"Ich will nicht Platz acht sichern"

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Stadelns neuer Trainer Max Junger im fussballn.de-Interview

Am Mittwoch gab der FSV Stadeln den Nachfolger von Thomas Reiser bekannt, am Donnerstagabend trainierte die Mannschaft des Bezirksoberligisten erstmals unter der Regie von Max Junger in der Stadelner Halle. fussballn.de war vor Ort und sprach mit dem neuen FSV-Coach über seinen Wiedereinstieg ins Trainergeschäft, seine Erwartungen, Ziele und Reiz der neuen Aufgabe am Kronacher Wald.

fussballn.de: Hallo Herr Junger, einige Namen wurden in den zehn Tagen der Trainersuche im Stadelner Umfeld gehandelt. Ihr Name stand seit ihrem Abschied aus Ansbach nicht mehr im Fokus. Klären Sie uns doch einmal über ihre Fußballer- und Trainerlaufbahn auf.

Max Junger (37): Mein Heimatverein ist der SV Großhabersdorf, wo mein Bruder heute noch spielt, habe als Aktiver auch beim TSV Ammerndorf unter Martin Hermann gekickt, allerdings hatte ich oft mit Verletzungen zu kämpfen und die Laufbahn als Fußballer nahm daher recht bald ihr vorzeitiges Ende. Ehrlich gesagt habe ich das Spiel ohnehin schon immer besser verstanden als ich es selbst umsetzen konnte. Was sich auch darin bestätigt, dass ich als Trainer höherklassiger trainiert habe als ich als Spieler selbst spielte. Ich wollte dem Fußball aber verbunden bleiben und habe dann zunächst in Großhabersdorf vier Jahre Jugendmannschaften trainiert. Ich wollte mich in diesem Bereich besser qualifizieren und habe 2002 meine C-Lizenz gemacht. Dabei habe ich mein Faible dafür entdeckt und 2005 auch die B-Lizenz in Hennef absolviert. So ergab sich der immer noch bestehende Kontakt zu Sven Kmetsch (Anm. der Red: aktuell Co-Trainer unter Benno Möhlmann beim FSV Frankfurt) und eine Hospitation beim FC Schalke 04 II, der damals von Mike Büskens trainiert wurde. 2007 habe ich den TSV Ammerndorf in der Kreisliga trainiert (Anm. der Red.: Meister wurde damals der FSV Stadeln), 2008 meine A-Lizenz in Kaiserau erworben und insgesamt dreieinhalb Jahre bei der SpVgg Ansbach trainiert.

fussballn.de: Nach einer sehr erfolgreichen Zeit im Bereich der Junioren und mit der zweiten Mannschaft der SpVgg Ansbach haben Sie im Frühjahr 2010 die Nachfolge von Hans-Jürgen Brunner als Bayernligacoach angetreten, der Abstieg ließ sich nicht mehr verhindern und im September 2010 folgte die Trennung im beiderseitigen Einvernehmen. Warum hat man Sie seitdem nicht mehr als Trainer gesehen?

Junger: Nach fast zehn Jahren als Trainer wollte ich erst einmal ein wenig Pause machen, um das Erlebte zu verarbeiten und den Kopf wieder frei zubekommen. Dann haben wir im Juli 2011 zum zweiten Mal Nachwuchs bekommen und der Fokus lag in dieser Zeit ganz klar auf der Familie! Man musste auch erst einmal sehen, wie sich Familie, Beruf und eventuell ein Trainerjob miteinander verbinden lassen. Erst vor wenigen Wochen habe ich mit meiner Frau über eine mögliche Rückkehr als Trainer gesprochen...

Max Junger übernimmt Stadeln

Herzlich Willkommen hießen Vorstand Rudi Hirschmann (3.v.r.) und die sportliche Leitung des FSV Stadeln Max Junger bei seiner ersten Trainingseinheit am Donnerstagabend in der Stadelner Sporthalle.
Foto: fussballn.de

fussballn.de: ...und kurze Zeit später wurde die Position in Stadeln frei.

