Albaniens Demonstration der Stärke
Geschrieben von: Matthias Janousch
Halle wird präsentiert von PS:Akademie Nürnberg
Gruppe C: Favorit setzt sich neben Spanien, Ukraine und Montenegro durch / Russland hofft
Albanien wurde seiner Favoritenrolle gerecht und blieb in der Vorrundengruppe C ohne Punktverlust. Ebenfalls stark präsentierten sich die Spanier, die sich nur dem Gruppensieger beugen mussten. Auf den Plätzen drei und vier landeten die Teams aus der Ukraine und Montenegro und damit dürfen sie sich auf die Endrunde am Berliner Platz freuen. Das ersatzgeschwächte Russland muss darauf hoffen, dass die Rangfünften doch noch ein Ticket nach Nürnberg bekommen. Libanon und Algerien schieden dagegen aus.
Der letztjährige Halbfinalist Albanien ging als Favorit in die Vorrundengruppe C. Freilich hatte die Mannschaft von Teammanager Petrit Gjonbalaj ein anderes Gesicht als im vergangenen Jahr, nicht zuletzt wegen der erstmaligen Teilnahme Kosovos am erweiterten Nationencup. Doch Gjonbalaj, der seine Mannschaft auch als Kapitän aufs Feld führte, gelang es eine spielstarke Truppe zusammenzustellen, die auch das Defensivspiel nicht außer Acht ließ. Am Ende gab es keinen einzigen Punktverlust für die Albaner und das Torverhältnis von 43:4 sprach Bände. Spannend machten es die Schützlinge aus dem Land der Adler nur im ersten Spiel, als man gegen das in der Endabrechnung zweitplatzierte Spanien nur mit 3:1 gewinnen konnte. Djonbalic, Adem Selmani und Bessi schossen dabei bei einem Gegentreffer von Spaniens Kapitän Daniel Mendez die Tore für den Favoriten. Im weiteren Turnierverlauf ließen die Albaner dann nichts mehr anbrennen und machten nach den Siegen gegen Algerien (7:1), Ukraine (6:0), Russland (7:1), Libanon (14:0) und Montenegro (6:2) deutlich, dass Djonbalic und Co. auch im Endturnier ein gewichtiges Wörtchen im Kampf um den Titel mitreden wollen. Dervishaj (8 Treffer), Adem Selmani, Bessi (beide 7) und Krasniqi (6) waren die besten Torschützen Albaniens und belegten damit Rang zwei bis fünf in der Torschützenliste.
Albaniens Teamchef und gleichzeitiger Kapitän Petrit Gjonbalaj (in rot) stellte eine offensivstarke Truppe zusammen. Gleichzeitig packte er aber auch mit an, dass Keeper Fisnik Deva einen geruhsamen Tag erleben durfte. Der Routinier musste im Turnierverlauf lediglich vier Mal hinter sich greifen.
Foto: fussballn.de
Übertrumpft wurden sie nur vom Spanier Roberto Bernardez. Dem 22-jährige begnadeten Hallenspieler mit Torinstinkt gelangen gleich zehn Tore und damit der Sprung auf den Torjägerthron. Insgesamt präsentierten sich die von Eusebio Ortega betreuten Spanier überzeugend und sicherten sich den zweiten Rang. Einem 6:1-Sieg über Montenegro folgte die 1:3-Niederlage gegen Albanien. Doch davon ließen sich Kapitän Daniel Mendez und Co. nicht aus der Bahn werfen. Denn beim 11:0 über Algerien sahen die Zuschauer eine Bernardez-Show. Nicht weniger als fünf Tore sollten dem Offensivmann von Tuspo Nürnberg dabei gelingen. Knapp wurde es dann beim 2:0 gegen die Ukraine. Doch spätestens nach dem 6:2 über Russland war die Finalteilnahme sicher und beim abschließenden 5:3-Sieg gegen den Libanon ließ die von Diego Ramirez gekonnt geordnete Defensive die letzte Konsequenz verständlicherweise vermissen, was den verdienten Sieg letztlich aber nicht gefährden sollte.
Spaniens Roberto Bernardez vom Kreisklassisten Tuspo Nürnberg (links) war mit zehn Treffern nicht nur bester Torschütze des Tages, er war auch der einzige Spieler in der Vorrunde des ISN-Cups, der zweistellig traf.
Foto: fussballn.de
Auf Rang drei landete die Mannschaft aus der Ukraine, die mit einem 4:2-Sieg gegen den Libanon startete. Das sollte auch lange Zeit der einzige Dreier für die Truppe von Weniamin Yusin bleiben. Denn einem 2:2-Remis gegen Montenegro folgten zwei Zu-Null-Niederlagen. 0:6 hieß es nach dem Spiel gegen Albanien und auch beim 0:2 gegen Spanien wollte den Ukrainern kein Tor gelingen. Erst beim 7:2-Sieg über Algerien hatte man die Schussschuhe wieder an, wobei Nikita Sheyko und Weniamin Yusin jeweils doppelt trafen. Und dann kam ja noch der prestigeträchtige Vergleich mit Russland: In einem abwechslungsreichen Spiel behielten Ilja Zarkov, Alex Nikitenko und Co. mit 5:4 die Oberhand gegen den großen Nachbarn.

