"Die anderen müssen, wir wollen in die Landesliga!"
Geschrieben von: Marco Galuska Freitag, den 10. Februar 2012 um 08:43 Uhr
BOL wird präsentiert von PS:Akademie Nürnberg
TSV Buch geht zuversichtlich in die Restsaison der BOL
Der TSV Buch narrte manch hoch eingeschätztes BOL-Team und überwintert nach einer famosen Serie auf dem vierten Rang; ein Platz, der die Knoblauchsländer am Saisonende direkt in die Landesliga hieven würde. Mit Konsequenz und einigen interessanten Neuzugängen sind die Bucher in die Vorbereitung gestartet und fühlen sich bei ihrer Zielsetzung recht entspannt.
"Das habe ich auch noch nicht erlebt, dass mir sechs Torhüter auf einmal ausfallen, aber lieber jetzt als dann später, wenn es um Punkte geht", nahm Buchs Coach Roland Frey die unerwartete Personalproblematik beim ersten Testspiel nach der Winterpause mit einer Portion Humor pragmatisch hin und stellte sich kurzerhand selbst zwischen die Pfosten. Auch das Ergebnis von 1:2 beim Post SV nahm der Coach gelassen. "Der Test war ok, es war sicher besser als nur zu laufen", spielt der frühere Club-Amateur auf die Läufe durch das Knoblauchsland, entlang der B4 oder durch den Marienberg an, die die Grundlage für eine weiterhin erfolgreiche Saison des BOL-Aufsteigers bieten sollen.
"Wir wollen, die anderen müssen in die Landesliga", gibt sich TSV-Coach Roland Frey recht entspannt.
Foto: fussballn.de
Mitte Januar haben die Bucher das Training wieder aufgenommen, sich zunächst mit einer wöchentlichen Einheit rangetastet und seit Ende Januar vier Schichten pro Woche eingelegt - zum Ende der Vorbereitung wird dreimal in der Woche trainiert. "Wir wissen, dass uns die gute Ordnung und das Läuferische so weit nach oben gebracht haben und dafür müssen wir weiterhin etwas tun", sagt der 43-Jährige, der in der zweiten Saison beim TSV den Ton angibt. Trotz Ausdauerläufen und Kraftzirkeln soll das Spiel mit dem Ball nicht zu kurz kommen - auf Schnee hat es bekanntlich seinen eigenen Reiz, "solange die Verletzungsgefahr durch Eis nicht gegeben ist", schränkt der Übungsleiter ein.
Von spektakulären Testspielen während der Vorbereitung hält Frey nicht viel, denn die Truppe, die er in der Vorbereitung auf Trab hält, sei ja "keine neue Mannschaft, die sich komplett neu finden müsse, sondern um ein paar gezielte Ergänzungen erweitert" wurde. Die Kontinuität im Kader war es auch, auf die man in Buch nach dem Aufstieg im vergangenen Sommer setzte und damit hervorragend fuhr. Platz vier, mit Abstand bester Aufsteiger - die Kritiker, die den Buchern eine schnelle Rückkehr in die Bezirksliga prophezeiten, waren zum Schweigen verurteilt.
Veränderungen gab es mittlerweile doch. Vorerst nur sporadisch wird nunmehr Thomas Schaller den Buchern zur Verfügung stehen. Der Defensivspezialist ist beruflich in München gebunden und hat sich dort auch einem Kreisklassisten angeschlossen, besitzt aber weiterhin auch das Spielrecht für den TSV Buch und steht auf Abruf bereit. Im Vergleich zum Sommer, als einzig Stürmer Christian Urbat aus der zweiten Mannschaft "nach oben gezogen" wurde, waren die Bucher im Winter mit fünf Neuzugängen recht aktiv. Interessant erscheint dabei die Mischung der Neuen beim TSV. "Wir haben jetzt keine Granaten oder Wunderspieler geholt, aber ich denke wir haben sinnvolle Verstärkungen für unseren Kader erhalten", freut sich Frey über das neue Quintett, das nun am Wegfeld das Trikot überstreift.

Marco Engel geht zukünftig nicht mehr für Kalchreuth, sondern beim TSV Buch auf Torejagd.
Foto: Heidi Huber
Überraschend erscheint dabei der Wechsel der Kategorie "Oldie but Goldie": Marco Engel, der routinierte Stürmer, der über Jahre seine Torgefährlichkeit beim FC Kalchreuth unter Beweis stellen konnte, spielt nun in den Planungen der Bucher eine interessante Rolle: "Er zieht im Training sehr gut mit. Dass er ein hervorragender Fußballer mit Torriecher ist, weiß ja jeder. Er könnte für uns beispielsweise ein wertvoller Joker werden", freut sich Frey über eine neue Alternative. Anscheinend haben dabei auch die Sticheleien von Rainer Aubaret gegenüber seinem Schwager in spe ("Ich habe ihn immer damit aufgezogen, dass er nie höher als Kreisliga gespielt hat") den 35-jährigen Engel dazu bewegt die Kalchreuther Zweite zu verlassen, um noch einmal anzugreifen.
Transfers "mit Zukunftspotential" nennt Frey die Verpflichtung von Kai Rupprecht (21, FC Stein) und Tim Kett (22, Tuspo Nürnberg). Rupprecht, der technisch und spielerisch hochtalentierte Offensivmann, plage sich aber aktuell wieder mit einer Verletzung und müsse läuferische Defizite erst noch abbauen. Wie Rupprecht sieht Frey auch Kett, der den Sprung aus der Kreisklasse wagt, als "sehr guten Fußballer", der körperlich noch zulegen muss, aber den Buchern durchaus bald weiterhelfen könnte.
Neu in Buch sind auch Alexander Hinz (21, kam vom ASV Forth) und Alik Kirakosian (19, zuletzt FSV Stadeln), die schon im Herbst beim Training des TSV vorbeischauten. "Keiner der neuen Spieler hat eine Stammplatzgarantie", macht Spielleiter Matthias Leibold klar und sieht insgesamt eine Verstärkung des Gesamtkaders. Denn auch wenn die 1. Mannschaft gut dasteht, gilt es für die "Zweite" in jedem Fall die Kreisklasse zu halten. "Das ist sehr wichtig für die weitere Zukunft im Verein", sieht auch Frey die Interessen der 2. Mannschaft.
Was den weiteren Saisonverlauf in der BOL angeht, so sieht der Coach seine Truppe in einer komfortablen Position: "Aufgrund der guten Ausgangslage wollen wir in die Landesliga, aber andere müssen dorthin!" Richtungsweisend seien dabei gleich die ersten beiden Partien nach der Winterpause, wenn es zunächst zum Heimspiel gegen den BSC Erlangen kommt, und es dann zum ASV Vach geht. Freilich sei es noch ein weiter Weg zur Landesliga-Qualifikation, doch das Sechs-Punkte-Polster müssen die Verfolger ab Rang sieben den Buchern schließlich auch erst einmal wegnehmen.