Junger: Ich wusste nicht, dass Thomas Reiser am Saisonende ohnehin aufhören wollte. Von seinem vorzeitigen Rücktritt war ich natürlich überrascht und habe es aus der Presse erfahren. Klar ist die Aufgabe beim FSV Stadeln reizvoll und die Gespräche mit Rudi Hirschmann und den Verantwortlichen liefen gut. Ich freue mich, dass es geklappt hat und auf die bevorstehenden Aufgaben in Stadeln.

fussballn.de: In Stadeln verlief die Saison bislang eher durchwachsen, wenngleich die direkte Qualifikation zur Landesliga noch in Reichweite scheint. Wie sehen Ihre Ziele aus?

Junger: Ich bin bestimmt nicht gekommen, um Platz acht zu sichern. Mein Ziel, und das des Vereins, ist es am Ende unter den ersten Sechs zu landen.

fussballn.de: Sie konnten die Mannschaft bei zwei Testspielen beobachten. Wie ist Ihr erster Eindruck von der FSV-Mannschaft?

Junger: In der Mannschaft steckt eine Menge Qualität, sie bewegt sich gut, verschiebt geschickt, das konnte man selbst bei den Tests auf schwierigen Bodenverhältnissen erkennen und das weiß man aber auch, wenn man den mittelfränkischen Fußball verfolgt. Ich bin mir sicher, dass wir mit meinem Zutun den gemeinsamen Weg zur Landesliga finden werden.

fussballn.de: Zunächst hat man sich auf eine Zusammenarbeit bis Saisonende geeinigt. Entscheidet die Landesliga darüber, ob Sie auch in der folgenden Saison in Stadeln trainieren?

Junger: Solange nichts anderes vereinbart wird, geht unsere Zusammenarbeit bis zum Saisonende.

Max Junger

Max Junger bei seiner Antrittsrede vor der Stadelner Mannschaft.
Foto: fussballn.de

fussballn.de: Inwieweit sind Sie mit dem Kader vertraut?

Junger: Meinen Co-Trainer Sven Pelz oder auch Andreas Popescu kenne ich schon länger, andere Spieler wie beispielsweise Markus Theil oder Gerhard Strobel bin ich als gegnerischer Trainer begegnet. Aber wie gesagt, wenn man den mittelfränkischen Fußball verfolgt, sollte man die Truppe schon kennen.

fussballn.de: Was erwarten Sie vom Stadelner Umfeld?

Junger: Ich freue mich auf das Umfeld, weil in Stadeln mächtig was los ist. Das habe ich zu Kreisliga-Zeiten mit Ammerndorf hier erlebt und das hat sich natürlich über die Jahre weiterentwickelt. Vor so einer außergewöhnlich guten Kulisse zu spielen, das macht nicht nur den Spielern Spaß, das ist auch für mich als Trainer etwas Besonderes. Ich denke beim FSV geht es doch recht familiär zu und in so einem Umfeld fühle ich mich wohl.

fussballn.de: Dieses Umfeld und die Mannschaft erwarten nun einen neuen Trainer. Muss sich Stadeln nach der Ära Reiser umgewöhnen? Planen Sie Änderungen im Spielsystem?

Junger: Ein neuer Trainer bringt natürlich auch neue Ideen mit.

Trainer-Team FSV Stadeln

Mit Co-Trainer Sven Pelz (links) und dem Trainer der 2. Mannschaft Marcelino Mjeda (rechts) stehen Max Junger zwei "erfahrene" Stadelner zur Seite.
Foto: fussballn.de

fussballn.de: Mit Sven Pelz und Marcelino Mjeda stehen Ihnen ja "erfahrene" Stadelner als Trainerkollegen zur Seite...

Junger: Das macht den Einstieg natürlich leichter und ich werde auch eng mit ihnen zusammenarbeiten. Viel Zeit zur Eingewöhnung bleibt ohnehin nicht. Da ist es gut, wenn man kompetente Ratgeber an seiner Seite hat. Aber klar ist auch, dass ich die Entscheidungen letztlich selbst treffen werde.

fussballn.de: Wann sind Sie das erste Mal offiziell im Einsatz für den FSV Stadeln?

Junger: Beim gestrigen Hallentraining wurde ich durch unseren Vorstand auch offiziell vorgestellt. Ich hoffe wir können morgen gegen TV 48 Erlangen spielen, denn je früher ich als Trainer loslegen kann desto besser ist es. Denn es sind nur noch zwei Wochen bis zum Auftakt gegen die SpVgg Ansbach II.