Ausgekramt: Ein echter Zirndorfer
Geschrieben von: Michael Watzinger
Ein Blick in die Historie: Der etwas andere Ausflug
Beim Meisterschaftsspiel in der Fußballbundesliga 1972 zwischen dem FC Bayern München und dem FC Schalke 04 kam es für einen angereisten Zirndorfer zu einer bösen Überraschung. Nur gut, dass ihm der eigens mitgebrachte Gerstensaft später als treuer Wegweiser auch gute Dienste erwies.
Gemeinsam mit einer Zirndorfer Fangruppe rollte ein vollbesetzter Omnisbus Richtung Landeshaupstadt. Das Meisterschaftsspiel 1972 zwischen dem FC Bayern München und dem FC Schalke 04 stand im nagelneuen Olympiastadion an. Ein Zirndofer Fußballfan wird dieser Tag besonders in Erinnerung geblieben sein, denn seine Teilnahme an diesem Ausflug verlief doch etwas "unplanmäßig".
Wie es sich für einen echten Fußballfan gehört hatte er sich gegen den Durst das ein oder andere „Zirndorfer“-Bier in seinen Reiserucksack gepackt. Auf der langen Strecke bis nach München einmal in Stimmung gekommen, gab es für den Franken dann kein Halten mehr. So genoss er eine Flasche nach der anderen von dem guten Gerstensaft. Als ihn dann aber aufgrund des Biergenusses auf der Münchner Olympia-Anlage eine solche Müdigkeit überfiel, legte er sich kurzerhand auf eine Wiese mitten im neu geschaffenen Olympiapark. Während sich knapp 70.000 Fans am Bayern-Sieg berauschten, schlief der müde Reisende seelenruhig auf seiner Liegefläche.
Zu dumm nur, dass das Schläfchen derart lange ausfiel, und dass die Interessengruppe ihn nicht mehr wiederfinden konnte und schließlich nicht mehr länger auf den fehlenden Teilnehmer warten wollte und gen Heimat aufbrach. Von der Stadionaufsicht entdeckt und aufgeweckt konnte sich der vom Alkohol immer noch stark beeinflusste Mann nicht ausweisen, da sich seine Jacke samt Personalausweis und Führerschein noch im Reisebus befand und dieser bereits zurück ins Frankenland rollte. Lallend deutete der Betrunkene immer wieder auf die Aufschrift seiner Bierflasche. Welch Glück, dass zumindest das „Zirndorfer“ auf der Flasche seinen Heimatort preisgab. Mit eintägiger Verspätung traf der „echte Zirndorfer“, dann wieder in der fränkischen Heimat ein.
Quelle: FN (7. Juli 1972)




