Game, Set and Match für Zirndorf
Geschrieben von: Christian Bauer
Halle wird präsentiert von PS:Akademie Nürnberg
1. "Eisern SV"-Fußballtennis-Turnier in Weiherhof
Erfrischend anders präsentierte der SV Weiherhof sein Hallenturnier am vergangenen Wochenende: Das Geschehen wurde in die örtlichen Tennishallen verlagert, statt um Tore wurde am Netz um den Sieg gekämpft. Am Ende hatte aus zwölf teilnehmenden Teams die Delegation des ASV Zirndorf (Zirndorf Gfühllos) gegen die inoffizielle des Bayern Kickers (FC Boliche) die Nase vorn.
„Ein Hallenturnier hat jeder“, begründete SVW-Spielleiter Lui Haarländer den außergewöhnlichen Schritt, das Turnier im Fußballtennis austragen zu lassen. So entschied man sich, den Standortvorteil der Weiherhofer auszunutzen und den Pokal im ersten „Eisern SV“-Turnier in den hiesigen Tennishallen zu vergeben. Wo sonst die jungen und in die Jahre gekommenen Roger Federers den Schläger schwingen, regierte am Samstag Abend König Fußball und bot den Zuschauern ein kurzweiliges Spektakel.
Holland gegen Greuther Fürth? Ganz so prominent besetzt war das Fußballtennis-Turnier des SV Weiherhof nicht - hier punktet Dynamo Tresen (Burgfarrnbach, orange) gegen die Spieler des TSV 61 Zirndorf.
Foto: BFV
Die Abwechslung zum ewig gleichen Trott zwischen Bezirks- und Hallenkreismeisterschaft ließen sich nämlich einige regionale Hochkaräter nicht nehmen: So stellten sich neben den Lokalmatadoren aus Weiherhof auch Spieler des ASV und TSV Zirndorf, des FC Bayern Kickers, des TSV Burgfarrnbach, TSV Cadolzburg oder der DJK Oberasbach der Herausforderung auf ungewohntem Terrain.
Statt verbissenem Ehrgeiz stand trotzdem die locker-spaßige Atmosphäre im Vordergrund: Das verriet ein Blick auf den Spielplan, wo unter anderem „Dynamo Tresen“ auf „Das weiße Raclette“ (leider nicht angetreten) treffen sollte, ebenso wie das Regelwerk, wo besonders sehenswerte Aktionen wie Fallrückzieher mit Getränkemarken für die Bar prämiert wurden.
Das gibt 'nen Schnaps: Sehenswerte Aktionen wie diese wurden mit Getränkemarken belohnt.
Foto: fussballn.de
Hoch war das sportliche Niveau aber dennoch – zur eigenen Überraschung, wie Organisator Christoph Müller hernach gestand: „Wir wussten ja im Vorfeld nicht, wer sich so alles für das Turnier anmeldet“. So wurden den Zuschauern bereits in der Vorrunde bis zum letzten Punkt spannende Partien, heiße Duelle am Netz und lange Ballwechsel präsentiert.
Für Spieler und Fans war dies hervorragend, die Organisatoren stellte das aber vor Probleme. Dass ein Tennisspiel auch mal länger dauert, bewiesen die Herren Djokovic und Nadal im Finale der Australian Open erst unlängst. Sechs Stunden dauerte zwar keines der Matches; dass die Dauer eines Spiels im Vorfeld nur schwer abzuschätzen ist, warf den Zeitplan aber früh über den Haufen. „Wir haben das im Vorfeld schon ausprobiert“, erzählt Haarländer augenzwinkernd, „aber offenbar waren wir einfach zu schlecht“. Eigentlich geplante Elemente, wie eine Pause mit dem aus dem Tischtennis bekannten „Rundlauf“ fielen so der zeitlichen Planung zum Opfer.
Hart umkämpft: Das Halbfinale zwischen dem FC Boliche (links) und den Weiherhofer Schnibblern war bis zum letzten Punkt vollkommen offen.
Foto: fussballn.de
Kinderkrankheiten eines Premieren-Turniers, aus denen man für die fest geplante Neuauflage 2013 lernen will: Neben seinem rundum positiven Fazit zum ersten Versuch kündigte Christoph Müller einige Modifikationen an Modus und Regelwerk (z.B. Beschränkung der Ballkontakte) für das nächste Jahr an. „Wir haben viel für das nächste Jahr gelernt, sodass das nächste Turnier kürzer und vor allem noch spektakulärer wird“, schloss Müller.
So rückten schon die Halbfinals des erst um achtzehn Uhr gestarteten Teams tief in den Abend hinein – der Spannung und dem Einsatz der beteiligten Akteure tat dies aber keinen Abbruch. Konnte Zirndorf Gfühllos (ASV Zirndorf) die Kontrahenten von Dynamo Tresen (Burgfarrnbach) noch klar mit 2:0 in die Schranken weisen, bot die Partie auf dem Nebenplatz ein Herzschlagfinale: Die erfahrenen Weiherhofer Schnibbler um SVW-Urgestein Motschiedler verlangten der Delegation des FC Bayern Kickers (FC Boliche) einiges ab und musste sich denkbar knapp mit 11:8, 9:11 und 8:11 geschlagen geben.
Der Turniersieger im Halbfinale: Die Spieler des ASV Zirndorf erwiesen sich als ganz und gar nicht "gfühllos" und sicherten sich letztlich souveränen den Pokalsieg.
Foto: BFV
Erst im Finale war dann Endstation für die jungen BaKis. Die Zirndorfer um Heiko Tiessen revanchierten sich für die 0:2-Pleite in der Vorrunde und wiesen den FC Boliche mit 11:6 und 11:7 in die Schranken. Platz drei sicherte sich das erfahrenste Team im Feld; die Weiherhofer Schnibbler schlugen Dynamo Tresen ebenfalls mit 2:0. Neben Freigetränken gab es Preise der Sponsoren Kickfabrik, Sport Reiser und Edeka Schuller zu gewinnen; das Pflanzenhaus Schöner stiftete einen Wanderpokal, der im Jahr 2013 das nächste Mal vergeben werden soll – vielleicht vor Mitternacht, aber hoffentlich in ähnlich lockerer und sportlicher Atmosphäre wie beim Premieren-Auftritt.





