Ende gar") oder die "katastrophal schlechten Auftritte" gegen DJK Eibach II und SV Laufamholz. Auch bei den Remis gegen DJK Bayern oder ASC Boxdorf (hier verletzte sich zudem Stephan Saupe am Kreuzband) ließ man sicher geglaubte Zähler noch liegen.
Zum Saisonauftakt gegen Falkenheim ließen es die Fischbacher um Torjäger Sandor Senne gleich kräftig krachen, doch die Resultate entsprachen nicht immer den wahren Leistungsvermögen der Majkowski-Schützlinge.
Foto: R. Hertrich
"Spielerisch klappt es meistens wunderbar, doch die Ergebnisse sind am Ende nicht immer dementsprechend", weiß Münzer um manch verlorenen Zähler, obwohl der TSV nicht nur zu einen der spielstärksten Vereine der Liga zählt, sondern auch eigentlich über ein torgefährliches Quartett verfügt. Angeführt von der treibenden Kraft im Mittelfeld, Tobias Fink (13 Saisontore), über die Spitzen Sandor Senne (12), Philip Reif (9) und Daniel Heyn (9) verteilt sich die Last des Toreschießens eigentlich recht gut. Insbesondere die Rückkehr von Fink vom SC Feucht zum Ende der vergangenen Saison machte sich im Spiel deutlich bemerkbar. Der ehemalige Landesliga-Spieler kehrte aus beruflichen Gründen zu seinem Heimatverein zurück und blüht dort in der Führungsrolle auf.
Vor Fink fanden beispielsweise auch Michael Hertrich oder Libero Christoph Schmid nach Gastspielen bei anderen Vereinen den Weg nach Fischbach zurück und fühlen sich in der Gemeinschaft, mittlerweile unter der Regie von Ex-Club-Profi Majkowski, pudelwohl. Der 59-Jährige ist mittlerweile bereits in der dritten Saison Trainer in Fischbach und darf nach dem prompten Aufstieg auch insgesamt auf eine gute Entwicklung zurückschauen. "Die Spieler wissen, dass sie von Jasch fair behandelt werden, das ist wichtig. Für uns war seine Verpflichtung natürlich ein Glücksfall und ich hoffe, dass wir den Weg noch lange weiter gemeinsam und erfolgreich gehen können", so Münzer, der sich über Majkowskis Aussage, dass Fischbach womöglich seine letzte Trainerstation sein könnte, natürlich freut.

Die Fischbacher Abwehr um Libero Christoph Schmid (rechts) stand meist gut und stellt die zweitbeste Defensive der Liga.
Foto: R. Hertrich
Erfreulich ist auch die Entwicklung der 2. Mannschaft, die in Reichweite zu Spitzenreiter TB Johannis 88 II auf Rang zwei der B-Klasse 7 liegt und Aufstiegsambitionen in die A-Klasse hegt. "Der Unterbau ist wichtig", weiß Münzer und verweist auf die Zeit, als es vier Jahre lang keine A-Jugend in Fischbach gab. Mittlerweile verfügt der TSV über elf Jugendmannschaften - von A- bis G-Jugend ist alles besetzt. So sind die Zeiten auch vorbei, als die Fischbacher ihre tolle Sportanlage auch an Gastvereine wie FC Alemannia, FC Bosna oder SC Türk Genc vermieteten, und diese teilweise besser dastanden als die eigene Mannschaft. Die Plätze werden nun von den Fischbacher Mannschaften gebraucht. Die A-Jugend spielt in der Kreisliga und wird wieder eine handvoll Talente in den Herrenbereich bringen.
Erst im Sommer waren Talente wie beispielsweise André Horn, Jonas Bandlow oder Alex Krapf aus dem eigenen Nachwuchs gekommen und konnten den Kader weiter verstärken. "Die Kreisliga wäre kein Problem, das könnten wir stemmen", sagt Münzer und verweist auf ein intaktes Umfeld mit Abteilungsleiter Gerhard Sterr und dem Trainerteam. "Bei uns verdient kein Spieler Geld, stattdessen haben wir Sponsoren, die uns behilflich sind, dass die Rahmenbedingungen, wie Klamotten oder Mannschaftsessen, stimmen. Ich denke die Truppe lebt von der guten Kameradschaft und das ist der richtige Weg", so TSV-Urgestein Münzer. Um nach der Winterpause noch einmal angreifen zu können und den angeschlagenen und verletzten Spielern eine Pause zu gönnen, verzichtete Coach Majkowski komplett auf die Teilnahme an der Hallenrunde - so stehen dem TSV Fischbach tatsächlich ruhige und frohe Festtage bevor.