Die Ukraine (in gelb) versuchte alles, um Spanien ein Bein zu stellen. Allerdings hatte die Ortega-Truppe das bessere Ende für sich und entschied die Partie mit 2:0 für sich.
Foto: fussballn.de
Der Vierte im Bunde, der seinen Platz im Finalturnier sicherstellte, war schließlich Montenegro. Nach der 1:6-Auftaktniederlage ließ man Algerien beim 5:2 kaum eine Chance, ehe man sich beim 2:2 gegen die Ukraine auf Augenhöhe sah. Das Ticket für die Endrunde wurde mit den Siegen in den folgenden beiden Partien gegen Russland (2:1) und Libanon (4:0) gebucht. Daran änderte auch die 2:6-Abschlussniederlage gegen Albanien nichts mehr.

Kapitän Almin Klijestorac führte seine Montenegriner letztlich nicht nur ins Finale, sondern auch zum knappen 2:1-Sieg über Russland (in weiß).
Foto: fussballn.de
Damit waren die vier begehrten Tickets für die Endrunde am Berliner Platz vergeben. Um Hoffnungsplatz fünf entwickelte sich dann ein Krimi zwischen Algerien und Russland. Beide Teams hatten bis zum direkten Aufeinandertreffen erst drei Punkte auf dem Habenkonto gesammelt. Während Russland, das auf so klangvolle Namen wie Artur Boxler, Eugen Probst oder Namik Meibullaev kurzfristig verzichten musste, hatte zwar noch das Spiel gegen die Ukraine in der Hinterhand, das bekanntermaßen mit 4:5 verloren ging, doch das konnte zu diesem Zeitpunkt niemand wissen. Algerien brauchte also auf jeden Fall einen Sieg zum Weiterkommen. So stand es Sekunden vor dem Ende der Partie 2:2. Auf Russlands Seite hatten Domenic Melzer und der fünffache Torschütze Dani Kruschinski, der nur von Teamkollege Dima Wallinger mit sechs Treffern übertroffen wurde, getroffen. Auf der anderen Seite hielt Jorge Montero sein Team wie so oft in dem Turnier im Spiel. Montero traf doppelt und stockte damit seine Ausbeute auf sechs Treffer auf. Doch dann liefen die letzten Sekunden des Spiels: Algerien schaffte eine Überzahlsituation, doch der eine Angreifer entschied sich für den Querpass anstatt selbst abzuschließen. Zwar war auch diese Spielsituation von Erfolg gekrönt, denn der Ball landete anschließend im Tor. Doch zeigte die Uhr deutlich die Zeit von 08:01 an. Da nur zweimal acht Minuten gespielt wurde, kostete diese eine Sekunde Algerien die Finalteilnahme am Berliner Platz.

Algerien (links) und Libanon lieferten sich beim hauchdünnen 3:2-Sieg für die Algerier einen heißen Tanz.
Foto: fussballn.de
Die Mannschaft aus dem Libanon musste dagegen trotz großen Kampfs ohne einen Punkt die Segel streichen.
Gruppe C, Ergebnisse
Spanien Montenegro 6:1 Libanon Algerien 2:3 Spanien Albanien 1:3 Libanon Ukraine 2:4 Algerien Montenegro 2:5 Libanon Russland 0:7 Algerien Albanien 1:7 Montenegro Ukraine 2:2 Algerien Spanien 0:11 Montenegro Russland 2:1 Ukraine Albanien 0:6 Montenegro Libanon 4:0 Ukraine Spanien 0:2 Albanien Russland 7:1 Ukraine Algerien 7:2 Albanien Libanon 14:0 Russland Spanien 2:6 Albanien Montenegro 6:2 Russland Algerien 2:2 Spanien Libanon 5:3 Russland Ukraine 4:5
Tabelle
Pl. Team Tore Pkt. 1. Albanien 43:4 18 2. Spanien 31:9 15 3. Ukraine 18:18 10 4. Montenegro 15:16 10 5. Russland 17:22 4 6. Algerien 8:38 4 7. Libanon 7:33 0
Beste Torschützen
Name
Team
Tore
1. Bernardez Spanien 10 2. Dervishaj Albanien 8 3. Ad. Selmani Albanien 7 Bessi Albanien 7 5. Krasniqi Albanien 6 Montero Algerien 6 Wallinger Russland 6 8. Sylejmani Albanien 5 Kruschinski Russland 5 10. Montero Algerien 4 Ortega Spanien 4 Fürst Spanien 4 Mendez Spanien 4 15. Gjonbalaj Albanien 3 Yusin Ukraine 3 Ar. Selmani Albanien 3 Shatalovych Ukraine 3 Zarkov Ukraine 3 Sheyko Ukraine 3






